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Enkel 442²
bei Pfolsprundt 11 antify, 1546 bei Bock 102 b Endivwie.
Energjſe, f.: Tatkraft. Aus franz. énergie, von gr. evépyeio f.«Tatkraft). Im 18. Jh. entlehnt(Wieland 21, 331). 4L.enérgisch, adj.: tatkräftig, durchgreifend. Nach franz. énergique. Nach der Mitte des 18. Jh.
eng, früher auch enge, adj. u. adv.: wenig Raum bietend. Mhd. enge, ahd. engi, angi; dazu asächs. engi, ndl. eng, ags. enge, ange, anord. öngr, got. aggewus. In der Wurzel übereinstimmend mit lat. angustus geng», angére«zusammendrückeny, gr. ãrNery«zu- schnüren», aind. qhüs engy, aw. qzah n. «Bedrängnisy, abg. qæukcu«eng», vgl. Angst. 4BL. Enge, f., mhd. enge, ahd. engi f. engen, v., mhd.-ahd. engen, got. aggijan (in gaaggiujan). engern, v.: enger machen (5. Mos. 27, 17). Von dem Komparativ ge- bildet. ZUS. Engbrüstigkeit, f., 1541 bei Frisius 504 b.
engagieren(spr. agaatren), v.: verbind- lich machen; anwerben; in Sold und Dienst nehmen. Aus franz. engager, eig.«verpfän- den),(davon engagement m., woraus Enga- gemént n.) zusammenges. aus en ciny, und dem von gage m. abgeleiteten afranz. gager «pfänden». Beide 1694 bei Nehring.
Engel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Gott oder dem Teufel dienstbarer Geist. Mhd. engel, ahd. engil, angil m.; dazu asächs. engil, ndl. und ags. engel, engl. angel, anord. engill, got. aggilus m. Entlehnt aus gr.-lat. angelus, gr. G ekxoc m.«Bote, Gesandter». 43L. eng- lisch, adj., mhd. engelisch, nach gr. Jat. an- gelicus. ZDS. Engelmacherin, f.: Weib, das neugeborne Kinder in Pflege nimmt, um sie langsam verkommen zu lassen(zu Engeln zu machen). Im 19. Jh. Engelsverstand, m.: äußerst heller, durchdringender Verstand. Bei Campe 1807.
Engelsüß, n.: eine Farrnkrautart mit sehr süßer Wurzel, polypodium. Spätmhd. engelsieze n.; dazu ndl. engelzoet n., dän. engelsõd. Der Name wohl, weil die süße Wurzel als Mittel gegen Schlaganfall im Volksglauben von den Engeln gegeben schien.
engen, s. eng.
Engerling, m.(-s, Pl.-e): Maikäferraupe; Hautmade, die Larve der Viehbremse(oestrus bovis). Mhd. engerinc, auch bereits mit ein- getretenem! engerlinc, ahd. engirine m.«Korn- made», abgeleitet von dem gleichbed. ahd. angar, angari, mhd. anger, enger m., noch
jetzt alem. enger(neben engerig etc.). Viel-
leicht zu poln. 2dᷣν«Schweinfinnen», lit.
ankstiras Pl.«Finnen, Engerlingey. engern, s. eng.
England, gekürzt aus Engelland(Schiller Maria St. 1, 7), mhd. Engellant, ahd. Engillant, ags. Engla land, d. i. von den Angeln(ags. Angle, Engle) bewohntes Land. 4L. Eng- länder, m., auch noch Engelländer(Schiller Jungfrau v. O. 2, 1. 3, 10), mhd. Engellender. engländisch, adj.(engelländsch bei Schiller J. v. O. 1, 5 u. ö.), wofür üblich englisch, schon mhd. englisch.
Englischleder, n.(-s): starkes Baum- wollgewebe. 1834 belegt.
enhinder(Luther 2. Mos. 3, 1), abge- schwächt aus mhd. hinhinder urück, rück- würtsy.
Enke, m.(-n, Pl.-n); unter dem Groß- knecht stehender Vieh- oder Ackerknecht. Mhd. enke, ahd. encho m. In Mittel- und Norddeutschland noch üblich. Verwandtschaft mit lat. anculus«Dienery, ancilla«Magdy ist unwahrscheinlich, da jenes zu gr. âuoꝓιποεοo «Diener» gehört, auch stimmt die Lautver- schiebung nicht. Formell mit ahd. anihho cavusy übereinstimmend, doch besteht kaum ein Zusammenhang.
1 Enkel, m.(-S, Pl. wie Sg.): Fußknöchel. Mhd. enkel m., ahd. enchil, anchal m. und enchila, anchala f., ferner weitergebildet an- chläo; dazu mnd.-ndl. enkel m. und weiter- gebildet enklauzy m., wie auch afries. onxlef n. und ags. ancléo f., engl. ankle, anord. öklcla n., schwed.-dän. ankel. Zu ahd. encha f.«Schenkel, Schienbein, Knöchel» und ancha f.«Nacken»(s. Anke) und weiter mit Wechsel von g und gh zu gr. övus, lat. unguis m. &Nagel», lit. nagà«Huf, abg. noga f.«Fußo, aind. dõam n. Glied, Körpery. uοgalis f. «Finger, Zehey.
2 Enkel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Kindeskind. Alternhd. auch Enickel(Enicklein), mhd. enilcel, mit Ausfall des zweiten* aus enenktel, eninkel, spätahd. eninchli n., das in ähnlicher Weise wie ahd. Iewwinchilt n.«Löwchen» von leuο LLöwe? und huonichlin n. Hinkel»(s. d.), von huon«Huhny, zweifache Diminutivbildung von ahd. ano m. Großvater»(s. Ahn) ist und so urspr.«kleiner Großvatery bedeuten wird. Entsprechend gebildet ist lat. auunculas m. Oheimy, zu awus m.«Großvatery. Ver- wandt sind noch lit. anzkas(aus dem Slavi- schen) m., abg. vänalcii m. Enkel». Vgl.


