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dienen, v.: jemandes Befehl untergeben sein; zu jemandes Zweck oder Nutzen tätig sein; als Mittel wozu brauchbar sein. Mhd. dienen, ahd. dionön; dazu asächs. thionön, ndl. dienen, afries. thiania, anord. Hjöna, schwed. tjäna, dän. fjene. Es ist eine Ab- leitung von ahd. dio, deo(Gen. diures), ags. Fõöc, got. Hius(Gen. Hiwis m.)«leibeigner Diener, Knecht, Sklaven, wovon mhd. dia, ahd. diu(Gen. diuuν), asächs. thiu, thiuavi, ags. Hõοoe, Pöowen, anord. Pfr f.«Magd, Sklaviny. S. auch Demat und Dirne. 4BL. Diener, m., mhd. dienœre. Davon Diene- rin, f., mhd. dienærinne, und Dienerschaft, f.(bei Henisch 1616). dienlich, adj.: nütz- lich. Bei Luther.
Dienst, m., mhd. dienest m. n., ahd. dio- nost n.; dazu asächs. ionost n., ndl. dienst m., anord. Sjönusta f., schwed. änst m., dän. Ujeneste. Von ahd. dionön abgeleitet(wegen des Suffixes vgl. Angsk). Mhd. dienest be- zeichnet auch die Dienerschafty und den einzelnen Diener», wie noch jetzt schweize- risch(Plur. Diensten, auch nd. Denst m. Dienery, bei Voß Dienstin f.). 4 L. dienst- bar, adj., mhd. dienestbœre. dienstlich, adj. u. adv.: dienstbeflissen, mhd. dienestlich; den Dienst betreffend(noch nicht bei Ade- lung). ZUS. Dienstbote, m.: Knecht oder Magd. In frühnhd. Glossaren(Diefenb. 127, auch Reichs-Ordnung. 72 5 v. J. 1512). dienst- fertig, adj., bei Krämer 1678. Dienstmann, m.(-s, Pl.-en), in der ältern Sprache mhd. dienestman, ahd. dionostman der dem Ge- folgsherrn zu Dienst Verpfliichtete, Vasall, Ministerialey; dagegen erst nach 1860(Pl. Dienstmäãnner oder Dienstleute)«Packträger). dienstwillig, adj., im 16. Jh.(1640 bei Comenius 878, aber Dienstwilligkeit schon bei Fischart 2, 285 Kurz).
Dienstag, m.(-J, Pl.-e): der dritte Tag der Woche. Mh. spät und selten dienstac, dinstac, gewöhnlich zĩstac, zlestac(daher bei Hebel Zistig); dazu afries. fiesdei, ags. F- Wweésdœg, engl. tuesday, anord. I-σsdagr, schwed. kisdag m., dän,(entstellt) kirsdag. Dies pe- deutet: der dem Kriegs- und Siegesgott, ahd. Eio, ags. Tu, anord. Tyr geweihte Tag und ist eine Nachbildung des lat. dies Martis(wo- her franz. mardi). Zio gehört zu gr. Zevc, lat. Juppiter, aind. Djãus«Himmelsgott»(zu aind. diu ᷣHimmel»). Nach früherer Annahme ist Dienstag aus der ndd. Form tiesdag für ziestac entstellt(mit Anlehnung an dienen,
wie auch schon mhd. ziestac zu ainstac ent-
stellt wurde), doch sprechen dagegen die Formen mnd. dingsedach, dinschedach, mnl. dinæendach, dinsendach, mit denen D. jeden- falls in Verbindung zu bringen ist. Man führt das Wort auf einen Beinamen des Zio zurück, den er als Beschirmer der Ge- richtstage führte, in latinisierter Form Thingsus (zu ahd. dinc sgerichtliche Verhandlungy, s. Ding), dann also aus Dingestag, Dingstag (was auch in md.(Quellen des 14. bis 16. Jh. erscheint). Es hätte sich dann zunächst Dins- kag entwickelt, wie auch Luther hat, weiter mit Anlehnung an dienen Dienstag. Dafür bayr. Ertag, Erchtag, nachweislich im 13. Jh. eritac, heritac und erigtac, bei Berthold v. Regensburg 1, 54, 16 ergetac, im 14. Jh. eretac, ertac und ergntag(mon. Zoll. 3, nr. 187). dienstbar, Dienstbote usw., s. Dienst. dieser, diese, dieses oder dies(auch dieß), das Demonstrativ-Pronomen. Mhd. diser(durch Assimilation meist dirre), Fem. disiu, Neutr. ditze oder diz(im 15. Jh. auch schon dises), ahd. desér(und therér, disér), desin(disiıν), dizi, diz; dazu asächs. these, thius, thit, ndl. deze, dit, afries. Imis(thes), khius, thit, ags. es, 5ο, His, anord. Hessi, Helta, schwed. denne, denna, detta, dun. denne, dette. Aus zwei Stämmen zusammengeflossen, dem Demonstrativstamm, der auch in der ent- halten ist und einem ebenfalls demonstrativen Stamm ga- in got sa, sO ͥder, diey usw.(s. dey). diesfalls, adv.: in diesem Falle. Zusammen- gerückt aus dies Falls, worin dies aus dieses gekürzt(wie auch mhd. dis, diss für dises steht). 1570 disfals, 1531 ditzfals bei Gom- bert 8, 6. diesfällig, adj., ein Kanzleiwort, von Gombert 8, 6 aus dem J. 1708 belegt. diesjährig, adj.: von diesem Jahre seiend. Abgeleitet von dem Akk. Sg. dies Jahr. Schon 1537 bei Dasypodius dißjärig. diesmal, adv., aus dem Akk. Sg. dies Mal. Frühnhd., bei Luther dis mal. 45L. dies- malig, adj., bei Adelung 1774 als obd. Wort (doch schon bei Stieler 1691 dißmalig). diesseit, diesseits, adv., dann präp. mit Gen.: auf dieser Seite. Mhd. dissit, der Akk. Sg. von Seite mhd. site mit dem Demonstr. diese zusammengeschoben; spätmhd. auch schon mit angetretenem genetivischen-S dis- seils. Bei Luther disseid(als Präp. mit Gen., seltener mit Dat.) und disseids. 4L. diesseitig, adj., 1626 bei Londorp acta publica 2, 13163.


