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entbrennen 444
W. Schulze KZ. 40, 408, Hirt Idg. Forsch. 22, 84. 4AB L. Enkelin, f., bei Ludwig 1716.
Enkläve, f.(Pl.„n): von fremdem Ge- biet umschlossenes Land. Das gleichbed. franz. enclave f., eig.«eingenageltes»(en, lat. in, clawe zu lat. cläãvus m. Nagel»). Erst im 19. Jh.
ennuyieren, v.: langweilen, belästigen. Aus gleichbed. franz. ennuyer, das auf ein volkslat. inodicre, zusammengesetzt aus in und einer Ableitung von odium n. Haß, Abscheuy zurückgeht. Im 18. Jh. Verdeut- schungsversuche bei Campe 1813.
enõrm, adj. u. adv.: ungemein, über- mäßig. Aus franz. énorme«ungeheuery, das auf lat. 5normis«unregelmäßig, unverhältnis- mäßig großy(ẽ, ex«ausy, normis von norma f. „Winkelmaß, Richtschnur, Regel») beruht. Bei Sperander 1728, aber Enormität f. be- reits 1699 von Gombert 8, 19 nachgewiesen.
Enquéte, f.(Pl.-n): Untersuchung, Er- mittlung. Aus gleichbed. franz. enquéte f. Neuere Entlehnung.
ent- Vorsilbe, mit der Grundbedeutung cgegeny. Danach bezeichnet ent in vielen Verben das Werden, Hervorkommen eines neuen Zustandes, z. B. entbluhen, entsprießen, sowie das Versetzen in einen solchen, z. B. enthrennen, entzünden, anderseits in einer noch größern Anzahl von Verben das Aus- treten aus dem alten Zustand(«wegy, ent- Kommen, entweichen, entgleiten, entaachsen, entführen) und gewinnt so beraubende(pri- vative) Bed., z. B. entarten, entdeckeen, ent- fesseln, enthaupten in Verben, die oft vom Substantiv aus gebildet sind. Vor Labialen geht einigemal ent- in emp- über, s. enapören, enpfangen, empfehlen, empfinden. Den Sub- stantiven, in denen die Vorsilbe ent- erscheint, liegen Verba gleicher Zusammensetzung zu- grunde, während bei ursprünglicher Zu- sammensetzung mit Substantiven noch die ungeschwächte Form amt-(s. d.) sich erhielt. Mhd. ent-, gewöhnlich gekürzt en-, ahd. ant-, int-, gekürzt in-, unt-; dazu asächs. and-, ant-, ndl. ont-, ags. on(aus ond-, and-), anord. and-, got. and-, vor Substantiven auch anda-. Als selbständiges Wort erscheint die Vorsilbe in der got. Präp. and«worauf hin, entlang, entgegen», asächs. and«bis». Uber die Urverwandtschaft s. ank-. Z. T. liegt dem heutigen ent aber auch die Vorsilbe in zugrunde, namentlich bei den Verben der zweiten Klasse, wie entbrennen.
entäußern, v.: von sich geben, meist refl. sich e. Spätmhd. entiuzern, daneben entiugen, entuzenen, s. ãußtern.
entbehren, v.: nicht haben und es ver- missen; ermangeln. Urspr. mit Gen.(noch bei Goethe 50, 220), später auch mit Akk.(schon bei Luther 6, 16 b Jen.). Bei Luther entberen, auch mit Assimilation(Sir. 38, 36) emperen, bei Stieler 1691 entbären, sonst im 17. Jh. e. Mhd. enbern, ahd. inberan«ermangeln», mit starker Flexion, die auch älternhd. noch vor- kommt; dazu mnd. entberen, ndl. ontberen, (entlehnt) schwed. undvara, dän. undvüäre. Das Wort gehört wohl zu ahd. beran«tragen,- und bedeutet ursprünglich«nicht tragen», andre denken an Zusammenhang mit har, s. d. 4L. entbehrlich, adj. Bei Stieler 1691 entbärlich. Entbehrung, f. Bei Stieler 1691 Entbärung.
entbinden, v.: losbinden, von einem Bande freimachen(insbesondre durch die Geburt, bei Luther Hauspost. 221 a, bei Mone Ztschr. 8, 55 vom J. 1379 e dius frouo von ir arbait enbunden wirt). Mhd. enbinden, en- pinden, ahd. intbintan, got. andbindan. 4 B Entbindung, f. Frühnhd. Freisprechung von Sünden. 1741 bei Frisch Gebären.
entblöden, v.: der Blödigkeit benehmen, in Beherztsein versetzen. Meist refl. sich e.: sich außer Blödigkeit setzen, sich getrauen, sich erkühnen. Im 17. Jh.(Harsdörfer Gesprächssp. 2, 105), daneben in gleicher Bed. sich nicht e., in welchem sich e. kaum in der Bed.«in Blödigkeit geraten, blöde seiny», genommen werden darf, vielmehr nicht als Zusatz anzusehen ist. Ludwig 1716 hat sich nicht e., während Steinbach 1734 und Frisch 1741 Sich e. verlangen, das auch von Wieland, z. B. Amadis 2, 171, gebraucht wird.
entbrechen, v.: hervorbrechen. Mhd. enbrechen. Meist refl. sich e.«sich wovon losmachen oder zurückhalten», jetzt nur ne- giert sich nicht e.(Lessing 1, 350)«sich nicht enthalteny». Mhd. sich enbrechen.
entbrennen, v.: 1) trans. in Brand setzen, zum Brennen bringen, 2) intrans. in Brand kommen, eigentlich wie bildlich. Mhd. en- brennen, ahd. intbrennan, nur in der trans. Bed., während in der intrans. das stark flektierende mhd. enbrinnen, ahd. intbrinnan steht, das auch noch im 16., 17. Jh. obd. als entbrinnen vorkommt(bei Goethe ew. Jude 166 noch das Part. Prät. entbronnen). S. brennen.


