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Dolmetsch, m.(-en, Pl.-en,-e): Uber- setzer. Mit d für ursprüngliches k aus spät- mhd.(schon gegen 1300) tolmetsche, kulmet- sche m., aufgenommen aus dem gleichbed. poln. Kumacz, böhm. flamaé, abg. flämadl, das auf das Türkische zurückgeht. dol- metschen, v.: aus fremder Sprache in eine bekannte übertragen; durch Rede verständ- lich machen. Spätmhd. folmetschen, tulmet- schen. Davon Dolmetscher, m.(schon bei Luther). Das gleichbed. mhd. folke m. geht auf lit. iulkas m. Dolmetscher», abg. ilülch m. Dolmetschung» zurück.
Dom, m.(es, Pl.-e): bischöfliche Haupt- kirche; Kuppelturm. Wie franz. dome, ital. duomo m. entlehnt aus lat. domus f.«Haus, hier von Gottes Hause(domaus dei), dem Tempel, verstanden. Die echtdeutsche Form ist Thum, mhd. ahd. fuom, ebenfalls aus lat. domus entwickelt, aber schon in ahd. Zeit. Im ältern Nhd. wechseln Thunz und Dom (Luther hat nur Thum, aber Henisch 1616 Dom), noch Freyer 1722 S. 273 setzt Thum an. ZUS. Domherr, m. Dafür mhd. fuom- herre m. Dompfaffe, m.:(veraltet) Dom- geistlicher, mhd. iumpfaffe m.; Blutfink oder Gimpel(wegen seines schwarzen Scheitels, der der Kappe eines Domgeistlichen ähnelt). 1557 bei Heußlin 21 b Thäümpfaff.
Domäne, f.(Pl.-n): landesherrliches Gut, Krongut. Aus franz. domaine m., das aus lat. dominium n.«Herrschaft worüber, Eigen- tum, abgeleitet von dominus m.«Herr, Ge- bieter, Besitzer». Im Zeitungslex. 1703 Domaline.
Domestik(e), m.(-n, Pl.-n): Diener, Dienstbote. Aus franz. gleichbed. domestigue, das des lat. domesticus«um Hause gehörigy ist. Im 17. Jh.
Domherr, s. Dom.
dominieren, v.: beherrschen. Aus lat. dominãri, von dominss m. Herr. Schon bei Rot 1571.
Dominikäner, m.(-5, Pl. wie Sg.): Mönch von dem 1215 gestifteten Orden des heil. Dominicus(von lat. dominus Herrꝰ», d. i. dem Herrn[Jesu] gehörig).
Domino, m.(-s, Pl.-s): das lange Mas- kenkleid; eine Art Spiel. Das ital. und span. domino m.«seidener Mantel zum Maskieren, eig. verhüllende Winterkleidung des Geist- lichen?, von lat. dominzs m.«Herry, im Mlat. auch s. v. a. höherer Geistlicher. Um die Mitte des 18. Jh. aufgenommen(Zacharià poet. Schr. 1, 135).
Domizil, n.(-s, Pl.-e): Aufenthaltsort, Wohnsitz. Aus lat. domicilium n., von domus f.«Hausy. Bei Wächtler 1711, Sperander 1728 noch in lat. Form.
Dommel(Goethe Faust 4334), s. Rohr- dommel.
Dompfaffe, s. Dom.
Donlage, Donlege, f.(Pl.-n): abhängige Richtung eines Ganges, einer Fläche. Berg- männischer Ausdruck 1562 bei Mathesius Sarepta 522 danleg, 51 b danlag, 204 2 dohnlege, bei G. Agricola 1546 donlege). Zusammen- gesetzt aus 1) dan, don, das wohl mhd. dane, ahd. dana in danatrib m.«Forttreiben, Schei- dungy, dananumf! f.«Hinausnehmen, tragen?, das mit dannen zusammenhängt. 2) mhd. lege f.«Legung, Lage, Niedersenkung»(bei Stieler 1691 Lüge f. Bodenneigung» und das Adj. Adv. läge«abwärts sich neigen», mnd. lége).
Donner, m.(-s, Pl. wie Sg.): heftig schallende Lufterschütterung. Mhd. doner, ahd. donar(auch als Name des heidnischen rotbärtigen Blitz- und Donnergottes Donar) m.; dazu asächs. fhuner(nur als Name des Gottes Thuner belegt), ndl. donder, afries. thuner, ags. hunor, engl. thunder, anord. porr (nur als Name des Donmnergottes), dän.(ent- lehnt) dander m. Von einem V., das im Ags. als unian«donnern» erscheint; verwandt mit lat. tonãre«donnerm, dazu tonitrus m.«Donneroꝰ, weiter aind. tan«tönen, rauschen»y. 4BL. donnern, v., mhd. donern, ahd. doncrön. ZUS. Donnerbart, m.: Hauswurz(die, auf das Dach gepflanzt, vor dem Einschlagen des Gewitters schützen soll). 1538 in Rößlins Kräuterbuch 114 und 1546 bei Bock 142² donderbar«barba Jovis». Donnerbesen, m.: auf Bäumen gewachsenes(angeblich vom Blitz erzeugtes) wirres Strauchwerk, im 17. Jh. Donnerguge, m.: Hirschkäfer, nach dem Aberglauben, daß in ein Haus, in das ein solcher Käfer(schweiz. guege) getragen wird, der Blitz schlägt. Donnerkeil, m.: keil- förmiger Stein, den das Volk sich vom Blit⸗ geschleudert denkt; Blitzstrahl. Bei Luther. Donnerschlag, m., mhd. donreslac m. Donnerstag, m.: der fünfte Wochentag, eig. der dem Gott Donar geweihte Tag. Mhd. donerstac, ahd. toniris(d. i. donares) tac m.; dazu ndl. donderdag, ags. Hunresdog, engl. Tharsdarh, schwed.-dän. torsdag m. Eine Nachbildung des lat. dies Jouis. Dafür bayr. Pfinztag m., im 13. Jh. bei Berthold v. Regens-


