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Epilepsie, f.(Pl.-n): Fallsucht. Aus gr.-Jat. epilepsia, gr. ennuwia f.«Anfassen, Anfall, bes. Fallsuchty. Bei Wächtler 1711. 4BI. epiléptisch, adj.: fallsüchtig. Nach gr. Jat. epilepticus, gr. enunnruxoc.
Epilög, m.(-es, Pl.-e): Schlußrede, Nach- wort. Aus gr. lat. epilogus, gr. erikoroc m. «Schluß, Schlußredes, aus emi(s. o.) und Névoc Redey. Im 18. Jh., aber epilogisieren bereits 1581 bei Joh. Nas examen concordiae 417.
episch, adj.: das Heldengedicht betreffend, ihm angehörig. Nach dem gleichbed. gr. Jat. epicus, gr.&micòc, von enoc n.«Wort, Er- zählungy, dann wie gr. Jat. epos«Heldenge- dicht?. Im 18. Jh.
Episöde, f.(Pl.-n): Zwischenhandlung in etwas, Zwischenspiel. Aus dem gleich- bed. franz. épisode m., das auf gr. éreicôdiov n., eig.«von außen hinein Gekommenes, Ein- schiebsel, zwischen den Chorgesängen ein- geschaltete Handlung» beruht, zusammenge- setzt aus eni(s. o.), eic«in und einer Ab- leitung von ôdöc f.«Weg». Im 18. Jh.(Les- sing 3, 95; 1727 bei Hübner Episodlium). 4BL. episödisch, adj., nach dem franz. épisodique. Bei Campe 1813.
Epistel, f.(Pl.-/): Sendschreiben, Brief. Als biblisches Wort bei Luther, schon spät- mhd. epistole f., aus gr.-lat. epistola, gr. eri- croxy f., eig.«Ubersandtes», von gr. emicreh- Xeiv zu-, hinschicken?.
Epöche, f.(Pl.-n): bedeutsamer Zeit- punkt(in E. machen); Zeitabschnitt. Bei Hübner 1727 Epocha. Aus gr.-mlat. epocha; gr. enoxy f., eig.«Anhalten», dann(bedeutsamer) «Haltpunkt in der Zeitrechnungy. Daraus franz. époque f., wonach bei Klopstock 12, 186 und Musäus Volksm. 4, 120 Epoke.
Epopöe, f.(Pl.-n): Heldengedicht. Aus gr. énonolia, eig.«Verfertigung eines Eposy, (roc s. Epos und noiid zu roigiv«machen») dann dieses selbst. Im 18. Jh.(Lessing 5, 56).
Epos, n.(Plur. Epen): Heldengedicht, s. episch.
Eppich, m.(-s, Pl.-e): die auch die Petersilie und den Sellerie umfassende Dol- denpflanzenart, lat. apium, woher das deutsche Wort. Mhd. epfich, ahd. ephih m., daneben ohne die Ableitung ahd. ephi, mhd. epfe, auch eppe, effe m.(jetzt obd. epf, epfich). Schon am Anfang des 16. Jh. wurde das Wort auch für Efeu(s. d.) gebraucht.
Equipãge, f.(Pl.-n); Schiffsbesatzung; Kriegsgepäck; Ausrüstung zur Reise(Schiller
Br. 1, 87); Reisegerät, Kutsche und Pferde. Aus franz. équipage m., von éguiper(s. das Folg.). Im 17. Jh. entlehnt, zunächst in den drei ersten Bedd., doch bei Sperander 1728 auch schon das zur Reise nötige Fuhrwerk und Geräte».— equipieren, v.: ein Schiff ausrüsten oder bemannen; ausrüsten, aus- statten, mit allem Nötigen(zunächst Reise- gerät) versehen. Aus dem gleichbed. franz. éguiper, afranz. esquiper, von franz. esquif, span. Port. esquife, ital. schifo m.«Boot», die auf unser Schiff, nd. skip zurückgehen. 1643 bei Harsdörffer Gesprächsp. 3, 430.
Er, verkürzt aus Herr(bei Luther), in Titel und Anrede, z. B. Glück zu, Er König (2. Sam. 16. 16). Mit Flexion Ern, worauf unser Chren vor Namen(s. Ehre) zurückgeht.
er, sie, es, Pronomen der 3. Pers. Mhd. er, Fem. Siε³, Si, Neutr. ez, ahd. ir, er(fränk. auch her, hé), Fem. siu, Si, Neutr. 13, e;; dazu asächs. hé, hie, Fem. Siu, Neutr. it, ndl. hij, zν, het, afries. hi, he, hiu, hit, ags. hé, hëo, hit, engl. he, she, it, anord. hann, Fem. hon, hun(Neutr. fehlend), schwed. M. han, P. hon, dän. han, hun, got. is, si, ita. In er, es liegt die Wurzel à zugrunde, die auch in dem verwandten lat. is, ea, id, lit. Jis, abg. Ji, aind. N. id-ãm erscheint; sie geht auf eine andre Wurzel zurück, gr. αdiey(aus *§6), aind. Sjc, apers. 7¹ã«siey. Schon mhd. auch substantiviert der er. Der Nom. Sing. er in der Anrede kam(mit dem F. Sie) im 17. Jh. durch Einfluß der französischen und italie- nischen Gesellschafts- und Höflichkeitssprache auf und zwar in Vertretung von Herr oder einer andern männlichen Benennung, sinkt aber im Lauf des 18. Jh. zur Anrede an eine Person geringen Standes herab, indem der Plur Sie als ehrende Anrede an eine Person von Stand dafür eintrat.
ter-, unbetonte, untrennbare Partikel, in Zusammensetzungen von Verben, woraus dann Substantiva usw. abgeleitet werden können. Sie hat den Grundbegriff chervor, ausy, woraus sich die Bed. des cherauf, auf», z. B. erbauen, erzwecken, des«Beginnens und Werdens», z. B. erblassen, erblinden, des«wieder?, z. B. er- innern, ersetzen, des æzu sich her», z. B. er- borgen entwickeln, sowie die Bezeichnung des Beginnes der auf einen Gegenstand hin er- gehenden Handlung, z. B. ergreifen, erzeigen, und endlich die Fähigkeit, transitiven Begriff zu bewirken oder doch hervorzuheben, und das momentane Eintreten der Handlung an-
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