Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
379-380
Einzelbild herunterladen

379 drillen

drohen 380

drally zu erschließen; es ist wahrscheinlich aus dredl- entstanden und gehört zu drehen. Doch ist in drillen wohl noch ein andres Wort eingeflossen, das dem dän. trille, schwed. krilla«rollen, wälzen», engl. krill entspricht (s. Tyriller); dies ist wahrscheinlich aus triel- entstanden und gehört zu nd.-md. kriseln, S. Gufdrieseln. Häufig krillen geschrieben (bei Bürger, Voß, Schiller, Rückert). S. auch drall und drollig.

2drillen, v.: bohren; überlästig plagen, quälen, necken. Auch frillen(bes. in der 2. Bed.). Aus ndd.-ndl.(schon mndl.) drillen chohren?, dazu engl. thrill«bohren?, dän. (aus dem Nd.) drille, schwed. drilla. Eig. mit 1dyillen identisch. Die 2. Bed. schon im mnd. dyrillen(auch ndl. und däün.-schwed.); sie könnte auch aus drillen«drehen» abge- leitet werden, indem sie vielleicht urspr. eine Strafe für geringe Vergehen, das Ge- drehtwerden im Drehkäfig, dem Driller (Triller), bezeichnete. Z0S. Drillbohrer, m.(-5): mittels einer Schnur in Bewegung gesetzter Bohrer der Stein- und Metallarbeiter. Aus dem Näd., auch ndl. drillboor f.

sdrillen, v.: zum Soldaten einüben. Wohl aus ldrillen hervorgegangen. Schon am An- fang des 17. Jh.(Soltau Volksl. 2, 298 v. J. 1606.) So auch ndl. dyrillen.

Drillich, Drilch, m.(*J, Pl.-e): leinenes Gewebe aus dreifachen Fäden. Spätmhd. drillich m., aus dem mhd. Adj. Trillich, drilch, ahd. drilih«dreifach, dreifädmigy, das Nach- bildung des gleichbed. lat. trilig(Gen. tri- Icis) ist, vgl. Zwillich. S. auch Drell.

Drilling, m.(-S, Pl.-e): zu gleicher Zeit mit zwei andern Kindern von einer Mutter geborenes Kind; dreiläufiges Jagdge- wehr. Nach Zwilling gebildet, bei Stieler 1691, während früher Dreiling gesagt wurde, vgl. ndl. drieling. Schwed.-dän. trilling wird direkt von anord. Prennr dreifach» abgeleitet.

²Drilling, m.(-s, Pl.-e): zweischeibiges Triebrad einer Mühle. Von 1drillen. Bei Adelung 1774.

drin, adv. Mhd. drin, gekürzt aus dar in, ahd. dar inne. Vgl. drein.

dringen, v.(Prät. drang, Part. gedrungen): mit treibender Gewalt sich bewegen, dann sich bewegen machen(wie drängen). Mhd. dringen, ahd. dringan; dazu asächs. dringan, ndl. dringen, ags. Pringan, anord. Prymgva, got. Breihan(aus*prinhan). Der Lautver- schiebung gemäß übereinstimmend mit lit.

krenkti ædröhnend stoßen», franksmas m. «dröhnendes Getümmel». Das Prät. mhd. dranc, Pl. drungen kommt im 17., 18. Jh. auch als dyung vor. 4BL. dringentlich (von dem Part. Präs. gebildet), bei Wieland 18, 64, von Adelung 1793 noch nicht er- wähnt. dringlich, adj. u. adv. Frühnhd. (1482 im Voc. theut. f 2).

drinne, adv.(Luther Jer. 32, 43. Goethe 31, 208). Mhd. drinne, gekürzt aus dar inne, ahd. dãr inne. Vgl. dar und inne, sowie drin.

drinnen, adv.(schon bei Luther), ge- kürzt aus darinnen. Vgl. ldar und innen, mhd. innen, ahd. innanç, inndn.

Drischel, m.(-s, Pl. wie Sg.) und f. (Pl.-n): Dreschflegel. Veraltet(noch jetzt obd.). Mhd. drischel, ahd. driscila f., dazu ags. Serscel m. Von dyeschen.

dritte, Ordnungszahlwort zu drei. Mhd. dritte, ahd. dritto; dazu asächs. thriddio, ndl. derde, ags. Pridda, engl. third, anord. Fride, schwed.-dän. frediie, got. Pridja. Es entspricht genau lat. fertius(aus*tritzjos)(gr. rpiroc, aind. krtijas weichen etwas ab), oder lit. trébas, abg. tretil«drittery. Davon drittens, adv. Hervorgegangen aus dem schwachen Gen. dritten mit angetretenem adverbialischen s. Zuerst bei Nieremberger 1753, von Adelung aber noch als ein Wort des gemeinen Lebens bezeichnet. ZUS. drittehalb, dritthalb 2 ½, spätmhd. drithalp. Dritteil, gekürzt Drittel, n., mhd. dritteil n.

droben, Raumadv., gekürzt aus dar oben (voc. ex quo 1469, daroben noch bei Herder zur Lit. 15, 77). Bei Luther, Goethe(I, 93 da d., 16, 59 dort d.). Dafür mhd. dar ohe, drobe(s. oben).

Droge, f.(Pl.-n): Spezereiware. Aus dem gleichbed. franz. drogace, ital.-span.-port. droga f., das gewöhnlich mit engl. drug auf das ndl. droog ætrocken» zurückgeführt wird, also eig.«getrocknete Ware». Um 1600 entlehnt(Hulsius Schiff. 9, 42 Drogen). 43L. Drogist, m.(-en, Pl.-en): Spezereiwaren- händler. Aus franz. droguiste, ital. droghista m. Um 1600(Drogist Hulsius Schiff. 3, 19, Trugist Moscherosch Phil. 1, 344).

drohen, v.: zu erkennen geben, daß man etwas Übles antun wolle. Mit der Nebenform dräuen, mhd. dröueben, dreuaben, drouwben, ahd. drewwen, droulben; dazu asächs. thröön (in githrõõn), ags. Préan. Die alte Verbindung mit lat. torvus«wild, finster» ist unsicher. Eher gehört das Wort zu gr. Trrpiückeiv