Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
369-370
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369 doppel

Dörre 370

burg 1, 58, 4 phinztac; durch kirchlich-byzant. (got.) Einfluß aus gr. réeunrn(nuépa) der fünfte(Tag). Vgl. Gründonnerstag. doppel: eins und das Gleiche mitein- ander verbunden(s. doppelt), nur noch in Zusammensetzungen wie Doppeladler, m. (bei Adelung 1774); Doppelbier, n.: stärker gebrautes Bier(im 17. Jh.); Doppelgänger, m.: ein an verschiedenen Orten zugleich er- scheinender Mensch(von Jean Paul gebildet, Siebenkäs 1, 66); Doppelhaken, m.: große Hakenbüchse, Wallbüchse, die beim Abfeuern aufgelegt wurde, im 16. Jh.(bei Fronsperger 2, 106 2); Doppelpunkt, m.: das Satzzeichen: (1641 bei Schottel Sprachkunst 526); Doppel- sinn, m.: mehrfacher Sinn(bei Adelung 1774, aber das Adj. doppelsinnig schon bei Gry- phius Trauerspr. 57); doppelzüngig, adj.: von mehrfacher, sich widersprechender Rede (bei Henisch 1616). Davon doppeln, v., 1475 clevisch dubbelen(Teuthonista 84), 1537 bei Dasypodius doppeln, bei Luther u. a. dupeln, duppeln. doppeln, v.: mit Würfeln im Brett spielen; im Spiele betrügen. Mhd. foppeln«würfeln», von foppel m.«Würfelspiel», das aus franz. doublet m.(von double«doppelt», s. d.)«Wurf mit gleichen Augen». Entsprechend ndl. dob- belen, aisländ. dabla, dän. doble. doppelt, adj., älternhd. doppel(s. d.). Aus franz. double, das auf lat. duplus zweifach? beruht; mhd. vereinzelt daraus dablin(in Wolframs Willehalm 410, 21). 1475 clevisch im Teuthonista dobbel, dabbel und sonst in niederrhein. Quellen, am Anfang des 16. Jh. auch hd. dopel, doppel, dupel, dappel(so auch bei Luther 6, 346 W), doppel bei Murner Schelm. 5, 29. Auch in der Kanaleisprache(Reichs- Ordnungen 783 v. J. 1512 dappel). Daneben findet sich die Form doppelt(wohl unter Einfluß des Part. gedloppelt) schon 1537 bei Dasypodius und wird dann z. B. von Ring- wald, Rollenhagen, Albertinus gebraucht. Die peiden Formen doppel(duppel) und doppelt (duppelt) erhalten sich lange nebeneinander; die schlesischen Dichter gebrauchen meist duppel, auch duppelt; Rädlein 1711 führt noch doppel an, Ludwig 1716 dagegen nur doppelt, doch ist doppel auch noch später, z. B. von Voß, gebraucht worden. Dorf, n.(-es, Pl. Dörfer): Ortschaft ohne höhern Rang. Mhd.-ahd. dorf n.; dazu asächs.- afries. thorp, ndl. dorp, ags. Horp(auch Prop,

Brep), engl. thorp(in Eigennamen) Dorfy,

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.

in der Bed. abweichend anord. Horp Ge- höfty(auch«Menschenmenge»), schwed. forp Landgut»; got. Haurp n. ist«Bauland, Feldy. Verwandt sind lat. trabs f.«Balken», osk. tritbum m.«Gebäüude», air. Ireb«Dorfy, umbr. trebeit«er verweilt), lit. trõbã f.«Gebäude» mit ganz gewöhnlichen Bedeutungsübergängen, nämlich von«Haus⸗ zu Niederlassungy, dann die Menge im Dorf). 4BL. Dörfer, meist Dörfler, m.(-s, Pl. wie Sg.): Dorfbewohner. Mhd. dorfœre, im 16. Jh. auch dörfler. Vgl. auch Töↄpel. dörflich, adj., frühnhd. dorflich. Dorfschaft, f., mhd. dorfschaft.

dorlen, v.(Goethe 5, 179): sich im Kreise herumdrehen. Aus dem Thüringischen. Wahr- scheinlich mit Ausfall des m aus mhd. tur- meln(auch schon kurlen), kürmeln«schwin- deln, taumeln». Davon Dorl, m.(-s, Pl. -e): Kreisel, bei Goethe Drehdor!(5, 193).

Dorn, m.(-S, Pl.-en): stechende Spitze an einer Holzpflanze; stachlige Holzpflanze; jener Spitze Khnliches. Mhd.-ahd. dorn m; dazu asächs.-afries. thorn, ndl. doorn, ags. anord. Forn, engl. thorn, dän. torn, got. Haurnas m. Der Lautverschiebung gemäß entspricht abg. tründi m. Dornꝰ, aind. ꝓ†na- m. n. Grashalm». Der Pl. mhd. dorne, ahd. dorna lautet im Nhd. seltner Dorne(namentlich in der poetischen Sprache, z. B. bei Uhland, Rückert); Luther, der einmal(Micha 7, 4) den Sg. Dorne hat, bildet den Pl. Dornen (vereinzelt Dörnen) und diese Form bleibt auch später gewöhnlich; daneben tritt im 16. Jh. Dörner auf(Hans Sachs Fastn. 8, 392; Ringwald tr. Eckh. B 6 ²; Opitz 2, 17 und die andren Schlesier). 4B L. dornen, adj., mhd. dürnin, ahd. durnin; dazu ags. Hyrnen, got. Haurneins. dornicht, adj. mhd. nur weitergebildet dornehtic, ahd. dornohti. Bei Luther dörnicht, jetzt durch dornig ver- drängt. dornig, adj., mhd. dornec, ahd. dornac, dazu ndl. doornig. Dornicht, n.: Dorngebüsch. Mit angetretenem t aus mhd. dornach, spütahd. hornahe n.

Dorothéa, Frauenname, aus gr.-lat. Doro- thead, gr. Xupodéo Geschenk Gottesy, von gr. däpov Gabe, Geschenk» und eec m.«Gotty. Verkürzt Dortehen.

Dörre, f.(Pl.-n): Vorrichtung zum Trock- nen. 1469 derre(voc. ex quo). Von dörren, v.: dürr, d. i. ausgetrocknet machen. Mit 5 für ursprüngliches e(bei Luther noch derren) aus mhd. derren, ahd. derren, darren(aus darjan); zugleich geht aber dörren auch auf

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