Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
381-382
Einzelbild herunterladen

381 Drohne

Drossel 382

«verwunden, schädigen». Vgl. noch Karsten Beiträge zur germ. Wortkunde 1 ff. Neben dieser ältern Form wurde auch in engrer Anlehnung an das Subst. mhd.(neben drοεαν) drõ, ahd.(neben draroa, drouaoa) drõ, drõa f. (danach bei Rückert 1, 458 altertümelnd Drohe f.), mhd. drn, auch schon ahd. dröan geschaffen. Luther gebraucht nur drewen, draawen, was auch sonst im 16. Jh. das ge- wöhnliche ist; dron, drohen sind selten(bei Dasypodius, Maaler nicht angeführt); Henisch kennt auch drohen und im 17. Jh. wird diese Form die übliche, doch erhält sich drüuen in der poetischen Sprache. 4B L. Drohung, f. Mhd. dafür dröuwwunge f., ahd. drazwunga, drõunga f.

Drohne, f.(Pl.-n): Bienenmännchen, Brutbiene. Mit o für ursprüngliches a aus dem Nd., schon asächs. dräün, ags. drn f., engl. drone, dän.(aus dem Ndd.) drone. Das Wort kommt schon im 16. Jh. bei Nord- deutschen vor(Thronen Rollenhagen Froschm. 2, 3, 7) und wird von Schottel 1663 als Drone f. angesetzt; Stieler, Ludwig, Rädlein, Frisch aber kennen diese Form nicht und noch Adelung bezeichnet sie als ndd. Die urspr. hochd., noch in Osterreich und Sachsen üb- liche Form des Wortes ist Trene f.(bei Dasypodius 1537 kren, bei Maaler 1561 trän m., noch bei Adelung Thrane), mhd. tréne, trén, ahd. tréno m., mit asächs. drdãn im Ablaut stehend. Zu griech. revépnvn f. und revêpnddv m.«eine Bienen- oder Wespenarty, âvêpvn f. und dvôpnddhv m.«wilde Biene?, lakon. pdvos m. Drohney.

dröhnen, v.: erschütternd tönen. Aus dem Ndd., schon mnd. dronen; dazu ndl. dreunen, anord. drynja, das zu drynr, got. drunjus m.«Schally gehört. Weiter ver- bindet man gr. opfvoc m.«Totenklage, Klage- lied, aind. dhränati«tönty(im Dhaätupatha). Das Wort dringt im 17. Jh. ins Hochd. ein (dͤrönen bei Schupp 1, 20, auch von Schottel 1663 verzeichnet), ist aber im 18. noch nicht völlig eingebürgert; nach Adelung ist es nur im Niedersächsischen einheimisch, und Kindleben 1781 nimmt es als mundartlichen Ausdruck mit auf.

Drohung, s. drohen.

drollig, früher drollicht(Lessing 1, 106), adj. u. adv.: wegen Sonderbarkeit ergötzlich. Aus dem gleichbed. ndd. drullig, ndl. drollig, abgeleitet von ndl. drol m.«Kegel, Klumpen, Knirps, Possenmacher», zu ¹drillen drehen?.

Daraus sind auch entlehnt engl. droll«Schalky, franz. drõle«possierlich». Zuerst bei Schottel 1663 und Krämer 1678 verzeichnet. Ein älteres nhd. drollicht(drollet bei Hans Sachs) bedeutet«rund gedreht, rundlich, drall»(so noch bei Gellert 3, 279). Das mhd. trolle, trol m.«plumper Mensch, Tölpel, Ungetümy, dazu anord. kröll, troll n.«Dämonꝰ scheint nicht dazu zu gehören, s. auch Tyrulle.

Dromedar, m. n.(*J, Pl.-e): einhöckeriges Kamel. Mhd. tromedär, dromedar m., aus lat. dromedãrius m. eig.«Schnelläufer» von gr. lat. dromas(camelus) Dromedary, gr. dpoudc«laufend. S. Trampeltier.

Dromméte, f.: Trompete. Alt und dichtérisch, bei Luther Dromete, s. Trompete. 4B L. drommeten, v.: die Trompete blasen. Bei Luther.

Droschke, f.(Pl.-n): vierräderiges Miet- fuhrwerk. Aus gleichbed. russ. droski, poln. droëélca f. um 1800 übernommen. Vgl. Zfd W. 8, 124. 379.

Dröselei, f.(Goethe 5, 178): Tiftelei. Von dröseln, s. aufdrieseln.

Drossard, m.(-s): Drost(s. d.). ndl. drosscard m. Bei Schiller 7, 217.

Drossel, f.(Pl.-n): Art größerer Sing- vögel. In der jetzigen Form aus dem Ndd. Rhein., schon im I1. Jh. in andd. Glossen drossela, mittelrhein. im 11. 12. Jh. drosla (ZfdA. 6, 331. 277), im 15. Jh. im Voc. ex quo drossel, drussel, druyssel, 1475 elevisch droissel. Die gewöhnliche mhd. Form ist dlroschel, ahd. drõscala f., abgeleitet von ahd. drõsca f.; hierzu mit abweichendem Vokal ags. Prysce f., engl. Ihrush. Eine 3. Form ist mhd. drostel(1482 im Voc. theut. f 32 trostel) f., dazu ags. prõstle f., engl. throstle(aus Sramst) und ohne das ableitende!(mit abweichendem Vokal) anord. Sröstr(aus Srastu-) m. Im Nhd. überwiegt zunächst Drostel(bei Oberdeut- schen) und Droschel, Henisch 1616 hat auch Drossel, Schottel 1663 und Stieler 1691 Drossel neben Droschel, Ludwig 1716 Drossel neben Droschel, Drostel; doch setzt noch Frisch 1741 Drostel(bei einigen Drossel, Droschel) an, das auch noch von Voß(Horaz Ep. 1, 15, 41) gebraucht wird, wührend Adelung nur Drossel zuläßt. Es besteht wohl Ver- wandtschaft mit lat. fardas m., mlat. furdela f. Drossel», lit. sträzdas m.«Drossely. Ver- wandtschaft mit gr. crpoοoc m.«Sperling» ist zweifelhaft. Doch vgl. Solmsen Idg. Forsch. 13, 138. Indes ist nicht völlig klar, in welchem

Das