Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
351-352
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3 51 Dezennium

dicht 35²

Schweine) und wolfmän«Wolfmonat»(weil die Wölfin im Winter läufig ist).

Dezénnium, n.(-*I, Pl. Dezennen): Jahr- zehnt. Das lat. decennium n. Bei Nehring 1694.

dezént, adj.: geziemend, wohlanständig. Von lat. decens(Gen. decentis), dem als Adj. gesetzten Part. Präs. von lat. decére æge- ziemen, gebühren, wohlansteheny. Im 18. Jh. entlehnt. Dezenz, f.: Wohlanständigkeit. Aus dem gleichbed. lat. decentia f.

Dezigramm, n.(-s, Pl.-e): ⁄0 Gramm. Durch Reichsgesetz von 1868 aufgenommen aus franz. décigramme m., dessen deci- nach lat. decinus æder zehntey.

dezimäl, adj.: die Zahl 10(lat. decenl) betreffend. Aus mlat. decimalis. 1716 bei Wolff math. Lex. Sp. 172 Decimal-Rechnung.

dezimieren, v.: den zehnten Mann töten. Aus dem gleichbed. lat. decimäre von lat. decimus æder zehnte». Im 18. Jh. entlehnt.

Diadém, n.(-s, Pl.-e): Kopf., Stirnbinde als Zeichen der höchsten Würde. Mhd. diadém m. Aus gr. Jat. diadéma, gr. diddnua n. Binde, Band, persische Binde um den Turban, diese Binde als Zeichen königlicher Würdes, von gr. diadeiv umbinden?.

Diakön, m.(-S oder-en, Pl.-en): Hilfs- prediger. Aus dem kirchlichen gr. Jat. diiconus m. cKirchendiener,-gehilfey, gr. didxovoc m. Diener». Schon mhd.(mit Abschwächung) diälten m. 4BL. Diakonissin, f.: Kirchen- dienerin zu(Armen- und) Krankenpflege. Aus kirchlich-lat. diaconissa f.«Kirchendienerin.

Dialékt, m.(es, Pl.-e): Mundart. Aus gr.-lat. dialéctus f.«Mundarty, gr. diexroc f. Unterredung, Ausdruck, Landessprache, Mundart», von dioXerecbai sich unterreden, redegewandt seins». 1634 bei Spee Trutznachti- gall Vorr. der Pl. Dialecten. Dialéktik, f.: die Kunst gelehrten Streites; Wissenschaft der Denkformen. Mhd. dialectilte f. aus gleich- bed. gr. lat. dialectica(zu ergänzen ars«Kunsto), gr. dickékricn(nämlich réxvn«Kunsty), dem Fem. des gr. Jat. Adj. dialecticus, gr. diokek- rixoc zur Unterredung, zum Disputieren gehörigy. Davon Dialéktiker, m.: Kenner und Lehrer der Dialektik.

Dialög, m.(-*s, Pl.-e): Wechselgespräch. Aus gr. Jat. diälogus m., gr. dickhoroc f.«philo- sophische Unterredung, Zwiegespräch», von dickéreceor(s. Dialelct). Beleg von 1621 bei Gombert 8, 4.

Diamänt, m.(-s oder-en, Pl.-en), ver- altet und dichterisch Démant, m.(-s, Pl.-e):

der härteste Edelstein. Mhd. diamant, diemant (woraus démant hervorgegangen, wie dénuot aus diemuot) aus ital.-span. diamante, franz. diamant m., die auf gr.-lat. äãdamas(Gen. adamãntis) beruhen, woher auch mhd.'ahd. adamant m. Bei Luther Demand, später setzte sich wieder die dem Franz. näherstehende Form Diamant durch. 48L. diamanten, demanten, adzj.

Diârium, n.(-s, Pl. Diarien): Tagebuch, Kladde. Aus lat. didrium n. Tagebuch», einer Ableitung von diés Tagy, 1703 im Zeitungslex.

Diarrhöe, f.(Pl.-n): Durchfall. Aus dem gleichbed. gr.-Jat. diarrhoea, gr. dipboic f., von diaßpeivædurchfließen». Bei Wächtler 1711 Diarrhée.

Diät, f.: Lebensordnung; schmale Kost. Mit franz. diete, ital. dieta f. aus gr. Jat. diaeta, gr. diorra f.«Lebensart, ärztliche Vorschrift zur Erhaltung der Gesundheity». Schon früh- nhd., in Brants Narrenschiff 38, 3 dyget, im Grobianus 3904 Diet, auch bei Rot 1571 ver- zeichnet. Auch adjektivisch ein didtes Lehen bei Nehring 1710, hervorgegangen aus diät lehen«nach der Diät leben»(1719 bei Fleming Jäger 1, 925).

Diäten, Pl.: Taggelder, Taggebühren. Mit franz. diete, ital. dieta f.«Reichstag» von mlat. diccta oder deta f.«Tagreise, Tagsatzung, Tag- geldy von lat. diõs«Tag»(vgl. mlat. dietim ctäglich»). 1773 bei Amaranthes 1, 862.

dibbern, v.: reden, angelegentlich be- sprechen. Auch döbern. Jüdisch-deutsch aus hebr. dibbér reden?.

dicht, poetisch auch noch dichte(Goethe 1, 115. 4, 101), adj. u. adv.: eng zusammenge- drängt. Mhd.(bei Nic. v. Jeroschin) dihte (daher bei Burkhard Waldis 3, 94, 165 deicht, jetzt noch preuß.-livländ.-estländ.), häufiger (auch in obd. Quellen) gedihte als adv. cin einem fort, häufigs, daraus dann mit ge- kürztem Vokal(aus dem Md.) dicht, bei Luther ticht; dazu mnd.-mnl. dichte æstark, tüchtigy, anord. 5éôttr(aus Pihtr), dän. fEæt, engl. fight«dichty. Ob das Wort zu ahd. dhan agedeihen» gehört, das wie gediegen (8. d.) zeigt, auch die Bed. creif, fest, hart und so eng beisammen(dicht) werden, trocknen? hatte, scheint zweifelhaft. Nach Stokes Bezz. Btr. 25, 47 zu ir. fécht«geronnen». Gewöhnlich vergleicht man auch lit. fänkas«dicht, dicht zusammenstehendy, arm. fhanyr«dichty und stellt diese zu ai. tandkti«zieht zusammen,