Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
467-468
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467 erobern

m.«Herbsty. 4L. ernten, v. Bei Luther erndten, dafür mhd. arnen, 1482 im Voc. theut. h ernen. ZUS. Erntemonat, m.: August. Ahd. aranmänoth m., die von Karl d. Gr. eingeführte Benennung.

erobern, v.: durch(Waffen-) Gewalt zum Herrn wovon werden. Eig.«der Obere wo- von werden», mhd. auch einfach obern, ahd. oharõn, spätmhd. erobern«übertreffen, über- winden, erübrigeny, intr. cübrigbleiben», frühnhd. dann«behaupten, erwerben» und bei Luther(auch eröbern) in der jetzigen Bed.

erörtern, v.: von allen Enden(Seiten) betrachten, darlegen. Im 15. Jh., daneben auch bloß örtern«genau untersuchen», ab- geleitet vom Plur. Örter des mhd. ort n. m. «Spitze, Ende, Seiten, also eig. cbis an die äußersten Spitzen verfolgen», vgl. ausecken.

ertisch, adj.: die Liebe betreffend. Nach dem gleichbed. gr. épwricéc, von épuc m. Liebe». Im spätern 18. Jh.

Erpel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Enterich. Ndd., schon mnd. erpel, arpel m. Vgl. anord. Jarpr Haselhuhn), eig.«der Braune», ahd. erpf«fuscusꝰ, russ. jabä«bunts, lett. ierbe f. «Haselhuhny.

erpicht, adj.: durch Leidenschaft woran gefesselt. Eig. vom Vogel, der am Pech (Vogelleim) hängen geblieben ist. Seit dem 17. Jh.(Fleming Ged. 390), daneben auch verpicht(Gryphius Trauersp. 483).

erpressen, v.: durch Zwang erlangen, 1595 bei Pistorius anatomia Lutheri Vorr. 54 erbressen.

erquicken, v.: zu frischem Leben er- wecken. Mhd. erquicken, auch erkücken, er- kicken, ahd. irguicchen, auch irchuechen«wie- der lebendig machen, vom Tode erwecken», dann cerneuern», dessen quicchen abgeleitet von dem Adj. quec«lebendig», s. auch Keck;

dazu asächs. aouoν, ags. ãcwician. 4 B1. erquicklich, adj. u. adv. Frühnhd. Er-

quickung, f. Frühnhd.

errätisch, adj.: verirrt, zerstreut, bes. in der Verbindung erratischer Block: Wander-, Findlingsblock. Aus lat. erräticus«umher- irrend) von errdre«irreny. Kunstwort der neuen Geologie, durch Scheffel allgemein be- kannt geworden.

erregen, v.: rege machen, in Bewegung bringen;(von Gefühlen usw.) hervorrufen. Bei Luther. 43L. Erregung, f.

erreichen, v.: bis woran reichen; wozu gelangen. Mlid. erreichen.

erschrecken 468

erretten, v.: einer Gefahr oder Not ent- ziehen. Mhd. erretten, ahd. irretten, ags. hredl- dan, urspr.«heraus-, wegreißen, entreißenꝰ, s. retten. 4BL. Errettung, f. Bei Luther.

Errungenschaft, f.: Erwerbung, Vor- teil. Urspr. Rechtswort, 1663 bei Schottel 380 nur i. d. Bed.«in der Ehe erworbene Gütery, so auch bei Adelung als Kanzlei- ausdruck, die allgemeine Bed. gehört der neusten Zeit an, s. Ladendorf.

Ersatz, m.(-es). Im 15. Jh. in der Schweiz ersatz m.«gleichgeltende Strafey, erst nach 1750 in der jetzigen Bed. allgemein gewor- den. Von erseteen, s. d.

ersaufen, v.: zum Verderben saufen (Jesaia 28, 7); in Flüssigkeit das Leben ver- lieren. Bei Luther; dagegen mhd. erstfen. ahd. irsbfan æsich volltrinkeny. Dazu als Faktitiv das schwach flektierende ersäufen, v.: ersaufen machen, mhd. ersoufen, ersöufen, neben mhd.-ahd. soufen certränkeny, Faktitiv von ahd. sufan saufen»(s. d.).

erschallen, v.: einen starken, weithin gehenden Laut zurück- oder von sich geben; in solchem Laute sich kundgeben. Dafür mhd. erschellen(Prät. erschal, Plur. erschullen, Part. erschollen), ahd. irskellan als intr. Ver- bum, das ein trans. erschellen(Prät. erschalte), ahd. irskellen Schall hervorrufen, und ein seltenes von schal gebildetes mhd. erschallen cdurch Schall erwerben» neben sich hat. Bei Luther im Präs. erschallen, Prät. erschall, seltener erschallte(1. Sam. 4, 5), Part. er- schollen, soust älternhd. auch erschellen im Präs., 3. Sing. erschillt, im 17. Jh. von den Schlesiern gebraucht und noch bei Adelung angeführt(auch ein trans. erschellen, s. zer- schellen). Das Prät. erscholl 1663 bei Schottel 584(aber Konj. noch erschülle).

erscheinen, v.: zum Vorschein kommen, sichtbar werden, mhd. erschinen, ahd. irskinan; deutlich werden, erhellen(frühnhd.); in einer gewissen Gestalt sich zeigen. 4BL. Er- scheinung, f., mhd. erschinunge f.

erschöpfen, v.: ausschöpfen(mhd. er- schepfen, 1541 bei PFrisius erschöpfen); zu Ende bringen; vollständig behandeln. Refl. sich e.: zu Ende gelangen. Im 17. Jh.(1696 in Lokmans Fab. 16).

erschrecken, v.(Prät. erschrak, Part. erschrochen): infolge einer heftigen Wirkung auf die Seele auf-, zusammenfahren. In nordd. Umgangssprache auch refl.(ich habe mich er- schrocken, besser ich bin erschrocken). Mhd.