Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
391-392
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391 Dünkel

düpieren 392

kunkali f. 4BL. Dunkelheit, f., mhd. kunkelheit f. dunkeln, v.: dunkel werden, mhd. kunkeln, ahd. lunchalén.

Dünkel, m.(-s): herabsehende hohe Meinung von sich. Bei Luther däünckel und dunckel, tunckel«Bedünken, Einbildung»; auch bei Henisch 1616 Dunckel. Die jetzige Bed. zuerst bei Schottel 1663, aber erst um die Mitte des 18. Jh. allgemein üblich. Ge- pildet von mhd. dunc m. Bedünken»(da- neben auch dinkel- in düunkelbilde n., vgl. mnd. dunlcelgõd«dünkelhaft»), zu dünken(s. d.). 4B2L. dünkelhaft, adj. u. adv. Noch nicht bei Adelung 1793, aber 1774 von Klopstock gebraucht. dünkeln, v.(Goethe Faust 2630).

Dunkelheit, dunkeln, s. damnkel.

dünken, v.(Prät. auch däzchte, Part. gedlüucht): nach Ansehen und Bedenken wahr- scheinlich sein, nur unpers. mich(mir) dünket und refl. sich d.: von sich der Meinung sein. Mhd. dunſten(im Obd., auch noch frühnhd.), dünken, ahd. dunken; dazu and. ian, ndl. dunken, ags. Pyncan, engl. think, anord. Pykeleja, schwed. fycka, dän. yνα, got. Pugkjan. Mit mhd. dunc m.(s. Däünkel) im Ablaut zu denken und Dank(s. d.) stehend; verwandt ist lat. tongére«kennenꝰ, pränest. tongitio«Kenntnisy, osk. fanginäd«Meinungy. Das Prät. lautet mhd. dahte, Konj. diuhle, Part. geduht, daneben auch dan3cte, gedunkt Nhd. entwickelt sich aus dem Konj.-Prät. deuchte ein Präs. deuccht (S. däuchten); als dessen Prät. gilt dauchte, das im 18. Jh. veraltet, aber noch von Klopstock, Voß, Bürger gebraucht wird, da- für dann däzchte, das auch noch als Prät. von dünken(neben diünkcte) empfunden wird, und das Part. gedéiucht.

dünn, unverkürzt(bei Luther, jetzt na- mentlich noch poetisch) dünne, adj. u. adv.: von geringer Dicke, von geringem Umfang;(von Flüssigkeiten) leicht fließend. Mhd. dinne, ahd. danni; dazu and. thunni, ndl. dan, ags. ynne, engl. thin, anord. punnr, schwed. fann, dän. kynd. Der Lautverschiebung gemäß über- einstimmend mit lat. tenuis«dünn, zarty, gr. rovu-(in Zusammensetzungen)«gestreckt, lang, schlank», ravdc«langy, air. ftana, abg. kinüki, aind. fanis lang, schmal, dünn». Zu dehnen(s. d.), also Grundbed.«ausge- dehnty. 4BL. Dünne, f., mhd. dünne, ahd. dunn? f. dünnen, v., mhd. diunnei«dünn machen»(daneben dünn sein», ahd. dunnén).

Duns, m.(-es, Pl.-e): von Gelehrsamkeit

Aufgeplasener, eig. sich in Grübeleien und überfeinen Spitzfindigkeiten gefallender Ge- lehrter. Wohl von dem Philosophen Joannes Duns Scotus( 1308), der die auszeichnende Benennung doctor subtälis erhielt. Vgl. engl. dunce«Dummkopfy», das ebenfalls auf Dans Scotus zurückgeht. Erst gegen die Mitte des 18. Jh. vorkommend.

dunsen(Voß Ovid Nr. 49, 201), s. auf- gechuunsen.

Dunst, m.(-es, Pl. Dünste): feine auf- steigende in der Luft schwebende Flüssigkeit; dicke verdorbene Luft; feinstes Schrot(1727 bei Hübner); feinstes Mehl. Selten Dunst f. (Gellert verm. Schriften 1, 23). Mhd. dunst, ursprünglicher tunst m., md. auch f.«Aus- dünstung, feuchter Dampfy, aber ahd. kanist, danist, dunst m.«Ungewitter, Sturm»(noch schweiz. dunst, däst, füst«jWind durch Er- schütterung, z. B. von einer Kanonenkugel, Lawine, vom Einsturz eines Hausesy). Da diese Bed.(Staubwind) als die ursprüngliche anzusehen ist, wird das Wort auf dieselbe Wz. zurückgehen wie aind. dhuos zerstieben?, dhwastis f.«das Zerstiebeny. Vgl. Dust. Daß Duft dazu gehört(wie mhd. vernunst neben vernunft, vernuft steht) ist wegen der ahd. Formen nicht wahrscheinlich. 48. dunstig, früher auch dünstig(noch bei Wie- land Idris 2, 53), adj. Mhd. dunstec dampfend', ahd. dunistig«stürmisch». dunsten, dünsten, v.: Dunst von sich geben, dampfen; zum Dampfen bringen. Mhd. dansten, dunsten nur als Intrans. ZUS. Dunstkreis, m.: der einen Himmelskörper zunächst umgebende Luftkreis, Atmosphäre. 1754 bei Reimarus vornehmste Wahrh. d. natürl. Rel. 259.

Dunzel, f.(Pl.-n): lebhaftes, munteres, ausgelassenes Mädchen: leichtfertiges Mädchen. Aus franz. donzelle(und dies aus ital. donzella), span. doncella f., das auf mlat. domli)nicella, eine diminutive Bildung von domina f.«Herrin, Frau» zurückgeht. Am Mittelrhein(Maler Müller 1, 229).

Duodéz, n.(-es):(urspr.) Format, wenn der Bogen in 12 Blätter gefalzt ist, die Zwölftelgröße,(jetzt) kleines Format; in Zusammensetz. lächerlich klein. Aus lat. in duodecimo(duodecimus«der zwölfte). Bei Sperander 1727.

dupfen, s. tupfen.

düpieren, v.: täuschen, überlisten. Um- bildung von gleichbed. franz. duper, das un- bekannter Herkunft ist. Bei Roth 1791.