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drängen, v.: dringen machen, Drang aus- üben. Alternhd. drengen(wie Freyer 1722 vorschreibt und noch Lessing 2, 180 hat), mhd. drengen(häufiger drangen, ahd. drangon, engl. throng). Wie anord. Prengja, schwed. frünga, dän. fränge das Faktitiv zu dringen. 431. drängeln, v. in frequentativer Bed. Bei Campe 1807.
drapieren, v.: mit Gewändern bekleiden. Aus dem gleichbed. franz. draper, von drap, spätlat. drappus m. Tuch». 4BL. Dra- perie, f.: Bekleidung der Figuren. Aus franz. draperie f. Naturlex. 430. Ursprünglich Malerausdruck.
drastisch, adj. u. adv.: kräftig wirkend. Mit-isch gebildet nach dem gr.-neulat. Adj. drasticus«geschwind wirkend, kräftig wir- kendy, gr. èpacrixôc urspr.«tätigs, dann«kräf. tig, wirksam», abgeleitet von dpv tuny. Früher(noch bei Campe 1811) nur von Arz- neien gebraucht.
dräuen, s. drohen.
drauf, draus, s. dran.
dräuschen, v.: heftig rauschen, besonders von Regen u. dgl. Ein md.ndd. Wort, ober- sächs. dréschen, Prov. Sachsen dräãschen, schon bei Hans Sachs dreussen cheftiges Geräusch macheny, auch ndl. druischen rauschen». Viel- leicht zu got. driusan, asächs. driosan, ags. drõosan«fallen, niederfalleny, so daß das V. urspr. das durch Fallen(z. B. der Regen- tropfen) verursachte Geräusch bezeichnete. Doch wohl eher laut nachahmend, vgl. trat- schen. Bei Stieler 1691 dreuschen.
draußen, adv.: außerhalb. Gekürzt aus daraußen, mhd. dar zen, ahd. dr zzana, daneben mhd. dar Aze, ahd. där Aza, woher unser drauß(auch zusammengezogen mhd. däze, daher das volksitbliche dauß, 1593 bei Helber 30 daussen).
drechseln, v.: Dreherarbeit machen. Mhd. drhseln, mit gekürztem Vokal drehseln, ab- geleitet von drœhsel, drehsel, ahd. drähsil m. cDrehhandwerkery. Dies kann nicht zu dehen gestellt werden, dem, wie mhd.-ahd. drãt zeigt, urspr. kein à zukommt, sondern gehört zu einer sonst nicht im Germanischen vertretenen, aus drehen erweiterten Wurzel, die lat. tor- quõre«drehenꝰ, gr. rpénecdoi«wenden» zeigen. 4BL. Drechsler, m., spätmhd. drehsler m.
Dreck, m.(es, Pl.-e,-er): Unreinigkeit; als wertlos Verachtetes. Mhd. drec(Gen. dreckes) m. ausgeworfener Unrat von Men- schen oder Tieren; dazu ndl. drek m., anord.
Beides 1712 bei Hübner
Brewkr m., schwed. träck m., dän. dräk n. Vielleicht verwandt mit gr. rpo?(Gen. rpurõc) f.«Hefe, Unreinigkeit». Sehr ansprechend vergleicht Sommer Idg. Forsch. 11, 91 spätlat. kroia«Sauy aus*trogja mit unserm Wort. Doch hat gr. rpdroc«Bocky fernzubleiben. Redens- art: Dreck am Stechen haben: Unsauberes, Hinterhaltiges in geheimer Absicht. 4BL. dreckig, adj. Frühnhd.(bei Dasypodius 1537, Alberus AA 22 hat deckicht, 1475 cle- visch im Teuthonista dreckich).
drehen, v.: im Kreise bewegen; mittelst Kreisbewegung eines Werkzeuges und durch Meißel rund formen(drechseln). Mit e für urspr. s(schon bei Luther drehen, obd. an- fangs dafür dräjen, dräen, drühen, noch bei Ludwig 1716 drähen), aus mhd. draæjen, drœn, ahd. dräjen, dräen; dazu ndl. draaijen, ags. Sräwan(mit starker Flexion), engl. throus, schwed.(aus dem Deutschen) dreja, dän. dreje. Verwandt sind gr. cvvrpfcau«ͥdurchbohren?, rpflld n.«Loch), repeiv«bohren, drechseln), lat. térebra f.«Bohrery, ir. farathar«Bohrer?, abg. treti creiben». 43L. drehbar, adj. Junge Bildung, noch nicht bei Campe 1807. Dreher, m.(-s, Pl. wie Sg.): Drechsler(in frühnhd. Glossaren des 15. Jh. bei Diefenb. 588); Türgriff(ndd.); langsamer Walzer.
drei, Zahlw. Mhd. drô(Neutr. driu), ahd. drö, drie(F. drdo, N. driu); dazu asächs. thria, ndl. drie, ags. Pri, Hrõo, engl. three, anord. brir, schwed.-dän. tre, got. Freis(F. prijös, N. Frijc). Der Lautverschiebung gemäß stim- mend mit lat. trνs(N. riνο), gr. rpeic, aind. tri-(Nom. M. trjas), abg. trije, lit. tris, altir. fri. Bei substant. Gebrauch wird das Wort flektiert N. A. drei, seltner dreie, G. dreier, D. dreien; steht es attributiv ohne Artikel vor einem Subst., so ist beim Gen. die flektierte Form üblich, beim Dat. dagegen jetzt veraltet(zu dreien malen Schiller Jungfr. Prol.). Davon Drei, f.: Dreizahl; 3 Augen im Würfelspiel; die Ziffer für drei. Schon mhd.(in den beiden ersten Bedd.) Ayle f. 4B21L. Dreier, m.(-s, Pl. wie Sg.): Drei- pfennigstück. Im 15. Jh. Dreiheit, f., mhd. driheit f. Dreiling, m.(-s, Pl.-e): ein Maß, der dritte Teil von etwas oder das Dreifache von etwas(Luther zu Jes. 40, 12«ein Maß dreier Finger breit»), spätmhd. dréälinc m.; Dreipfennigbrötchen. Vgl. auch Drell, Dril- lich, Drilling, dritte. ZUS. Dreieck, n. Mhd. dräecke als Adj. dreieinig, adj.: als ein Wesen, in drei Personen bestehend. Im


