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gerinnt). 4BL. Dichte, f., bei Krämer 1678. dichten, v.: dicht machen, im 16. Jh. Dichtigkeit, f., bei Henisch 1616.
dichten, v.: Verse machen; überhaupt schöpferisch hervorbringen; worauf sinnen (in d. und trachten). Mhd. tihten cschriftlich abfassen, schriftlich in Verse fassen, ersinnen und zwar künstlerisch», ahd. dihtön, tihtön «in Versen erfinden und schaffend hervor- bringen»; dazu ndl. dichten, schwed.(ent- lehnt) dikcta, dun. digte. Aus lat. dictãre«zum Nachschreiben vorsagen(diktieren), nieder- schreiben lassen, vorsagend anfertigen, dich- teny. Bei Luther noch mit ursprünglichem t tichten, ebenso bei den schlesischen Dich- tern(noch bei Günther). 4BL. Dichter, m.(-S, Pl. wie Sg.), mhd. tihtgre. Davon dichterisch, adj. u. adv.(von Zesen ge- praucht, z. B. 1645 in der Adriat. Rose- mund 123, s. Gombert 7, 20) und Dichter- ling, m.: schlechter Dichter(von Christian Wernicke 1697 gebildet). Dichtung, f. mhd. tihtunge f. ZUS. Dichtkunst, f., bei Schottel S. 447 Tichtekunst.
dick, adj. u. adv.: stark an Masse. Ver- kürzt aus dicke(so noch gewöhnlich bei Luther), mhd. diche(das Adv. auch coftꝰ, wie noch jetzt mundartlich), ahd. dicchi, dicki; dazu asächs. fikki, ndl. dik, afries. thilcke, ags. Picce, engl. thilc, anord. Pyteler, Eolckr, schwed. tjok, dän. fyx. Verwandt ist altir. tiug(aus*tigu)«dick». Kaum zu gedeihen, ahd. Tihan, also etwa zu größerer Körper- lichkeit angewachseno, was wegen der Form Schwierigkeiten macht. Auch Verwandtschaft mit dicht ist nicht sicher. 4L. Dicke, f., mhd. dicke, ahd. dicchi, dichi f. dicken, v.: dick werden, mhd. dicken, ahd. dicchén, dickén; dick machen(auch in er-, verdicken). Dickicht, n. Nach Frisch aus der Jäger- sprache aufgenommen, aus der es zuerst 1719 bei Fleming(teutsch. Jäger 1, 42 Dickigt) erscheint, anfangs auch als M. gebraucht, (Hagedorn poet. W. 2, 231, noch 1775 bei Heynatz); eig. substantivierte Form eines Adj. dickicht«etwas dick», bei Henisch 1616 dickigt. 2ZUS. Dickkopf, m. Kopf großen Umfangs (bei Duez 1664); Mensch oder Tier mit solchem Kopfe; geistig beschränkter Mensch(im 17. Jh. bei Weckherlin 1, 511); unnachgiebiger, störri- scher Mensch.
Dickbein, n.: das Bein von der Hüfte pis zum Knie. Bei Stieler 1691. Mit An- lehnung an dick entstellt aus Diechbein(im
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.
14. Jh. diechpain bei Megenberg 144, 35 ist &Schenkelknochen»); mhd. diech, ahd. dioh n.«Schenkel» ist sonst veraltet, aber noch im Bayr. vorkommend, entsprechend nd. dé, ndl. di, afries. thiach, ags. Séoh, engl. thigh, anord. 55. Es gehört zu lit. faulaõ Fett), apr. taulcis«Schmalz?, abg. tuâ m. Fetty.
Didäktik, f.: Lehrkunst; Lehrdichtung. Von gr. didaxrich(nämlich rexvn«Kunsto), Fem. des Adj. didaxrixc um Unterricht gehörig, belehrend, von diddckeiv«belehren». Im 18. Jh. entlehnt. didäktisch, adj.: lehr- haft(Lessing 6, 254).
Dieb, m.(es, Pl.-e): heimlicher Ent- wender fremden Eigentums. Mhd. diep, ahd. diob, diub m.; dazu asächs. tiof, ndl. dief, afries. thiaf, ags. péof, engl. thief, anord. Fjfr, schwed. Hjuf, dän. I„ο%, got. Hiufs, Piubs m. Dunkler Herkunft. S. auch Deube. 4 BL. Dieberei, f., mhd. dieberie f. diebisch, adj., frühnhd.(bei Kaisersberg), mhd. dafür dieplich. diebjo! als Ausruf: haltet den Dieb! Mit angetretener Interjektion wie mhd.-6, Z. B. in wäfenã«Waffen herbeib Im 15. Jh. ZUS. Diebstahl, m., mhd. da- für diepstãle, diupstäle f., zusammengesetzt aus Dieb(ahd. und mhd. dialektisch auch diup) und dem im Ahd. erhaltenen stäüla f. von Stelan«stehleny». Das Mask. Diebstah 1482 im Vocab. predicantium A a 22(geist- licher diebstal) und bei Luther.
Diech, s. Dickbein.
Diele, f.(Pl.-n): langes Brett; Fußboden; Zimmerdecke; Hausflur; Dreschtenne. Mhd. dil m. f. und mit j-Suffix abgeleitet dille, ahd. dil, dilo m., dili n. und dilla(aus*dilja) f. Brett, Bretterwand, Seitenwand des Schiffes, bretterner Fußboden», mhd. dille auch s. v. a. obere Decke des Hauses; dazu mnd. dele f. Brett, Fußboden, Flur, ndl. deel n.«Brett, ags. Hel n. und abgeleitet HSille f.«Brett, anord. Fil, Hili n. Bretter-, Scheidewand, Getäfel» und Filja f. Ruderbank». Verwandt sind lit. Eile f.«Kahndielen, abg. fâlon.«Boden), die man weiter zu aind. talam n.«Fläche und lat. fellãs f. Erde» stellt. Die Bedd. Hausflur, Dreschtenne» sind aus dem Ndd. aufgenommen; zuerst bei Ludwig 1716. 48L. dielen, v.:(den Fußboden) mit Dielen be- schlagen. Mhd. dafür dillen, ahd. dillön(in gadillõn), abgeleitet von mhd. dille, ahd. dilla f.
Diemen, m. oder Dieme, f.: Haufen von Stroh oder Getreide. Ndd.(bei Schottel 1663
Diem f.). S. Feim. 23


