Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
471-472
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471 ertappen

ertappen, v.: wobei überraschen, eig. mit der Hand fassen, s. fapen. Frühnhd.

erteilen, v.: zuteil werden lassen. Mhd. erteilen, ahd. irteilen ist«ein Urteil sprechen, urteilend zuerkennen, zusprecheny, ebenso asächs. ddéelian, ags. ãdiòlan. Vgl. Urteil.

Ertrag, m.(-es, Pl. Erträge): Gewinn vom Boden und dem, was auf demselben wächst. Bei Stieler 1691(bei Maaler 1561 ist Ertrag das Ertragen, Aushalten?). Von ertragen in der Bed.«eintragen, einbringen» (bei Maaler 1561), der die Bed.«nach Körper- kraft tragen» und«mit gefügigem Aushalten tragen»(bei Luther) vorausgeht. 41. er- träglich, adj. u. adv.: erduldbar, leidlich. Nach der letzten Bed. von ertragen. Bei Krämer 1678. Bei Maaler 1561 dafür ertragen- lich. Erträgnis, n.: Ertrag. Neues, bei Campe 1807 noch nicht angeführtes Wort.

ertränken, v.: ertrinken machen. Mhd. ertrenken, ahd. irtrenchen, das Faktitiv von ertrinken, mhd. ertrinken, ahd. irtrinchan «in Flüssigkeit untergehend sterbeny.

erwägen, v.: nach Wichtigkeit und Ge- halt prüfen. Veraltet ist refl. sich e.: sich durch Entschluß unterfangen; sich wessen be- geben, es preisgeben(noch bei Luther). Mhd. erwõgen(Präs. erwige, Prät. erwac, Part. er- ꝛwégen)«aufwärts bewegen, emporheben, in Bewegung setzen, im Geiste hin und her be- wegen, wägend prüfen»; refl. sich erwégen csich erheben, sich wagend entschließeny; aber auch s. v. a.«sich von etwas zurück- bewegen, sich wessen begeben, es preisgebenv. Die starke Flexion ist im Präs. aufgegeben (doch noch im 18. Jh. erwigt bei Drollinger 18, erwieget bei Breitinger Forts. der crit. Dichtk. 97), Prät. eriwog, Part. erwogen(bei Luther noch erwwegen), zuweilen auch schwach erwwlgte, erwägt. S. Wägen.

erwähnen, v.: gedenken, andeutend zur Kenntnis bringen. Erst im 17. Jh.(bei Duez 1642 erwehnen, schon 1607 bei Sattler erlwent = gemelt), im Mhd. dafür gewlähenen, ge- wehenen, ahd. gitwwahannen, giwahinen cein- gedenk sein, gedenkeny, mit dem Prät.(chne das dem Präs. angehörende Nasalsuffix) mhd. gewwuoc, ahd. giwuog. Nicht mit wéähnen von Wahn gebildet. Das für sich nicht vor- kommende Verbum gehört zu lat. vocdre crufeny, vöôæ(Gen. võcis) f.«Stimme?, gr. ö/(Akk.)«Stimme», und mit Ablaut érocn. «Wort», elnov«ich sagte», aind. vaG«sagen, reden?, aor. dνεαρν, ir. faig«dixity, apreuß.

472 zwackitwei«rufen, wackis«Geschrei». 4 B L. Erwähnung, f., 1607 bei Sattler.

erwehren, v.:(älternhd. mit Dat. der Pers.) wovon abhalten(1. Sam. 25, 33), refl. sich e.(mit Gen.): abhaltend(sich wehrend, verteidigend, schützend), standhalten gegen- über. Mhd. erwern, auch erwerjen, er- ꝛwerigen, ahd. irwerian, irwerran(mit Gen. oder Dat.)«verteidigen, behaupten gegen, verwehren»; dazu ags. Gãwwerian.

Erweis, m.(-es, Pl.-e). Bei Ludwig 1716. Von erweisen, v.: durch Wort oder Tat kundtun, mhd. erwisen«anweisenv, refl. «sich kundtunn. Die Flexion ist im Mhd. schwach, so auch bei Luther und sonst älter- nhd.(noch bei Hagedorn), doch gibt schon Schottel 1663 die starken FPormen erwies, er- wiesen an. S. Weisen.

Erwerb, m.(-es). Bei Stieler 1601. Von erwerben, v.: durch Handeln erreichen oder erlangen, mhd. erwerben.

erwidern, v.: wogegen durch Wort oder Tat zurückgeben. Mhd. erwideren, auch S. V. a.«ersetzenꝰ), ahd. irzwidarön«verwerfen», eig.«entgegen sein», widaroön von widar «wider» abgeleitet. 4BL. Erwiderung, f. Im 17. Jh.

Erwin, Mannsname, ahd. Eyrwwin.

erwischen, v.: mit Geschwindigkeit fan- gen. Mhd. erwischen, daneben erzwischen.

Erz, n.: metallhaltiges Gestein, rohes Metall; Metallgemisch, Kupfermischung; Metallgerät. Alternhd. auch mit angetre- tenem t Erzt(am frühesten 1429 ercet im Lib. ord. rer. 184, auch bei Luther und Mathesius zuweilen Erat), was sich noch manchmal im 18. Jh. findet, z. B. bei Hagedorn Werke 1, 34, Klopstock Hermann u. d. F. 83, Lessing 6, 466. 8, 496, Wieland Idris 2, 36, Schubart Ged. 2, 82, selbst noch 1799 bei Schiller 11, 296. Mhd. erze, arze, ahd. erizzi, ærizzi, aruzzi, aruz n.«Metallschlacke, un- gereinigtes, unbearbeitetes Metall, dazu and. arut m. Stückchen Erzy. Unverwandt mit mhd.- ahd. ér n.«Erz», ags. ür, cr Eisenꝰ?, engl. ore, anord. eir n.«Metall, Mischmetally, got. aiz n. Erz, Geld», die mit lat. aes, Gen. geris n.«Mischmetall⸗, aind. ãjas, aw. ajah- n. Eisen⸗ verwandt, s. chern. Es gehört viel- leicht zu lat. raudas m.«formloses Erzstück als Münzey, lat. rudis«rohy, abg. ruda f. Erzy. Weiter klingt sumerisch urud«Kupfer» an. Vgl. noch Schrader Reallex. 203.