Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
447-448
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447 enthaupten

entrinnen 448

halten wovon, den Gebrauch wovon unter- lassen(auch schon mhd.). 4BL. ent- haltsam, adj. u. adv., nach der letzten Bed. von sich e. Erst bei Steinbach 1734. Davon Enthaltsumkeit, f., 1774 bei Adelung als neu.

enthaupten, v.: durch Abschlagen des Hauptes töten. Mhd. enthoubeten, daneben auch behoubeten und bloß houbeten, ahd. koubitõn. Davon Enthauptung, f., im 15. Jh. bei Diefenb. gl. 91 enthouptung.

Enthusiäsmus, m.: Begeisterung, Hoch- gefühl, Geistesrausch. Aus dem gr. evéou- ciccuòc m. Begeisterung», von évboucidzetv cein Gottbegeisterter(évgeoc) sein». Bei Luther«Schwärmerei». Enthusiäst, m.(-en, Pl.-en). Aus gr. evéoucickijc m. Bei Luther «Schwarmgeist). 4B L. enthusiästisch, adj. Nach dem gr. neulat. enthusidsticus, gr. eévoovcicrixc.

entlang, adv. u. präp.: nach der Länge, der Länge nach. Als Präp. zunächst dem regierten Substantiv nach-, dann auch vor- gestellt. Auch bei Zeitbezeichnungen, z. B. manchen zu jugendlichen Tag e.(Goethe 7, 154); vereinzelt mit dem Gen., z. B. entlang des Waldgebirges(Schiller Braut v. M. l, 7). Zuerst bei Frisch 1741, der das Wort für niedersächs. erklärt und endlang schreibt; nach Adelung 1793 und Heynatz 1796 nur im gemeinen Leben üblich. Es ist das mnd. endlang, asächs. andlang, afries. ondlenge, ags. andlang, ondlong, engl. along, anord. aber endilangr, endlangr, eig. als Adj. centgegen- reichend, entgegengewendets, aus ent-(s. d.) und lang, das zu gelingen gehört. Vgl. Sievers Festgruß an Böhtlingk S. 110. Wie afries. ondlenge, ags. ondlong, engl. along ist auch das durch adverbialisches s erweiterte mnd. entlanges als Präp. verwendet; daneben mit angetretenem t(gleichsam superlativisch) ent- langest, daher zuweilen nhd. entlängst.

entlarven, v.: der Larve, d. h. Maske, benehmen. Bei Krämer 1678, in übertragenem Sinne im 18. Jh.

entlassen, v.: von sich weg-, fortlassen; von Bindendem, Verpffichtendem usw. frei- geben, z. B. aus dem Dienste entlassen, oft mit Gen. der Sache(bei Krämer 1678, Lessing 2, 288). Refl. sich e.(mit(ien.): sich wovon freimachen(Lessing Lackoon 199). Mhd. entlãzen, entlãn ist«fahren lassen, loslassen, lösen». S. auch Antlaß. 4BL. Entlassung, f.(Schiller Kab. 3, 2).

entlegen, adj.: in weiter Ferne gelegen, weit abgelegen, eig. Part. Prät. von entliegen, mhd. entligen«nieder liegens, in md. Quellen auch«fern liegen».

entlehnen, v.: auf Wiedergabe nehmen; (bildl., z. B. von Schriftstellern) nicht als sein Eigen anführen. Mhd. entléhenen, ahd. intléhanòn, ndl. ontleenen. Zu leihen(s. d.).

entleiben, v.: des Lebens(vgl. Leib) berauben, töten. Mhd. entliben.

entleihen, v.: auf Wiedergabe nehmen. Mhd. entlihen hat auch die Bed.«auf Wieder- gabe dargeben», ahd. intléhan nur diese Bed.

entloben, v.: die Verlobung aufheben. 4B L. Entlobung, f. Beides junge Bil- dungen, die die Wörterbücher nicht ver- zeichnen.

entmannen, v.: der Mannheit berauben, gänzlich schwächen. Bei Krämer 1678, mhd. entmannen ist«der Mannschaft beraubeny.

entnehmen, v.: wegnehmen, mhd. ent- nemen, ahd. intneman entgegen, zu sich nehmen»(mhd. Geld aufnehmen, leihen);(mit Akk. der Person) entledigen(bei Luther); erschließen, erkennen(von Adelung 1774 noch als selten bezeichnet).

Entoutcas(Sspr. dtuxã), m.(Pl. mit ge- sprochenem s): Schirm gegen Regen und Sonne. Aus franz. en tout cas cin jedem Fally. In der neuern Sprache.

entpuppen, refl. v.: aus der Puppe (Schmetterlingslarve) hervorgehen. Bei Campe 1807, in übertragner Bed.«sich als den zeigen, der man eigentlich ist erst in der neuern Sprache.

entraten, v.: entbehren, nicht haben. Mhd. zuweilen enträten(häufiger seit dem 16. Jh.), öfter geräten«Mangel habens(auch rãt hũn eines Dinges, wo rãt«Abhilfe, Be- freiung, Unterlassung, Entbehrung).

Entrée, n.(Pl.-s): Eintrittsgeld; Vor- zimmer; Vorspeise. Aus franz. entrée f. von enkrer v.«eintreteny, das dem lat. inträre ceintreteny entstammt. Im 17. Jahrh.

entrichten, v.:(fülliges Geld) bezahlen. Im 16. Jh.; mhd. entkrihten, ahd. intrihten dagegen ist«in rechte Ordnung bringen, schlichten, entscheiden»(so noch bei Luther), daneben mhd. auch«vom rechten Wege ab- bringen.

entrinnen, v.: entfliehen. Mhd. entrinnen, ahd. intrinnan, zusammenges. mit einem als einfaches Verbum nicht erhaltenen frinnen, ahd. krinnan, s. trennen.