Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
383-384
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383 Drossel

drum 384

Verhältnis die deutschen Formen zu diesen Worten und untereinander stehen.

2 Drossel, f.(Pl.-/): Kehle. Veraltet. Mhd. drugzel, drüzzel m., von dem gleichbed. mhd. drτοe f. m., ahd. drαa f.; dazu ags. Brotu f., engl. throat, auch wie im Hd. weiter- gebildet throttle«Kehle». Daneben steht mit anlaut. s mhd. strozze f.«Kehley, dazu andd. strota, ndl. stroot f., auch entlehnt ins Ro- manische(ital. strozza f.«Kehlen»). 4BL. drosseln, v.(Lessing 2, 237, Goethe 16, 176. 49, 1, 88), häufiger erdrosseln, v.: an dem Halse würgend töten. Um 1480 im Voc. inc. teut. d 5 droßlen.

Drost, m.(-en, Pl.-en): Amtshauptmann, Landvogt(früher in Hannover). Das ndd. droste, spãt-altndd. drosséte, ndl. drost, afries. drusta, latinisiert drossatus, auch anord. drõttseti m., übereinstimmend mit dem hd. Truchseß(s. d.). S. auch Drossard. 4 BL. Drostei, f.: Bezirk oder Wohnung eines Drosten.

drüben, adv., zu dem gleichbed. ältern drüber gebildet nach dem Verhältnis von drunten zu drunter. 1711 bei Rädlein.

drüber, adv., gekürat aus daruber(s. 2dar).

Druck, m.(-es, Pl.-e): Wirkung durch Schwere, drängende Kraft; das Auftragen einer Schrift mittels der Presse, sowie das Aufgetragene selbst. Mhd. druc(Gen. druckes, Pl. drücke), ahd. druc(Gen. drucches) m.; dazu ndl. drux m., ags. Erycc m., schwed. tryck, dän. frol n. Von drücken, v.: durch Schwere, drängende Kraft einwirken. Refl. sich drüchen auch s. v. a.«sich zurückziehend gering machen»;«sich still wegbegeben»(aus der Studentensprache bei Augustin 1795). Daneben drucken, jetzt nur noch vom Auf- tragen einer Schrift, von Figuren, Bildern u. dgl. mittels einer Presse(also Bücher, Zeuge u. dgl. druclcen). Beide Verba gehen zurück auf mhd. druchen(obd.), drüclcen, spätmhd.(wie älternhd.) auch trucken, trücken ahd. Grucchen; dazu ndl. drulrken, ags. Pryccan, anord. Prywja, schwed. irgcka, dän. tr-lire. Drucken ist eine Intensivbildung(vgl. schmui- cken zu schmiegen) zu anord. Fraüga drücken?, das wohl mit lit. frülcti centzweireißen, entzweigeheny, kträukiti zerren» zu ver- binden ist. Von Büchern steht drucken seit 1460 70 und hat sich in dieser Bed. in der obd. Form festgesetzt(daneben anfangs drücken), weil die ältesten Druckorte meist auf obd. Gebiet gelegen sind. Auch in andrer

Bed. wird obd. anfangs druchen(trucken) gebraucht, md. aber meistens drücken. So hat Luther in der Bibel meist drücken, aber Prät. druckte, Part. gedruckt, wie auch Clajus Gramm. 162 ansetzt. Drucken in der Bed. von drücken erscheint noch bei Rädlein 1711, Ludwig 1716 und Nieremberger 1753, wührend Frisch 1741 und Adelung wie jetzt unter- scheiden. Doch hat noch Goethe öfters drucken= drücken gebraucht, altertümelnd auch noch Rückert(z. B. 1, 297. 3, 13). 4BL. 1) von drücken: Drücker, m.(-s, Pl. wie Sg.): Werkzeug zum Drücken. Bei Stieler 1691. 2) von drucken: Drucker, m.(-s, Pl. wie Sg.). Bei Brant im Narrenschiff 65, 64 drucker. Davon Druckerei, f.(bei Brant 103, 99 truckery f.).

Drucker, m., als Malerausdruck: Pinsel- strich von tiefer, starker Farbe zur nachdrück- lichen Hervorhebung, aufgesetzter Schatten. Bei Sulzer 1773.

drucksen, v.(Goethe Jery 12): zurück- haltend langsam wozu sein. Als Frequen- tativ. von druchen= drücken gebildet. Von Adelung 1774 als neues Wort aufgeführt. 4BL. Druckser, m., bei Goethe 1, 143.

Drude, f.(Pl./): Hexe, Zauberin, Un- holdin. Spätmhd. frate f.(dazu dän. drude, gotländ. Truda æliederliches Frauenzimmer»?), älternhd. drute, drutte. Falls das anlaut. t des mhd. Wortes auf d zurückgeht(wie in kausend) könnte Verwandtschaft bestehen mit anord. Sräch f.«göttliches Wesen, Walkyre, Jungfrau», eig.«gewaltigen, zu Hräd-(in Zusammensetzungen)«Kraft, Machty, Prächuagr «gewaltig», ags. Pryd f.«Kraft, Stärken(auch in Zusammensetzungen). Verwandtschaft mit ktraut ist nicht recht wahrscheinlich. ZUS. Drudenfuß, m.: dreifaches ineinander ver- schlungenes Dreieck als Fünfwinkelzeichen. Spätmhd. frutenvuoz m.

Druder, f.(Pl.-n): wie eine Latte zu gebrauchende Stange; Dachlatte; Querlatte im Weinberg. Am Mittelrhein. Mit d für ursprünglichest aus mhd. fruoder(auch drudel Weisth. 1, 453 v. J. 1449, bei Alberus Dict. Nn. 3 b der Pl. trucdkelz). Vielleicht aus lat. trudlis f.«Stangey.

Druide, m.(-n/, Pl.-n): altkeltischer Priester. Aus dem kelt.-lat. Pl. drüidae und driüides, von keltisch(gälisch) draoi, draoidh, druidh«Druide.

drum, adv., gekürzt aus darum(s. d.), schon mhd. drumbe, drumme.