Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
461-462
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461 ergötzen

Erker 462

causgeben, wiedergeben, vergelten, bezahlen, erweisen». Mhd. sich ergeben auch sich zeigen, zum Vorschein kommeny. Das Part. Prät. ergeben als Adj.: hingegeben, sich hin- gebend. Bei Maaler 1561. Davon Ergeben- heit, f., bei Steinbach 1734. 4 BL. Er- gebnis, n.(zu sich ergeben): was sich als Folge ergibt. Bei Campe 1807 als neues Wort verzeichnet. Ergebung, f.: Ubergabe einer Stadt usw., frühnhd.(bei S. Franck Weltb. 18²); Gesinnung eines Ergebenen, Hin- gebung, Geduld, 1691 bei Stieler. ergiebig, adj. Bei Stieler 1691(doch«sich ergebend), bei Frisch 1741 wie jetzt, älternhd. dafür ergiblich(Albertinus Lustg. 5 b), ergeblich (Maaler 1561).

ergötzen, ergetzen, v.:(mit Gen.) ent- schädigen(Jer. 8, 18); zu einem innerlich behaglichen Wohlgefühle stimmen. Mhd. er- getzen, ahd. irgetzen«eines Dinges vergessen machen, wofür entschädigen, vergüten, Ge- nüge tun, vergnügen, vergnüglich stimmen», das Faktitiv zu ahd. irgezzan«vergessen. Die Schreibung ergötzen kommt schon im 16. Jh. bei Oberdeutschen vor, im 17. Jh. auch zuweilen bei Mitteldeutschen, z. B. Fle- ming Ged. 218, und ist im 18. Jh. sehr ge- wöhnlich, doch schreibt Adelung ergetzen, während Heynatz 1796 sich für ergötzen ent- scheidet; bei Goethe ist in der Ausgabe letzter Hand ergetzen durchgeführt. 4BL. ergötz- lich, adj. u. adv., bei Luther ergetzlich. Da- von Ergötzlichkeit, f. Schon im 15. Jh. ergetzlichait f.«Vergütung, Belohnungy.

erhaben, adj. und adv.: hervorragend; (abstr.) unerreichbar und so zu Ehrfurcht und Bewunderung stimmend. Mhd. erhaben, das Part. Prät. von mhd. erheben, ahd. ir- heffen, asächs. ãhebbian, ags. dhebhan, got. ushafjan,«zur Höhe heben, anheben». Dies Part. ist sonst im Nhd. durch erhoben er- setzt(doch kommt e. noch im 17. Jh. 2. B. bei Harsdörfer, Schupp, Gryphius vor), während sich im adjektivischen Gebrauch e. erhalten hat. Das Prät. von erheben lautet erhob und erhab(s. heben), früher auch erhebte, Part. erhebt(Luther Randglosse zu Richt. 11, 35 hoch erhebt). 43L. Erhabenheit, f., mhd. erhabenheit f.

erhalten, v.: aufrechthalten; in einem Zustand bewahren; Unterhalt geben; erlangen, bekommen. In allen diesen Bedd. bei Luther, mhd. noch nicht nachzuweisen.

Erhart, Mannsname, ahd. Erhart.

erhärten, v.: hart, fest machen; bekräf- tigen. In der 2. Bed. schon mhd. erherten, doch noch von Adelung dem Obd. zugewiesen.

erheben, s. erhaben.

erheblich, adj. u. adv.: von Gewicht, von Belang. Frühnhd.(Albertinus Lustg. 2032). 4BL. Erheblichkeit, f., bei Stieler 1691.

erholen, v.:(veraltet) heraus-, herbei- holen; erwerben(es erholen Lessing 3, 62). Refl. sich e.: sich verschaffen(in sich Rats e.); Verlorenes, Versäumtes zurück-, nach- holen, wieder einbringen, gutmachen; frische Kraft gewinnen, eig. wohl«wieder Atem holeny. Mhd. erholn, ahd. irhalön, irholön, refl. mhd. sich erholn. 4BL. Erholung, f. Bei Luther.

erinnern, v.: machen, daß jemand wessen wieder inne wird; jemand auf etwas auf- merksam machen, bes. tadelnd. Refl. sich, e.: wieder inne werden. Frühnhd., auch bei Luther, mhd. dafür bloß innern, ahd. innarn, abgeleitet von innaro der Inneres, daneben mhd. erinnen inne werden?. 4B L. erinner- lich, adj. Bei Stieler 1691. Erinnerung, f. Im 15. Jh.

erkalten, v.: kalt werden. Mhd. erkalten, ahd. irkaltén. Dagegen erkälten, v.: kalt. machen, mhd. erkelten. 4BL. Erkältung, f., bei Rädlein 1711.

erkennen, v.: durch Sinn oder Geist wahr- nehmen, sich eines bereits Wahrgenommenen wieder bewußt werden; seine Uberzeugung wovon dartun, vgl. anerkennen; sich richter- lich äußern; beiliegen(oft in der Bibel). Mhd. erkennen, ahd. ar-, irchennan in den obigen Bed.; ags. dcennan zeugen», got. uskannjan «jemand etwas kundtun, empfehleny. 4BL. von dem Part. Prät. mhd. erkennet, erkant: erkenntlich, adj. u. adv.: erkennbar; Dank- barkeit an den Tag legend. Mhd. erkantlich «erkennbar, bekannt, frühnhd. erkentlich(voc. inc. teut. e 2 5), älternhd. oft erkännflich; in der 2. Bed. im 17. Jh.(erkantlich bei Grimmels- hausen Simpl. 2, 147, 12 Keller). Davon Er- kenntlichkeit, f., bei Stieler 1691. Er- kenntnis, f. n. Mhd. erkantnisse f. n.«Hand- lung, Begriff des Erkennens», bei Luther Er- kentnis f. n., auch im 18. Jh. noch oft als Neutr., z. B. bei Haller, Klopstock, Schiller, Kant, während jetzt(nach Adelung) Erkennt- nis n. nur«nach Untersuchung und Befund sich ergebende und ergehende Bestimmungy.

Erker, m.(-s, Pl. wie Sg.): vorspringen- der Ausbau oben an einem Hause oder an