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entdecken, v.: unbedeckt machen;(bild- lich) Unbekanntes zur Kenntnis bringen. Mhd. endecken, entecken, ahd. intdecchan«der Decke benehmen, aufdecken, offenbaren); dazu ndl. onddelken. 4BL. Entdeckung, f. Im 14. Jh. inkteckunge f. Offenbarungy.
Ente, f.(Pl.-n): der bekannte Wasser- vogel; Zeitungslüge. Mhd. ant(Gen. ente), auch schon ente, ahd. anut, anit(Plur. enti) f.; dazu ndl. eend, ags. ened, anord. önd(um- gelautet aus*anud), schwed.-dün. and f. Verwandt ist gr. vicco(aus*nãtjGã), lat. anas (Gen. anatis), aind. ãtig, lit. ãntis, abg. qti f. Entes. Die Bed. Lüge, Zeitungslüge» geht bis ins 15. Jh. zurück, wo die Redensart von blauen Enten reden(auch von blauen Gänsen) im Sinne von«von Fabelhaftem, Prlogenem erzählens üblich war. Schon bei H. von Sachsenheim Mörin 2197 ein Entemär, Tempel 757 ein Entenmär clügen- hafte Geschichtes, auch bei Murner Schelm. 1, 1 von blauven Enten predigen. Ahnlich gebrauchen die Franzosen un canard. 4BL. Enterich, m.(-S, Pl.-e): die männliche Ente. Dafür mhd. antreche m.(noch 1540 bei Alberus Dict. y 4 antrech), ahd. antrehho, antrahho m., zusammenges. aus ant Ente» und einem urspr. selbständigen Worte, das im Nd. drake, engl. dralce«Enterich» lautet (schwäb. trech scheint erst aus antrech her- vorgegangen zu sein). Die Zusammensetzung lautet im Mnd. und Mndl. antdrake m., ent- sprechend auch in hd. Mundarten(wetter.) andrach und endedrach. Bei Stieler 1691 Entrech. Im Nhd. hat Anlehnung an die Bildungen mit-rich stattgefunden, schon spätmhd. kommt antreich, entreich vor. S. Täuberich. Alternhd. war auch Antwogel, mhd. antuvogel m., aber bloß von der zahmen Ente üblich. S. auch Erpel.
enteignen: durch ein öffentliches Ver- fahren des Eigentums benehmen. 1807 bei Campe als neu und dichterisch, sowie als Ver- deutschung von expropriieren vorgeschlagen.
entern, v.:(ein Schiff) feindlich mit Haken heranziehen, um es zu ersteigen und zu nehmen. Aus dem gleichbed. nd. entern, ndl. enteren, engl. enter, die auf das aus lat. intrãre gewordene span. entrar chineingehen, einfallen, einnehmen» usw. zurückgehen. Bei Stieler Zeitungslust 1695. ZUS. Enter- haken, m., bei Ludwig 1716.
entfachen, v.: entflammen. Neugebildetes Wort, s. anfachen.
entfalten, v.: aus den Falten, auseinander legen; entwickeln. Frühnhd. In übertragner Bed. erst bei Adelung 1774.
entfernen, v.: machen, das etwas fern wird, Refl. sich e.: sich zur Ferne begeben, sich wovon ab-, wegwenden. Mhd. entverren, in md. Quellen auch entvernen. 4BL. Ent- fernung, f., bei Krämer 1678.
entgegen, adv. u. präp.: in der Richtung hin oder her zu—: gegenüber; feindlich in der Richtung oder in Beziehung zu—; im Verhältnis zu—. Als Adv. dann auch in Zusammensetzungen verwendet. Bei Luther entgegen, sonst in md. Quellen auch(mit Assimilation des f) enkegen, wobei ent für früheres en, d. i. abgeschwächtes in, wie in entznwei(s. d. und empor) eingetreten ist. Mhd. engegen, ahd. ingagan, ingegin als Präp., aber mhd. engegene, ahd. ingagani, ingegini als Adv.; dazu asächs. angegin, ags. ongéch, engl. again, weiter gebildet against, anord. 7 gegn, schwed. igen, dän. igjen, s. gegen.
entgegnen, v.: entgegen kommen, insbes. begegnen,(mhd. engegenen, ahd. ingaganen), noch bei Goethe Epimenides 17, Pandora 695; sich gegenüberbefinden(Goethe 27, 270); widerstehen(Goethe Elp. 2, 2); Worte an jemand richten(Schiller 11, 284); dagegen sagen, antworten(bei Campe 1807). 4BL. Entgegnung, f., bei Campe.
entgeistern, v.: des Geistes, der Be- sinnung berauben. Bei Stieler 1691. Mhd. dafür engeisten.
Entgelt, n. Spätmhd. in ön engelt«oüne Kosteny. Das Wort ist urspr. Mask., das Neutr.(nach Geld) schon bei Ludwig 1716. Vgl. unentgeltlich. Von entgelten, v.: als Schuld und Nachteil tragen. Mhd. engelten, ahd. intgeltan; dazu and. and-, indgeldan cent- gelten». Bei entgelten lassen steht der Akk. der Person und gewöhnlich auch Akk. der Sache(auch mit Dat. der Person und Akk. der Sache, z. B. Lessing 1, 537), wäührend mhd. engelten län Akk. der Person und Gen. der Sache bei sich hat.
enthalten, v.: Halt gewähren, aufrecht- halten, stützen(bei Luther, mhd. enthalten «Aufenthalt, Bewirtung usw. gewähren); zurückhalten wovon(Luther Weish. 1, I1, auch mhd.); in sich halten(erst bei Ludwig 1716). Refl. sich e.: sich aufhalten(im 18. Jh. veraltet, doch noch bei Wieland), mhd.«sich aufhalten, behauptens, vgl. Aufenthalt; sich nähren von—(2. Makk. 5, 27); sich zurück-


