439 Empirie
Endivie 440
Empirie, f. Erfahrung, Erfahrungswissen. Aus gr. eureipic f.«Erfahrungy. Im 18. Jh. empirisch, adj.: erfahrungsgemäß. Nach Campe bei Moritz. Nach gr. euneipixoc, von diesem auch Empiriker, m.(-s, Pl. wie Sg.): Erfahrungsarat, einer, dessen Wissen und Han- deln auf Erfahrung beruht. 1710 bei Nehring enpiricus«ein Marktschreyer, Storgery(von Kurpfuschern).
empor, adv.: in die Höhe, zur Höhe. Bei Luther, aus dem sonst im ältern Nhd. häufigen entbor. Mhd. enbor, enbore, ab- geschwächt aus ahd. in bor, in bore cin der Höhe, in die Höhe», einer Verbindung der Präpos. in mit dem Akk. und Dat. von mhd.-ahd. bor f.«Höhe, oberer Raum?, das mit mhd. bürn, ahd. barian erheben» wohl zu ahd. beran«tragen» gehört. Vgl. Borkirche.
Empöre, f.(Pl.-n): erhöhter Raum, namentlich in der Kirche. Erst bei Campe 1807, wohl abgekürzt aus Emporkirche, s. Borkirche und empor.
empören, v.: erheben; aufbringen im Gemüte. Refl. sich e.: sich erheben, bes. feindlich gegen Obere. Mhd. enbœren, urspr. entbœren, zusammenges. aus ent-, gekürzt en-, und einem von mhd. bör m. Trotz, Wider- setzlichkeity abgeleiteten bæren, das auch in spätahd. anebõren aufstehen wider—, sich findet, und mit mhd. bor«Höhey(s. empor) in Ablaut steht. 4BL. Empörer, m.(-s, Pl. wie Sg.), bei Henisch 1616. Empörung, f., bei Luther.
Emporkömmling, m.(-S, Pl.-e): eine in den 80er Jahren des 18. Jh. geprägte Verdeutschung des gleichbed. franz. parvenu, und seit dieser Zeit als Schlagwort beliebt. Vgl. Ladendorf.
Emse, s. Ameise.
emsig, adj u. adv.: beharrlich, ununter- brochen tätig. Mit s für S(ältermhd., auch zuweilen bei Luther noch emßig) aus mhd. emezzic, emzic, ahd. emezzig, emazig, emizzig, amzigefleißig, fortwährend, ununterbrocher, das zurückgeht auf das Adj. ahd. emiz, emaz, mhd. emez(in dem Adv. emezliche, emezlichen) cbeständig, immerwährend». Von Kluge ZfdW. 7, 170 zu lat. amdre clieben» gestellt unter Hinweis auf die Bedeutungsentwicklung von lat. däligens, Rligenter. Eher zu anord. ma belustigen, bemühen», aind. ämiti«dringt an, bedrüngt, versichert eindringlich», aind. amdas, aw. a- m.«Kraft, Stärke, Machty, wozu dann auch lat. andre gehören kann.
Zusammenhang mit Ameise besteht nicht. 4B. Emsigkeit, f., spätmhd. emzicheit f.
Ende, n.(-S, Pl.-n): das Letzte von etwas, in Raum oder Zeit; Zacke am Hirsch- geweih; Letztes einer Erstrebung. Mhd. ende, ahd. enti m. n.; dazu asächs. endi m., ndl. eindle n., ags. endde m., engl. end, anord. endir, enchli m., schwed. dnde m. und ända f., dän. ende, got. andeis m. Verwandt ist aind. antas m., antam n.«Endeꝰ, vgl. antjas«der Letzte?, gr. dvrioc«gegenüberbefindlich», lat. antiae «Haare in der Stirn», ir. Et«Ende, Spitze?, étan«Stirn). Der Plur. lautet älternhd. Ende, seit dem 17. Jh. Enden(Fleming Ged. 664, bei Stieler 1691 Tuchenden). 4 B L. enden, v. Mhd. enden, ahd. enteon, entõn; dazu asächs. endiön, endön, ndl. einden, ags. endian, anord. enda, schwed. ända, dän. ende. — Ender, m., in Sechs-, Acht- usw.-ender. Bei Stieler 1691. endigen, v. In Glossaren des 15. Jh., abgeleitet von spätmhd. endec «zu Ende kommend». endlich, adj.: am Ende kommend; endgültig; ein Ende habend. Das Adv. endlich: am Ende, zuletzt; nach durchgeharrter Zeit. Mhd. endelich, ahd. entlih,(in unentlêh), s. auch endelich. End- schaft, f., spätmhd. endeschaft f. Endung, f. Spätmhd. endung ist«Beendigungy; in die Grammatik hat Schottel den Ausdruck ein- geführt. ZUS. endgültig, adj.: zuletzt gültig bleibend. Neues Wort, bei Campe 1807 noch nicht verzeichnet. endlos, adj. u. adv., mhd. endelbs. Endschluß, m.: Endurteil, 1670 bei Zesen Assenat 164, mit andrer Schreibung bereits 1626 in Stettlers Schweizer- chronik 1, 398 b Entschluß. Endzweck, m.: letzter Zweck, zu Anfang des 17. Jh. bei Joh. Arndt wahr. Christenthum(s. Gombert 8, 19).
endelich, adj. u. adv.: zum Ende strebend und eilend, ohne Säumen. Bei Luther(Spr. Sal. 21, 5 und Luk. 1, 39), später veraltet, aber von Goethe Faust 10067(endlich vor- geschritten!) wieder angewandt. Eig. iden- tisch mit endlich(s. Ende), mhd. endelich zum Ende strebend, eilig, eifrig, tüchtigy.
Endivie, f.(Pl.-n): zu Salat dienende Züchorienart. Aus ital.-span.-port.-mlat. en- divia f., von einem lat. intibea, dem Fem. eines von lat. intibas, intybas, intubus Oi- choriey abgeleiteten Adj. intibeus. Mnd. andivien, endivien(Regel Arzneibuch S. 8), seit dem 15. Jh. auch im Hd. nachzuweisen, z. B. um 1400 enduvie Diefenb. gl. 202 ², 1460


