349 deswegen
Dezember 350
des und der das Verhältnis des Maßes ein- schließende Instrumental diu ist. Während Luther sich noch der Form deste bedient, findet sich sonst im 16. Jh. auch desto, das Henisch 1616 aufführt.
deswegen, adv.: aus dem Beweggrunde, Verbindung des Gen. Sg. des mit dem prä- positionellen wegen(s. d.). Bei Henisch 1616.
Deube, f.: Diebstahl. Veraltet. Mhd. diuhe, ahd. diuba f., im Got. Hiubi n. S. Dieb.
Deut, m.(es, Pl.-e): kleinste Münze. Aus dem ndl. dait m. ⅛ Stüber(in Cleve % Pfennig preuf.), das auf anord. Pveit ceine kleine Münzen(von Softa«schneiden) zurückgeführt wird. Zuerst bei Ludwig 1716 (Schottel 1663 hat Dütge, Rädlein 1711 Dütgen). Vgl. Scherf.
Deute(Goethe Herm. 7, 202), f., s. T'üte.
deuten, v.: etwas verständlich machen; (erklärend) zeigen. Mhd.-ahd. diuten; dazu ndl. quiden, afries. Ihioda(in bithioda), anord. Böda, schwed. tõda, dän. k„αͥe. Urspr. s. v. a. volksverständlich machen, in der Volkssprache auslegen, abgeleitet von ahd. diot m. n., diofa f. «Volky(s. deutsch). 4B L. deuteln, v.: mn gekünstelter Weise auslegen. Bei Luther, wie auch Deutelei f. Deuter, m. in Stern-, Traumdeuter usw. Mhd. diutœre m. deutlich, adj. und adv.: leicht zu erkennend und zu verstehend. Mhd. nur als adv. diutliche(auch diutecliche), dazu ndl. daidelijt, während Luther auch das Adj. verwendet. Deutung, f., mhd. diutunge f.
deutsch, adj. und adv., dazu substantivisch Deutscherm., Deutsche f, sowie Deutsch n. die deutsche Sprache». Mhd. diutisch, diutsch u. kiutisch, tiutsch, tiusch, dazu asächs. Ihiudisk, ndl. daitsch(daher engl. dutch cholländisch), ags. Fẽodisc, schwed.(entlehnt) tis, dän. idskr. Im Got. findet sich das Adv. Fiadiskõ cheid- nisch»(nach gr. egvucchc). Abgeleitet von ahd. diot m. n., diota f., asächs. thiod, thioda f., ags. Fοο f., got. Siuda f.«Volk, Volksstamm?; dazu lit. fautd f., air. fuath, osk. fouto f.«Volko. Die ursprüngliche Bed. des Wortes ist daher: dem Volke eigen, volksmäßig, national, und zwar steht es im Deutschen von dem, was unserm Vaterland angehört, zunächst von unsrer Sprache als der Volkssprache gegen- über der in der Kirche und bei den Ge- lehrten gebrauchten lateinischen, dann auch von unserm Volke(asächs. fhiudisca liudi «Germania»). Das auf ahd. diutisc beruhende mlat. theodiscus, theotiscus kommt schon seit
788 vor. Vgl. J. Grimm Gramm. 13, 13 ff., H. Fischer Btr. 18, 203 fl. Im ältern Nhd. wird deutsch(bei Luther deudsch) und teutsch geschrieben, dies besonders bei Oberdeutschen, doch auch bei Mitteldeutschen; keutsch wird von Duez, Krämer, Stieler, Ludwig, Frisch angesetzt, während Schottel, Gottsched und Adelung sich für deutsch entscheiden. Die Schreibung feutsch erhält sich bis ins 19. Jh. hinein, verschwindet aber dann, nachdem sie J. Grimm(irrtümlich, da doch mhd. tiutsch zugrunde liegt) als falsch bekämpft hatte. 4B2L. deutschen, v.: auf deutsch sagen (mhd. fiutschen, noch bei Stieler 1691 teutschen, dann durch verdeutschen verdrängt; bei Goethe 6, 110 feutschen= deutschtümeln). Deutsch- heit, f. Bei Stieler 1691, aber erst nach 1750 in der Bed.«deutsche Art» recht üblich geworden(im 15. Jh. bei Osw. v. Wolken- stein kiutschecheit). Deutschtum, n. Erst nach 1815 aufgekommen. Dazu(in herab- setzendem Sinn) deutschtüumeln v. und Deutsch- tümelei f. ZUS. Deutschland, n. Im 15. Jh. als Zusammensetzung Tiutschland(früher daz kiutsche lant, daneben der Plur., z. B. diutsche lant im Annolied), doch auch öfter noch mit Flexion des 1. Bestandteils(auch bei Luther). Vgl. Hildebrand Kleine Schr. 217.
Devise, f.: Wahl-, Sinnspruch. Aus franz. devise, ital. divisa f.«Abteilung, Wahl, Wahl- spruch, Unterscheidungszeichen⸗, von lat. diwisus, dem Part. Perf. Pass. von lat. drvidére «teilen, unterscheiden». Im 16. Jh. entlehnt (1564 in der Zimmerschen Chronik; bei Fischart Garg. 185 nach dem Ital. Divis).
devöt, adj.: fromm, ergeben. Aus dem gleichbed. lat. dévötus, eig. Part. Perf. von déẽvovére«als Opfer weihen, dahingebeny. Im 17.Jh. entlehnt. Devotiön, f.: Frömmig- keit, Hingebung. Aus lat. dévotio f. Im 17. Jh.(Grimmelshausen Simpl. 101).
Dezem, m.(-s): der Zehnte als Abgabe an den Geistlichen. Aus mlat. decimum n. «Zehntabgabe), dem Neutr. des lat. Adj. decinzus«der zehnte». Schon ahd. dezemo m. Daher md. Däzen m. Anteil.
Dezémber, m.(-s): der letzte Monat im Jahre. Aus lat. Decencber d. i. der zehnte Monat vom März an, von lat. decem «zehny. Dafür ahd.(nach der Benennung Karls d. Gr.) heilagmänôth, spätmhd. christmün Christmonaty, auch hartmän«Hartmonat⸗ (wegen des gefrornen Erdbodens) slahtmeün «Schlachtmonat»(wegen des Schlachtens der


