Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
459-460
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459 erdreisten

ergeben 460

(korvöc) genannt, weil der scharfe Saft der Pflanze wie der Rauch Tränen aus dem Auge lockt. Erdreich, n.: Gebiet der Erde (im Gegensat⸗ zu Himmelreich); Erde als menschlicher Wohnort; Erde als wasserum- flossenes Land; Erdboden; Erde als Stoff. Mhd. ertriche, ahd. erdrähhi n.; dazu asächs.- afries. erthraiki, ndl. aurdrijlc, ags. eordrice n. Bei Luther auch mit Kürzung des mhd. 1 der zweiten Silbe Erdrich. Erdteil, m. Junge Bildung des 19. Jh. Erdzunge, f:: zungenartig in Wasser sich erstreckendes, langes, schmales Stück Land. Bei Hübner 1745 für Isthmusy. erdreisten, refl. v.: sich erkühnen. 1599 bei Schütze Preußen 62 b, aber erst im 18. Jh. im Hd. allgemeiner geworden. Früher mit der Nebenform erdreusten, s. dreist. erdrosseln, v.: durch Zudrücken der Kehle(Drossel, s. d. ²) töten. Bei Stieler 1691. Erdteil, Erdzunge, s. Erde. ereignen, refl. v.: als zeitliche Erscheinung vor Augen treten. Mit Anlehnung an eigen aus mhd. eröugen, erougen, ahd. irougen csehen lassen, erscheinen?, zusammengesetzt mit dem von Auge abgeleiteten ahd.-mhd. ougen, got. augjan, afries. auaoa, ags. ĩeiwan, échan«vor das Auge bringen, sehen lassen?. Schon am Anfang des 16. Jh. findet sich ereigen(bei H. Sachs, Mathesius, Fischart), durch das aber ereugen, eräugen nicht ver- drängt wird; ereignen neben erüugnen bei Duez 1652, allein angeführt bei Krämer 1678, doch hat noch Stieler 1691 auch sich ereugen, Ludwig 1716 eräugnen neben ereignen, selbst Adelung 1774 erãugenen, ertiugnen, entscheidet sich aber 1793 für ereignen, das er schon früher als vorherrschend bezeichnet hatte, ebenso Heynatz 1796. Doch findet sich er- ãugen noch bei Lessing 3, 39, Justus Möser Patr. Phant. 2, 177, erdugenen bei Lessing 2, 160. 225. 302. 6, 327, eräugnen mitunter bei Goethe 3, 284, Faust 5917, an Zelter 2, 454. 4BE. Ereignis, n. Ahd. araucnissa f., arougnessi f.«das Sichzeigen», mhd. nicht belegt. 1774 Eyreignis f.(Klopstock Gelehrten- rep. 140, auch bei Musäus, Miller usw), 1793 bei Adelung Ereignis n., Heynatz 1796 spricht sich noch gegen die Bildung aus. Früher wurde Eräugnung(Steinbach 1734), Ereuge- mang(Stieler 1691), Ereignang(Krämer 1678) dafür gebraucht; Eräugung bei Lessing 7, 203 ist«Vor-Augen-Bringung, Darstellung einer Handlung zum Schaueny.

Eremit, m.(-en, Pl.-en): Einsiedler, Klausner. Aus dem gleichbed. gr. Jat. eremita, gr. épnuirnc m., abgeleitet von épnuoc cein- samy. Bei Rot 1571, Heremit schon 1521 bei Judas Nazarei 58. 4BL. Eremitäge, f.: Einsiedelei. Mit Anlehnung an lat. erémita aus dem gleichbed. franz. ermitage m. Im 17. Jh.(Grimmelshausen Simpl. 510).

Eren, s. Ern.

erfahren, v.: fahrend erwerben;(bildl.) durch eigne Anschauung zukommende Kunde vernehmen. Mhd. ervarn, ahd. irfaran«durch- ziehen, durchwandern, erforschen, erreichen». Das Part. Prät. erfahren, als Adj.: be- wandert. Im 15. Jh.(Voc. theut. g). 4B L. Erfahrung, f. Mhd. ervarunge f., eig.«Dureh- wanderung», dann Erforschung; Wahrneh- mung; Kenntnis»(so in E. bringen).

erfinden, v.: aus-, auffinden; durch Ver- such erkennen, als ein bisher Unbekanntes hervorbringen. Mhd. ervinden, ahd. irfinddan, causfinden, gewahr werdens». 4 BL. Erfin- der, m., frühnhd. Davon erfinderisch, adj. Bei Adelung 1774. erfindlich, adj. Bei Luther. Erfindung, f. Im 15. Jh. ervindang f.

Erfolg, m., 1619 bei Helvicus Sprach- kunst 35. Vom älternhd. erfolgen in der Bed. erreichen», mhd. ervolgen«erreichen, erlangen, erfüllen»(mit Dat.«zuteil werden).

erfordern, v.: verlangen, bedürfen, nötig haben. Mhd. ervordern ist«fordern, gericht- lich verfolgen». 4L. erforderlich, adj.: nötig. 1741 bei Frisch. Nach Adelung obd. und im gemeinen Leben. Erfordernis, n. f. Bei Frisch 1741. Früher nur f.

erfrören, v.: erfrieren machen. Mhd. ervrœren. Jetzt nur noch obd., während in der Schriftsprache das intr. erfrieren dafür eingetreten ist.

erfüllen, v.: voll machen; zu Ende bringen, ausführen, verwirklichen. Mhd. ervillen. 4 BL. Erfüllung, f., mhd. erviüllange f.

ergattern, v.: heimlich, spähend aus- findig machen und in seine Gewalt bekommen. Urspr. wohl vom Geier, der seine Beute durch das Hühnergatter erspüht. Im 16. Jh.(D. W. 3, 894 vom J. 1594). S. gattern und ausgattern.

ergeben, v.: aus-, herausgeben; einträg- lich sein, eintragen(urspr. wiedergeben, Auf- gewandtes vergelten). Refl. sich e.: sich in jemandes Gewalt geben; als Folge her- vorgehen. Mhd. ergeben, ahd. i-*geban; da- zu asächs. ãgeban, ags. dgifan, got. usgiban