Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
365-366
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365 Dogge

Dolman 366

Dogge, f.(Pl.-n): Art großer englischer Hetzhunde. Aus engl. dog, woher auch ndl. dog, schwed. dogg, dän. dogge. In der 2. Hälfte des 16. Jh. entlehnt, anfangs als schwach- flekt. Mask.(Docke bei Fischart Garg. 295, 341, Dogg' m. noch bei Voß Id. 16, 151) und in der Schreibung schwankend(Docke noch bei Adelung 1793, auch z. B. bei Schiller 11, 277, während Henisch 1616 dog, dogg, doggen m., Schottel 1663 dogge neben dokk m. hat und Heynatz 1775 Dogge verlangt).

Dogma, n.(‧s, Pl. Dogmen): Lehrmeinung, Lehrsatz. Das gr.-lat. dogma, gr. dorua n., abgeleitet von doxeiv«meineny. 4 L. Dog- mätik, f.: Gebäude der Lehrsatzungen, bes. des christlichen Glaubens. Aus gr. lat. dog- matica, dem Fem. des gr. lat. Adj. dogma- licus, gr. douoricc«die Lehrsätze betreffendꝰ. Beide im 18. Jahrh.

Dohle, f.(Pl.-n): ein krähenartiger Vogel. Mit d für ursprüngliches t aus mhd. tahele, zusammengez. fäle, ahd. tahala f.(davon ital. tãccola f.«Elstery zu obd. dachel), abgeleitet von dem einfachen(in obd. Mundarten er- haltenen) mhd. tahe, ahd. faha f., das wohl zu apreuß. doacke«Stary gehört. Daneben erscheint mhd. tul, auch frühnhd. häufig Tul, Dul. An Zusammenhang von mhd. ful mit dem zweiten Bestandteil von lat. moné- dula darf man nicht denken, vgl. Niedermann Idg. Forsch. 10, 235. Das nhd. Dohle scheint beiden Formen zu entsprechen, es kommt schon im Spätmhd. als tole, dole f. vor, bei Luther als Thole, Dole, 1537 bei Dasypodius 88 b doll und 316² Dohl, 1540 bei Alberus Dikt. 2 2 b dol. Doch erhält sich daneben die Form mit a(bei Schottel 1663 als Dale, Duez 1664 als Thale, Dahle, bei Ludwig 1716 als Dale, bei Steinbach 1734 als Dahle).

1Dohne, f.(Pl.-n): Bügel mit Schlinge zum Vogelfange. Eig. gespannter Zweig; die Zweiggeschosse an Waldbäumen werden zu Bügeln umgebogen, in die man Schlingen hängt. Mhd. done, don f. ist«Spannungy, spätahd. done f.«Spannader, Nervy(davon donen, ahd. donén«sich spannen, streckeny), ahd. dona f.«Rebschoß, Schoß, Rankey; da- zu ags. Pona m, Hone f.(in œlfona m., œlf- Hone f.«Alpranke, Geißblatty). Zu dehnen (s. d.). Vgl. die zu gr. reiveiv«spannen? ge- hörigen gr. révwy m. Sehney, lat. fenaus n. causgespannte Schnur, Dohney, aind. länftus m. Schnury, abg. teneto«Strick), lit. tinklas &Netz?.

2Dohne, f.(Pl.-n): Zimmerdecke und bes. Tragebalken derselben. Nur mundart- lich(wetterauisch, oberhessisch usw.). Von mhd. don, ahd. dono m.«Ausgespanntes, Decken in mhd. Aberdon, ahd. ubardono m.«überge- preitetes Tuch, Totentuch». Mit mhd. don f.«Spannung»(s. 1Dohne) zu dehnen.

Doktor, m.(-s, Pl.-en): mit der höchsten von einer Fakultät erteilten Gelehrtenwürde Bekleideter; Arzt. Aus lat. doctor m.«Lehrery, von docére«lehreny. In der 2. Bed. schon im 16. Jh.(Scheidt Grob. 1259). 4BL. dok- torn, v.: den Arzt gebrauchen; ohne Arzt zu heilen versuchen.

Dokumént, n.(-s, Pl.-e): urkundliches Beweismittel, Beweisschrift. Aus lat. docu- menlum n. Beweis», von docére. 1703 im Zeitungslex., der Plur. bei Ludwig 1716 Documenten.

Dolch, m.(-es, Pl.-e): messerartige zwei- schneidige Stichwaffe. Um 1500 tolch, tolchen (bei Dasypodius 1537 dolch, bei Hans Sachs dollich), dazu ndl.-dän.-schwed. dolk m., nicht entlehnt aus dem gleichbed. böhm. und poln. (veraltet) tulich m., vgl. Mikkola Bezz. Btr. 25, 74, vielleicht aus lat. dolo«Art Stockdegen», das ins Niederländ.(mndl. dol!) und von da weiter vordrang. Doch macht auch das Schwierigkeiten. Eher vielleicht unter dem Einfluß des lat. Wortes aus einem deutschen umgestaltet, das in aisl. dãlkr m.«Nadel um den Mantel über der Achsel zu befestigen; Dolch Messery, ags. dalc, dolc m. vorliegt. Alternhd. auch mit schwacher Flexion.

Dolde, f.: Blumenbüschel. Mit d für ursprüngliches t aus mhd. folde f. m., ahd. toldo m. Wohl eines Stammes mit ahd. fola f. «Weintraubenkammy, das-d ist also ableitend. Verglichen wird noch gr. 66Xoc f.«Kuppel- dach» oder Gdu«blühey, Ockoc n.«junger Sprößling, Zweigy. Frühnhd. häufig weiter- gebildet tolder, dolder m.(jetzt schwüb.-alem.).

Dole, f.(Pl.-n/): unterirdischer Abzugs- graben, Kanal. Im 15. Jh. dol(1482 im Voc. theut. f)«Miney, ahd. dola f.«Röhre, Erd- röhrey. Zu gr. cu-v m.«Rinne, Röhre, Kanal), abg. fulu m.«Köchery, ai. nas m.«Köcherꝰ, vgl. Ehrismann Btr. 20, 60.

Dolman, m.(s, Pl.-s): schnürenbesetzte Jacke unter dem Pelze des Husaren. Aus türk. dölãmãn Unterkleid von Tuchy. 1645 bei Zesen Ibrahim 3 Doliman, aber schon um 1500 in Quellen zur Geschichte Sieben- bürgens(s. Gombert 8, 7).