Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
457-458
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457 erbittern

Erde 458

zu Bitterkeit, Zorn und

48L. Er-

erbittern, v.: Haß treiben. Mhd. erbittern. bitterung, f. Bei Duez 1664.

erblässen, v.: blaß werden(bei Luther); sterben.

Erblasser, s. Erbe.

erbleichen, v.(Prät. erbleichte, Part. er- bleicht): bleich werden; totenbleich werden, sterben. Mhd. erbleichen, ahd. irbleinhén. S. 2 hleichen. In gleicher Bed. erbleichen, Prät. erblich, Part. erblichen, mhd. erblichen«den Glanz, die natürliche Farbe verlierens.

erblich, s. Erbe.

erblicken, v.: den Blick wohin richten und mittelst Blickes wahrnehmen. Mhd. er- hlicken, auch intrans s. v. a. erglänzen, vgl. blicken.

erbosen, v.: böse machen; böse werden. Dafür meist refl. sich e.: böse werden, in Bosheit kommen. Mhd. erbösen ist wie das einfache mhd. bösen, ahd. bõôsôn«schlecht wer- den», auch«Böses tun?; die jetzige Bed. bei Stieler 1691. Für das trans. erbosen wäre eig. erbõsen zu erwarten, das auch bei Schottel S. 630 steht.

erbötig, adj.: sich erbietend. In der frühnhd. Kanzleisprache erbötig, erbütig, ab- geleitet von frühnhd. erbot n.«Anerbietens, daneben auch urbütig(Brant Laiensp. V), abgeleitet von mhd. urbot n.«Anerbieten».

Erbschaft,-schichter, schleicher, s. Erbe.

Erbse, f.(Pl.-n): die Schotenfrucht lat. pisum, sowie die Pflanze selbst. Alternhd. Erbs(Erbse erst bei Frisch 1741), früher noch Erbes, Erbeis(so bei Luther), mit b für ursprüngliches eo aus mhd. arrweiz, ereiz, eruε;, ahd. arauoeiz, arauo f.; dazu and. erit, ndl. eraot, ert, anord. ertr f. Plur., schwed. ärt m., dän. ert. Dazu auch ohne Ableitungs- endung ags. earfe«Erbsey, das wohl direkt aus lat. ervum stammt. Zu lat. ervum n. Hülsenfruchty, gr. épéßivéoc m., öpoßoc m. «Kichererbsey. Es handelt sich dabei um ein uraltes Kulturwort, bei dem aber die An- nahme einer unmittelbaren Entlehnung auf lautliche Bedenken stößt. Vgl. Hoops Wald- bäume S. 464.

Erbsünde, s. Erbe.

Erchtag, s. Dienstag.

Erdapfel usw., s. Erde.

Erde, f.(Pl.-n): der Weltkörper, worauf wir wohnen; die Oberfläche desselben, worauf man wandelt; die von Meer umgebene Ober-

fläche; der Stoff dieser Oberfläche. Mhd. erde, ahd. erda f.; dazu asächs. ertha, ndl. aarde, ags. eoryde, engl. earth, anord. jörd, schwed.-dän. jord, got. airba f. Der Dental ist ableitend; dazu das einfache ahd. ero, anord. jörfi m. Sand, Grass, die zu gr. êpa in épake«zur Erde» stimmen(aber nicht zu lat. aruum Pflugland»). Bei Luther flektiert Erde vielfach schwach, wie noch jetzt in der poetischen Sprache. 4. erden, adj.: aus Erde(Ton) gebrannt. Bei Luther, jetzt nur irden(s. d.). erdig, adj.: Erde ent- haltend. Im 15. Jh. ZUS. Erdapfel, m. (, Pl. Erdäpfel): Knollenfrucht; Kartoffel. Mhd. ertapfel, ahd. erdaphul m. Melone, Gurke», im 16. Jh. von verschiedenen Knollen- wurzeln, die aus der Erde gegraben wurden; im 17. Jh. die Kartoffel(P. J. Becher närr. Weisheit 5, bei Adelung 1774 als meißnisch); jetzt findet sich E. besonders im Süden, in Mitteldeutschland wird Erdbirne oder Grund- birne vorgezogen; ags. eorpœæppel m., sowohl «Gurkey als«Knollenwurzel(Mandragora)». Erdball, m., 1774 bei Adelung als dichterisch. Erdbeben, n.(-s, Pl. wie Sg.): Beben der Erde. Bei Luther, in ältern md. Quellen erthiben n. Dafür gewöhnlich mhd. ertbidem m.(noch jetzt obd.). Daneben mhd. ertbibe, ahd. ertbiba f. und mhd. ertbibunge, ahd. erd- bibunga, ags. eorpbifung f. S. beben und bidmen. Erdbeere, f.: die gewürzhafte, nah an der Erde wachsende Beere, lat. fragum. Mhd. ertber, erdeber, ahd. ertberi n.(s. Beere); da- zu ndl. aardbezie f., schwed.-dän. jordbär. Vgl. Böhtlingk Idg. Forsch. 7, 272. Erd- beschreibung, f., 1561 bei Maaler für Geographie. Erdfloh, m.: ein kleiner, floh- artig springender Käfer. 1546 bei G. Agricola. Erdgalle, f.: 1) Tausendgüldenkraut, wegen der sehr bittern Wurzel(s. Galle ¹), mhd. ertgalle, ahd. ertgalla f., ags. eorpgealla m., engl. earth-gall. 2) ein unfruchtbarer Platz in einem Acker. Erdgeschoß, n.: unterstes Stockwerk eines Hauses. S. Geschofß 2. Noch nicht bei Heynatz 1796(Adelung schlug Erd- bau, Campe u. a. Erdraum für Parterre vor). Erdkreis, m. Bei Luther Erdenkreis. Erd- kunde, f.: Verdeutschung von Geographie. 1774 bei Adelung. Erdnähe, f.: nächster Stand der Sonne, des Mondes zu der Erde. 1716 bei Wolff math. Lex., mit dem Gegen- satz Erdferne. Erdrauch, m.: der Tauben- kropf, fumaria L. Mhd. ertrouch m., auch mnd. ertrôk m. Auch im Griechischen Rauch