Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
479-480
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479 etlich

Eule 480

Hölzchen», gebildet von nd. sticke«Stiftchen». In der 1. Bed. in einem bayr. Generalmandat vom 26. Nov. 1701 Arzneietiquetten, in der 2. Bed. im spätern 18. Jh. entlehnt.

etlich, pronominales Adj. Mhd. etelich, ahd. etalih, ettalsh, etilih, ettilih«irgendeiner, irgendwelchery, im Pl.«einigey». Daneben, dem veralteten etzlich entsprechend, mhd. eteslich, ahd. eteslih, etteslih, eddesliäh. Das mit-Vh,(s. lich) zusammengesetzte ahd. eddes-, etes-, eka- gehört wohl zu got. diphau oder». In Verbindung mit Zahlen etliche 20, 30 usw. cetliche über 20», statt des frühern etlich und zubanzig usw.

etsech, s. dätsch.

Etter, m. n.(-s): Zaun, mhd. ëter m. n., ahd. étar«zaun»y m. n., asächs. dor, ags. eodor, an. jadarr m.«Zzauny. Verwandt ist noch abg. odrä m. Bettgestell», czech. odr m. Pfahlꝰ, odrν Pl.«Gerüst in der Scheune». Vgl. Meringer Idg. Forsch. 18, 256. Noch obd.

Etui, m.(-s, Pl.-s): Behältnis. Das franz. étui, afranz. estuis, span. estache m., dessen Herkunft unsicher ist. Im 18. Jh. entlehnt(Hermes Sophiens Reise 5, 439).

etwa, adv.: irgendwo; irgend wohl; irgend einmal. Mhd. etezod, etzã, früher etezwur cirgendwoy, dann æirgend wohl, vielleicht?, daneben mhd. etes', zusammenges. aus et- in etlich(s. d.) und aw, wär, s. 0%o. 4 B L. etwaig, adj., bei Heynatz 1796 als Wort der Geschäftssprache.

etwan, adv.: irgendwann, manchmal; sonst mitunter, vormals; irgend einmal. Mhd. etwan, etwen, gekürzt aus etewwanne, etewwenne, ahd. etterbanne, eddezwanne, daneben auch mhd. etesienne, ahd. eddeszwanne, zusammenges. aus et- in etlich(s. d.) und anne, nhd. Wann. 4BL. etwanig, adj. Im spätern 18. Jh. aufgekommen(bei Lessing, Kant, Klopstock), namentl. in der Geschäftssprache. Der Bed. nach auch zu etawa gehörig.

etwas, Pron.: irgendein Ding; irgend- einiges;(adverbial) ein wenig. Mhd.-ahd. etenwaz, das Neutr. zu mhd.-ahd. etezwér, zu- sammenges. aus ete-(s. etlich) und aaz, nhd. was. Daneben auch mhd. etesza, ahd. etteszoaz, eddeswaz. Substantivisch Etwas, n., 1698 bei G. Arnold geistl. Liebesfunken 149.

etwelch, Pron.: irgendwelch, irgendein. Erst bei Stieler 1691, mhd. erscheint dafür vereinzelt in md. Quelle eteswilch.

etwo, adv.(Sir. 24, 11): irgendwo. Mhd. eteꝛvã, ũblicher eteswã. S. ehwa.

Etymologie, f.(Pl.-n): Wortforschung, Wortableitungslehre; Wortableitung. Aus gr.-lat. etymologia, gr. eruuokovrid f., zurück- gehend auf das aus gr. Eruuov n.«die wahre Bedeutung und Erklärung eines Wortes nach seiner Abstammung», dem Neutr. des Adj. érvuuoc«wahr, echt, gewißy, und einer Ab- leitung von Xéreiv«reden» gebildete Adj. eruoXνé oc«Wortableitung treibendy. 1521 bei Emser Quadruplica C 1 b ethimologey, 1538 bei Franck Germaniae chronicon 296 b Ethi- mologi, im 17. Jh. Etymologie und Etymologey (Moscherosch Phil. 2, 512). 4BL. etymo- logisch, adj., 1631 bei Comenius Sprachen- thür L 5 b. Nach gr. Jat. etymologicus, gr. eruuokofuéc. etymologisieren, v., 1673 bei Grimmelshausen Teutscher Michel Kap. 7.

etzlich, s. etlich.

euch, Dat. u. Akk. Plur. des substanti- vischen Pron. der 2. Pers. Urspr. nur Akk., mhd. iuυαeν, iuwich, ahd. inmwih, dann aber auch für die Dativform mhd.-ahd. einge- treten. Dazu ags. Dat. 50 G, Akk. 5olwic, aber ndl. u, asächs.-afries. iu, anord.dr, got. izwbis für beide Kasus.

euer, Gen. Plur. des substantivischen Pron. der 2. Pers. Mhd. iuwer, ahd. iu‿; dazu asächs. iutoar, ndl. awer, afries. iuοer, ags. gower, engl. ours, anord. QMdeovar,dar, got. iznbarg. Davon euer als besitzanzeigendes Pron. Mhd. iuνr, ahd. iu‿α; dazu asächs. iuwar, ndl. ulε, ags. éoer, engl. our, anord. Hdar, got. iztwar. In ehrender Anrede in Euer(älternhd. Eawer, daher gekürzt Eao.) Wohlgeboren, Euer Hochwürden usw. erhalten, sonst durch Ihr verdrängt.

euert-, euret-, in euerthalben, wegen, willen und eurethalben usw., s. deinet-.

Eule, f.(Pl.-n): der Nachtraubvogel, lat. ulula; dickköpfiger Nachtschmetterling (1721 bei Frisch Insecten 3, Vorbericht S. 3, auch schon mnd.); Borstwisch(nach nd. klc, z. B. bei Klopstock, wohl nach dem Aus- sehen). In 1. Bed. mhd. iuνele, iule, ahd. mwila f.; dazu ndl. uil m., mnd.- ags. äle f., engl. oul, anord.-schwed. ux‿la f., dän. ugle. Daneben steht ahd.(bei Notker) hiuzwela, huwwela f., das als diminutive Ableitung von ahd. Nuιιο, haoο, asächs. hüo, mhd. hlawe m. Ohreule, Uhu» zu betrachten ist; ferner noch ahd. A/o, Awo, mhd. Gue m., nhd. 4uf «Uhuy. Wahrscheinlich ist die ganze Gruppe lautnachahmenden Ursprungs. Siehe Uhu, heulen.