463 erkiesen
Erlkönig 464
der Vorderseite einer Mauer. Mhd. ärkeer, erker m., mnd. auch arkener, erkener m., aus mlat. ärcora f. von lat. arcus m. Bogen?, im Mlat. auch s. v. a. Limmerwölbung, bogen- förmiges Zimmer?.
erkiesen, v.: erwählen. Mhd. erkiesen, ahd. irkiosan; dazu asächs. Gkiosan, ags. ãceosan, got. uskiusan. Die Flexion ist wie bei Kiesen(s. d.) stark(Prät. erkor, Part. erkoren) und schwach.
erklären, v.: klarmachen; der Einsicht öffnen; bestimmt kundgeben. Mhd. erklœren cklar, hell, deutlich machen»; die 3. Bed. frühnhd.(in Glossaren des 15. Jh. bei Diefen- bach 168²). 43L. erklärlich, adj. Bei Rädlein 1711. Erklärung, f. Im 15. Jh. (Lexer Nachtr. 157 vom J. 1497).
erklecken, v.: wozu ausreichend sein; zum Vorteil, zum besten gereichen, förder- lich sein. Mhd. erklecken. 4BL. erkleck- lich, adj. Frühnhd. S. klecken.
erkobern, v.: für verlorene Kraft frische sammeln. Sprache der Bienenzüchter. Mhd. erkeoberen, erkoveren«erlangen, gewinnen, zusammen- halten, zu frischer Kraft anregen), refl.«sich erholen», ahd. irονoro«erlangen, erreichen». Wie mhd. xoberen, koveren, ahd. koboron ent- lehnt aus lat. recuperäre«wiedererlangen?, refl.«sich wieder erholen», mlat. cuperare cerwerbeny, woher auch afranz. coubrer«be- kommeny, recourer und recouvrer«wieder- bekommen, genesenꝰ, prov.-span. cobrar æ«be- kommeny, prov. recobrar und span. recobrarse «sich erholeny, sowie mndl. koeveren er- werben», ags. dcofrian«wieder genesen», engl. recover«sich wieder aufraffens, schwed. förkofra«aufhelfen.
erkoren, s. erkiesen.
erküren, neuere Bildung(um 1730) statt des ülteren erkiesen, s. küren.
erkundigen, v.: Kunde wovon erwerben. Mhd. dafür erkenden, dies noch bei Luther und bis ins 18. Jh. neben erkuündigen.
erlangen, v.: abreichend woran kommen; strebend erhalten. Mhd. trans. erlangen«er- reicheny.
Erlaß, m.(*sses, Pl.-Sse): Nichtanrechnung; zur Befolgung Verfügtes oder Befohlenes. Bei Adelung 1774(dafür ahd. urläz m.«Entlas- sung»). Von erlassen, v.: nicht anrechnen, von Anzurechnendem befreien; von sich aus- gehen lassen. Mhd. erläzen, erlün, ahd. ir-
lãzan«wovon freilassen»; dazu asächs. ãläãtan,
Noch oberdeutsch und in der(
ags. ãlcõtan, got. uslétan«ausschließeny. Die 2. Bed. bei Adelung 1774.
erlauben, v.: Recht und Freiheit geben, etwas zu tun oder zu lassen. Bei Luther, auch sonst früher bei Mitteldeutschen, erleuben. Mhd. erlouben, erlöuben, ahd. irlouben; dazu ags. lgfan, got. uslaubjan. Vgl. glauben. 4BL. Erlaubnis, f. Frühnhd.(um 1480 im Voc. inc. teut. e 2 b erlaubn“).
erlaucht, adj.: hoch und herrlich, als Titel, im besondern bei Reichsgrafen, er- habeny. Davon als Subst. Erlaucht, f.: Erhabenheit, Titel der Reichsgrafen. Das zum Adj. gewordene Part. Prät. von er- leuchten, mhd. erliuhten, ahd. irliuhten, mhd. (mit Finführung des Rückumlauts) erlähtet (für erliuhtet), erläht, das schon im 14. Jh. als fürstliches Titelbeiwort verwendet wird. 4BL. erlauchtig, adj., mhd. erliuhtic, er- lahtic(auch als Titel). Vgl. durchlaucht.
erläutern, v.: erklären, klarmachen. Mhd. erliutern«hellmachen, erkläreny, von lauter s. d.).
nA. f.(Pl.-n): der auf Sumpfboden wachsende Baum, lat. alnus. Mhd. erle, ahd. erila, umgestellt aus elira f.(s. Eller); dazu ags. alor, engl. alder, anord. ölr m., elrir m., elri n. und mit Erhaltung des sonst zu gewandelten s ndl. els(s. Else). Verwandt ist lat. alnus aus talsnas f., abg. jelicha f. Erley, lit. e:ksmis m. Erley. 43L. erlen, adj., inhd. ahd. erlin. Auch in Erlenholz usw.
erledigen, v.: ledig, d. i. frei, leer machen, mhd. erledligen«völlig zu Ende bringen»(erst von Adelung 1774 als obd. angeführt).
erlegen, v.: niederlegen, zu Falle bringen, mhd. erlegen«bezahlen», eig.«auf den Zahl- tisch legen⸗(frühnhd.).
erleiden, s. leiden.
erlesen, adj.: ausgesucht, ganz vorzüglich. Frühnhd., eig. Part. Prät. von erlesen, mhd. erlesen, ahd. ir-lesan«auslesen, das Beste her- ausleseny.
erliegen, v.: danieder liegen, völlig bis zum Nichtwiederaufstehen entkräftet werden wovon. Mhd. erligen, ahd. irliggan, irligan, ags. ãlicgan.
Erlkönig, auch Eyrlenkönig, m.: Elfen- könig. Beide 1779 von Herder in seinen Volksliedern gebildet als Ubersetzung des dän. ellekonge, ellerlonge, d. i. elvekonge, elver- Konge«Elfenkönig, Beherrscher der Elfen», in welchem Wort er elle aus Mitverständnis für ell, in Zusammensetzungen elle«Erley nahm.


