Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
437-438
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437 emigrieren

Emphase 438

emigrieren, v.: auswandern. Aus dem gleichbed. lat. migräre. Bei Roth 1791. Emigränt, m.(-en, Pl.-en): Vaterlands- flüchtiger. Aus dem Part. Praes. lat. Smigrans (Gen. emigrantis). Bei Heynatz 1775.

Emil, Mannsname, aus franz. Emile, dies aus dem lat. Namen Aemilius, aus dessen Fem. Aemilia der franz. Frauenname Emiilie, woraus bei uns Emilie.

Eminénz, f.: Erhabenheit, als Titel bei Kardinälen usw. Aus lat. éminentid f., von éminére«hervorrageny. Schon 1617 im Teut- schen Michel 49.

Emir, m.(-S, Pl.-e): arabischer Fürst. Das arabische emir,(amir)«Befehlshabery, von amara cbefehlen. Bei Sperander u. Apinus 1728.

Emissär, m.(-, Pl.-e): Geheimbote, Kundschafter. Aus franz. émissaire, von lat. émissãrius m., eig.«Ausgeschicktery. Bei Sperander 1728 noch Emissaire. Emissiön, f.(Pl.-en): Ausgabe von Wertpapieren. Aus franz. émlssion f. und dies aus lat. émissio f. «das Heraussenden», abgeleitet von à aus» und missio von mittere«sendeny. Neuere Entlehnung.

Emma, Frauenname. Ahd. Emma; wie Imma assimiliert aus Erma, Irma, der Kose- form zu den mit Irm- gebildeten Namen (Irmgard, Irmtrud).

Emmerling, veraltete Schreibung für Ammerling, s. Ammer.

empfahen, s. empfangen.

Empfang, m.(-es). Mhd. enpfanc, ge- wöhnlich anpfanc, antvanc, ahd. antfanc m. Von empfangen, v.(Praet. empfing, Part. empfangen): entgegennehmen, an sich nehmen, in sich ein oder aufnehmen. Mhd. dafür enpfähen, enpfän, mit Assimilation aus ent- fähen, entfän(Prät. enpfilenc, enpfie, Part. enpfangen), ahd. intfãähan; dazu asächs. ant- fãhan, ndl. ontfangen, ags. onfon. Alternhd. im Präs. empfahen, empfahn, was sich als poetische Form erhalten hat(oft bei Klopstock, Wieland, Goethe, Platen, Uhland, Rückert); die Form empfangen stammt aus dem Nd.(schon mnd. entvangen neben entvän) und kommt vereinzelt bereits bei Luther vor. Vgl. fangen. 4BL. Empfänger, m.(-s, Pl. wie Sg.). Dafür mhd. enpfähære m. empfänglich, adj., mhd. enpfenclich, früher anpfanclich, ahd. ankfanclih. Davon Empfänglichkeit, mhd. enpfenclicheit f. Empfängnis, f., mhd. enpfencnisse, ahd. intfancnissa f.«Entgegen- nahme». Die jetzige Bed. bei Luther.

Empfehl, m.(-es, Pl.-e). Im 18. Jh. aus dem Obd. aufkommend(schon bei N. v. Wyle 232, 9. 274, 2 enpfelch). Von empfehlen, v. (Prät. empfahl, Konj. empföhle, Part. empfohlen): zu Sorge, Gunst oder Geneigtheit über- oder dargeben. Mhd. enpfelhen, mit Assimilation aus entfelhen, md. auch enpfelen, zusammenges. aus ent und felhen, ahd. felahan(s. Befehl), urspr. also s. v. a. zur Bewahrung(Verbergung) dargeben, zur Besorgung übergeben; dazu mnd. entfelen«übertrageny. Das Prät. lautet mhd. empfalch, Plur. empfulhen(auch empfälhen), Konj. empfiälhe, danach nhd. empföhle, und auch im Indik. früher empfohl(Lessing 6, 1, Schiller 7, 56). 4BL. Empfehlung, f., spätmhd. enpfelhung f.

empfinden, v.(Prät. empfand, Part. empfunden): mittels der Nerven wahrnehmen; Gefühl wofür haben. Mhd. enpfinden, mit Assimilation aus entfinden, ahd. intfindan; dazu asächs. antfidan, antfindan, ags. onfindan. 4BL. empfindbar, adj.: sich empfinden lassend;(früher auch) empfindend, empfindsam. In 18. Jh.(Lessing 3, 337). empfindeln, v.: in kleinlicher Weise, übertrieben empfindsam sein. Bei Adelung 1774. Davon Empfindelei, f. empfindlich, adj.: zu empfinden fähig, mhd. enpfintlich, ahd.(bei Notker) inphintlich «der Empfindung leicht zugänglich; zu übler Empfindung geneigt(bei Stieler 1691); an- greifend auf die Empfindung wirkend»(bei Frisch 1741). Davon Empfindlichtkeit, f. Mhd. enphintlicheit f.«Wahrnehmung». Emp- findnis, f.: Empfindung(frühnhd.); angrei- fende, auf den Körper wirkende Seelenbe- wegung(Schiller Räuber 2, 1). empfindsam, adj.: zartfühlend, überzärtlich empfindend, sentimental, um die Mitte des 18. Jh. auf- gekommen, schon vor Bodes Ubersetzung von Yoricks empfindsamer Reise? 1768, in einem 1771 gedruckten Briefe der Frau Gottsched aus dem J. 1757 und öfter in der 1762 zu Leipzig bei Weidmanns Erben er- schienenen Landbibliothek. Davon Empfind- samkeit, f., öfter 1762 in der Landbibliothek (s. Gombert 8, 16 fg.). Empfindung, f. Spätmhd. inphindunge f. Erfahrungy.

Emphäse, f.(Pl.-n): Nachdruck im Reden, Gewicht des Ausdrucks. Aus lat. emphasis, gr. Eüugocic f.«Schein, Verdeut- lichung, Nachdruck». Bei Sperander 1728 noch in der lat. Form. emphätisch, adj. Nach gr. éuqorixöc«veranschaulichend, nach- drucksvoll. 1700 bei Zeidler Sieben Teufel 105.

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