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Erlös, m.(-es): das gelöste oder einge- nommene Geld. Erst bei Campe 1807 als obd. angeführt. Von erlösen, in der Bed. Geld gewinnen», schon mhd. erlcsen auch cerzielen, gewinnen».
erlöschen, v.(Prät. erlosch, Part. er- loschen): aufhören zu leuchten;(bildl.) auf- hören sichtbar, wirksam, tätig zu sein. Mhd. erleschen(Prät. erlasch), ahd. irlescan. Da- gegen erlöschen(Prät. erlöschte, Part. er- löscht): erlöschen machen. Mhd. erleschen (Prät. erlaschte), ahd. irlescan, irlesken, das Faktitiv von irlescan. S. lõschen.
Erlöser, m.(-, Pl. wie Sg.): Befreier, nam. von Christus als Befreier von der Sünde. Mhd. erlœscœre(auch bloß lœscre), ahd. ir- lõsari m.
erlustieren, refl. v.: sich in Wohlgefühl, heitere Stimmung versetzen. Bei Luther, mit fremder Endung, dagegen mhd. erlausten, wie neben erlästen bei Luther; bei Maaler 1561 erlustigen. 4BL. Erlustigung, f., 1538 bei Schaidenreißer Paradoxa 83.
ermächtigen, v.: wozu Macht, Vollmacht geben. Bei Wieland, wohl aus dem Obd. (noch nicht bei Adelung). Dagegen refl. sich e.: sich bemächtigen. Von Adelung 1774 als obd. angeführt, noch bei Schiller (Jungfr. v. Orl. 1, 10. Tell 2, 2).
ermannen, refl. v.: Mut fassen, eig. zum Mann werden. Mhd.(chne sich) ermannen. ermessen, v.: ausmessen, mhd. ermezzen, ahd. irmezzan; erwägen, beurteilen. In der 2. Bed. in der frühnhd. Kanzleisprache(Janssen Frankf. Reichskorr. 1, 317), von Adelung und Heynatz noch als obd. empfunden. Davon das Subst. Ermessen, n. ermitteln, v.: feststellen, ausfindig machen, ausmitteln(s. d.). Erst um 1800, bei Campe 1807 noch nicht verzeichnet. Früher in der Bed. «durch angewandte Mittel möglich machen), 1619 bei Londorp acta publica 1, 6982. ermuntern, v.: munter machen, erwecken, anregen. Mhd. ermuntern aufwecken)y.
Ern, Eren, auch Ahren, m.(-s, Pl. wie Sg.): der Hausraum zwischen der Haustür und den Zimmern desselben Stockes. Im westlichen Süd- und Mitteldeutschland, auch Thüringen üblich(bei Schiller Räuber 4, 4 Ohrn, schweiz. u. schwäb. auch Erm). Mhd. eren, ern Fußboden, Tenney, ahd. arin, erin m. Fußboden, Altar»; dazu ags. drn n. Hauso, anord. arenn, dän. arne m.«Herd'. Wohl urverwandt mit lat. drea f.«Tenne, innerer
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.
freier Hofraum). Weiteres bei Walde s. v. area, Meringer Idg. Forsch. 17, 122. Zu- weilen auch Ahre f.(Klopstock Messias 20, 144 und 152, auch bei Adelung).
ernennen, v.: zu einer Stelle bestimmen. Mhd. ernennen«namhaft machenꝰ; die jetzige Bed. bei Krämer 1678.
1Ernst, das Appellativum Ernst(s. d.) als Mannesname, ahd. Ernast.
2Ernst, m.(-es): Festigkeit des Willens- entschlusses; Festigkeit der Gesinnung. In es ist, wird Ernst, mhd. mir ist ernest, in adjektivische Bed. übergehend, dann auch attributiv verwendet«im Willensentschlusse fest; scherzlos»(schon bei Luther). Mhd. ernest, ernst(auch«Kampf), ahd. ernust f. n.; dazu ags. eornost f. Kampf, Zweikampf», ndl. ernst m., engl. eurnest(auch Adj.). Ver- wandt ist mit Vokalablaut got. arniba adv. cfest, sichery; ferner vielleicht aind. ãrnas n. swallend, flutend, Woge, Kampfgewühl, Strom, arnäüväs«wallend, flutenda, aw. aronav- m. Kampf, Wettkampf», Bartholomae Zfd W. 6, 355. 4BL. ernsthaft, adj. u. adv. Mhd. ernesthaft(auch«kampfbereit»), ahd. ernust- haft. Davon Ernsthaftigkeit, f., mhd. ernesthafticheit f. ernstlich, adj. u. adv., mhd. ernestlich auch«streitbar», ahd. ernustlöh, and. ernustliko(ernstlich, wirksam).
Ernte, f.: Einsammlung des Boden- oder Baumertrags; die eingesammelten oder ein- zusammelnden Früchte; die Zeit der Ein- sammlung;(bildl.) Gewinn, Ertrag wovon. Bei Luther ernd, erndte, sonst älternhd. meist Ernd, Ernde, erst bei Adelung 1793 Ernte. Mhd. ernede, ernde f., hervorgegangen aus dem Plur. arnõdi des ahd. arnõd m., das eine Ab- leitung von dem Verbum ahd. arnön, mhd. arnen, ags. earnian, engl. earn ist, vgl. Mond aus mhd. münöt. Das gewöhnliche Wort für Ernte ist mhd. erne f.(auch noch älter- nhd. und jetzt dialektisch), hervorgegangen aus dem Plur. erni des ahd. aran m. Erntey; dazu got. mit dem ursprüngl.§ asans f. «Erntezeit, Erntefeld», anord. önn(aus razn«) f.«Erntezeit, Arbeitszeit, Arbeity. Dazu ge- hört noch got. asneis m. Mietling, Tage- löhnery, ahd.(mit bewahrtem s) asni m. &Mietling», ags. esne m.«Knecht, Jünglingy, and. asna f.«Lohn, Abgaben. Nicht zu lat. annöna f. Jahresertrag an Getreidey, das nur auf vatnona zurückgehen kann, vygl. Walde s. v., vielmehr zu apreuß. assanis Herbsty(aus dem Gotischen?), abg. Jesen
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