Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
393-394
Einzelbild herunterladen

393 duplieren

Durchlaucht 394

duplieren, v.: verdoppeln. Aus dem gleichbed. lat. dupläãre. 1478 bei Nicl. v. Wyle 349, 20. Dazu Duplik, f.(Pl.-en): die Entgegnung des Beklagten auf die Replik des Klägers. Aus franz. gleichbed. dupligue f., einer Ableitung von dupliquer, das aus lat. duplicdre«verdoppeln» stammt. 1710 bei Nehring noch in franz. Form. Duplikät, n. (, Pl.-e): Abschrift eines Schriftstücks. 1728 bei Apinus duplicata. Duplum, n. (s, Pl. Dapla): das Doppelte. Aus gleichbed. lat. duplum. Davon in duplo: doppelt. Beides 1728 bei Apinus.

Dur, s. Moll.

durch, adv. sowie präp. mit Akk.: So, daß Trennung da ist: in hin und aus (z. B. er geht durch die Tur= in die Tür hin und aus ihr); von einem Ende bis zum andern hin; auf Ursache oder Wirkung von. Mhd. durch, dur, ahd. daruh, darah durh; dazu asächs. tharh, ndl. door, deur, ags. Purh, engl. through und thorough durchausy, da- neben mit anderm Ablaut got. airh, dem ahd. dérh durchbohrt(vgl. derha«Offnung) entspricht. Wegen der Bed. ist noch got. Pairkõ f.«Loch, Ohr und ahd. durhil, mhd. diirhel, dürkel«durchlöcherty heranzuziehen. Falls der auslaut. Guttural in d. als ableitend petrachtet werden kann, ist gr. repeiv, ropeiv durchbohrem, gr. rpüτ/ f.«Loch, Höhley als verwandt anzusehen. In der Zusammen- setzung hat d. mit Substantiven verbunden den Hauptton, z. B. Dürchgang, Dürchlaß; mit Verben verbunden nur dann, wenn es von diesen in der Flexion getrennt werden kann, z. B. dürchbrechen, ich breche dürch, dürchgebrochen usw.; ist es aber untrennbar, so ruht der Hauptton auf der Stammsilbe des Verbums, das dann im Part.-Prät. ge- nicht annimmt, z. B. durchbréchen, ich durch- bréche, darchbröchen usw. Auch als erstes Wort in der Zusammensetzung mit Partikeln, hat darch den Hauptton nicht, sondern diese erhalten ihn, z. B. durchätes, darchhin usw.

durchäus, adv.:(veraltet) hindurch und auf der andern Seite heraus; bis zum Ende (bei Luther); ganz und gar; unter allen Um- ständen, schlechterdings(bei Ludwig 1716).

durchbrennen, v.: mit Brand durch- dringen oder durchdrungen werden; davon- laufen. Diese Bed. taucht um 1840 in der Studentensprache auf(zunächst die Univer- sität verlassen») und ist wenig später auch in die Umgangssprache eingedrungen.

durcheinander, adv., Zusammenrückung von durch und einander(s. d.). Schon bei Keisersberg. Davon Durcheinander, n. (Schiller Räuber 2, 3).

Durchfall, m.(-s): die bekannte Krank- heit. 1711 bei Rädlein. Von durchfallen, v.: durch eine Offnung fallen;(bei einer Bewer- bung usw.) nicht bestehen. Diese Bed., die Lessing 8, 413 aus der gemeinen Sprache anführt(auch Adelung 1774 verzeichnet sie) geht zurück auf die schon frühnhd. Redens- art durch den Korb fallen, was eig. auf den Liebhaber, der im Korbe zum Gemach seiner Geliebten emporgezogen wird, geht(vgl. DW. 5, 1802) und die Bed.«bei der Liebes- werbung keinen Erfolg haben» hat.

Durehgänger, m.(s, Pl. wie Sg.): Aus- reißer. Ursprüngl. von Soldaten, so 1691 bei Stieler. Jetzt von Pferden und flott lebenden Menschen gebraucht.

durchgängig, adj. u. adv.: von Anfang bis zu Ende, ohne Unterschied. Bei Nierem- berger 1753 als Adv.«überally, bei Adelung 1774 auch als Adj. Nicht das mhd. darch- gengic, ahd. daruhgengic einen Durchgang habend», abgeleitet von mhd. durchganc, ahd. daruhganc m., sondern eine jüngere Bildung, die sich an durchgehen anlehnt. Alter ist das gleichbed. durchgehends, genetivisches Adv. Bei Krämer 1678.

Durchlaucht, f.: fürstliche Person. Als hoher Titel schon zu Anfang des 16. Jh. Substantivierung des Adj. darchlaucht: fürst- lich erhaben. Dies ist urspr. Part. Prät. von durchleuchten, mhd. durchliahten durch- strahlen», Part. darchliuhtet, gekürzt durch- liuht, das seit dem 14. Jh. als Ehrenbeiwort fürstlicher Personen für das lat. illustris(das in derspätern römischen Zeit Ehrenbezeichnung von Beamtenwürden war) steht; daneben namentlich mdâ.(mit Einführung des Rück- umlauts) durchläht. Alternhd. findet sich- durchleucht und durchlaucht, entsprechend beim Subst.; Durchleucht, das noch 1741 von Frisch angesetztwird, während es Adelung 1774 nur caus einigen Gegenden» kennt, noch bei Schiller Kab. 1,6. 4. durchlauchtig, adj. Mhd. durchliuchtec«durchscheinend, strahlend, hellglänzendy, spätmhd. darchliuhtig, durch- luhtig als Titel, älternhd. auch durchläuchtig (1722 bei Freyer 47), durchleuchtig(1741 bei Frisch). Davon Durchlauchtigkeit, f. Spätmhd. derchlähtigkeit als Ehrentitel. Später durch das einfache Darchlaucht zurückge-