359 dingfest
diskret 360
Lohn in Dienste nehmen»; dazu asächs. tingon «verhandeln», ndl. dingen(Prät. dong, Part. gedongen«dingen), afries. thingia«gerichtlich verhandeln», ags. Pingian besonders«schlich- ten, einen Streit beilegen» und Hingan«einen Vertrag schließen», anord. Pinga«verhandeln?, besonders«gerichtlich». Abgeleitet von Ding (8.d.). Das V. hat früher nur schwache Flexion, im 17. Jh. dringt nach der Ahnlichkeit von singen, Springen usw. auch starke ein, die aber Schottel 1663 noch nicht kennt, Stieler 1691 indes verzeichnet ich dunge und dingte, gedungen und geddingt, Adelungsetzt diestarken Formen(Prät. dung, jetzt auch dang) als regel- mäßig an, doch haben sich die schwachen daneben erhalten.
dingfest, adj.: rechtlich(gerichtlich) in Haft gesetzt; überhaupt s. v. a. haltbar fest. Wie es scheint, nicht vor 1830 und aufge- nommen im Gegensatz zu dem Adj. Aing- flüchtig«sich durch Flucht dem Gericht oder einer Vertragserfüllung entziehendy, mhd. dineflühtic.
dinglich, adj.: was einer Sache zukommt im Gegensatze der Person. Erst bei Ade- lung 1793. Mhd. dingelich, ahd. dinclih ist «gerichtlichy.
Dings, In. f. n., als unbestimmte Bezeich- nung einer ungenannten Person oder Sache, eines ungenannten Ortes. Hervorgegangen aus dem Gen. Sg. von Ding, wenn dies bei einem andern Subst. steht, z. B. ein stück dings, vil dings. Schon bei Henisch 1616 als selbständiges Wort angesetzt.
dinieren, s. Diner.
Dinkel, m.(-S, Pl. wie Sg.): eine Weizen- art, Spelz. Mhd. dinkel, ahd. dinchil, dinkil m. Dunkler Herkunft.
Dinte, s. Tinte.
Diözése, f.(Pl. Diozesen): Kirchsprengel, Bezirk. Aus gr.-lat. dioecesis f.«Landbezirky, im 5. Jh. n. Chr. auch s. v. a.«Kirchsprengelꝰ, gr. dioixncic f.«Land-, Gerichtsbezirky. 1703 im Zeitungslex. Dioeces.
Diphthöng, m.(es, Pl.-e): Zweilaut. Aus gr. lat. diphthongos, gr. diqr˙oc f.«LEwei- laut, Doppelvokaly, dem als Subst. gesetzten Adj. digorroc«zweifach lautend»(dic&wei- mal⸗ und einer Ableitung von oérrec9or ceinen Laut von sich geben»). Schon um 1522 in Ickelsamers Grammatik p. 44 der Pl. Diphthongen nach der früher üblichen schwa- chen Deklination, 1478 bei Nicl. v. Wyle 351, 14 des diptongons al.
Diplöm, n.: Ernennungs-, Bestallungsur- kunde. Aus gr. lat. diplôma, gr. dinkwua n. «Beglaubigungsschreiben, Gnadenbrief» eig. «doppelt Zusammengelegtes», von gr. dinXobv «ͥdoppelt zusammenlegen, falteny. Bei Wächt- ler 1711, früher Diploma. 4BL. Diplomät, m.(en, Pl.-en): Staatsgeschäftskundiger, eig. der mit Urkunden umzugehen weiß. Aus franz. diplomate m. Davon Diplomatſe, f., aus franz. diplomalie f., and diplomãtisch, adj. nach franz. diplomatique. Alle im 18. Jh. aufgenommen.
Diptam, m.(-s, Pl.-e): zitronenartig riechende Pflanze. Mhd. diptam neben dictam m. Aus mlat. déptamaus m., verderbt aus gr.- lat. dictämnas m., dictämnum n., gr. dixrouov n., dicravov n. und dixrouvoc f.
dirékt, adj. u. adv.: in gerader Richtung worauf, stracks, geradezu. Aus lat. Aréctus, dem Part. Perf. Pass. von drigére gerade richten, lenken, leiten». Bei Rot 1571(bei Fischart Garg. 29 direcht). Direktiön, f.: Richtung, Leitung. Aus lat. drectio f. Dirék- tor, m.(-s, Pl.-en): Leiter, Vorsteher. Aus neulat. director m. Bei Rot 1571. dirigieren, v.: lenken, leiten. Aus lat. dri˙eére(s. oben). Bei Rot 1571 dirigirn.
Dirne, f.(Pl.-n): dienende weibliche Person; junge unverheiratete weibliche Per- son; leichte, feile Weibsperson. Mit Kürzung des Vokals(schon bei Luther) aus mhd. dierne, ahd. diorna f.; dazu asächs. thiorna, ndl. deern, anord.(aus dem Deutschen) Perna f. Jeden- falls von ahd. deo, got. Fius m. Knecht⸗ (s. dienen) abgeleitet; ein vorauszusetzendes got.*izairnõ(nach idauwairna m.«Waisey, eig.«Witwensochny, zu widuενο f.«Witwe) könnte die Bed.«Knechtstochtery gehabt haben. Nach Adelung im Hochd. fast ver- altet, aber von Niederdeutschland und Bayern aus, wo es volksüblich ist, gegen Ende des 18. Jh. wieder in die Schriftsprache einge- drungen.
Diskänt, m.(es, Pl.-): höchste Sing- stimme. Mhd. discante m. aus mlat. discan- kus m., ursprünglich wohl Gesang von zwei Stimmen und damm auf die obere beschränkt.
Diskönt, m. und Diskönto, m.(es), Abzug bei Zahlung vor dem Ziele. Aus ital. disconto, jetzt sconto m.«Abrechnung, Ab- zugy, aus einem mlat. discomputus m.(S. Konto). In der 1. Hälfte des 17. Jh. entlehnt.
diskrét, adj. u. adv.: besonnen unter- scheidend, rücksichtsvoll, zurückhaltend. Aus


