Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
347-348
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347 dermaßen angetretenem a. Bei Ludwig 1716. dermalig, adj., 1757 in Meiers Metaphysik 3, 126, häufig bei Wieland.

dermaßen, adv.: in der Weise, in dem Grade, zusammengerückte Gen. Sg. der maßen (in schwacher Flexion), mhd. der mäze. In der frühnhd. Kanzleisprache(Janssen Frankf. Reichskorr. 1, 624) und bei Luther üblich.

dero, in höfischer Anrede erhaltner alter- tümlicher Gen. Pl. von der und die. Ahd. dero, im Alemann. in dieser Form erhalten und um 1500 in die allgemeine Kanzleisprache eingedrungen(z. B. Janssen Frankf. Reichs- korr. 1, 908), anfangs demonstrativ und relativ, später in seinem Gebrauch beschränkt.

der-, die-, dasselbe: der, die, das und kein andrer, keine andre, kein andres. Mhd. der Selbe, diu selbe, daz selbe, ahd. der Selho, diu Selba, daz selba, got. das Neutr. Hata Silb. Die erweiterte Form derselbige kommt seit dem 15. Jh. und bei Luther vor.

derweil, adv.: während der Zeit, zu- sammengerückte Gen. Sg. mhd. der ewlle.

Derwisch, m.(es, Pl.-e): mohammeda- nischer Mönch. Das pers. derwésch, das eig. arm) bedeutet. Bei Hagedorn moral. Ged. 154 Dervis, wie ndl. derwis m., aber schon 1530 bei Seb. Franck Cronica der Türckey H. J2²a Dermschler.

derzeit, adv.: zu der Zeit, zusammen- gerückte Gen. Sg. mhd. der zlle. 43L. derzeitig, adj., erst im 19. Jh.

Desem(auch Désemer), m.(*5): Schnell- wage. Aus dem Ndd. bei Voß 1, 165. Da- neben und urspr. besemer, mnd. auch bisemer, mit altn. bismari m., schwed. besman, dän. bismer aus dem gleichbed. russ. bezmén m.

desertieren, v.: fahnenflüchtig werden. Aus dem gleichbed. franz. deserter von mlat. desertare, abgeleitet von lat. déserére«ver- lasseny. Im 17. Jh. 432. Desertéur, m.(-s, Pl.-e): Fahnenflüchtiger. Das franz. deserteur m. aus lat. désertor m. Desertin, f.: Fahnenflucht. Aus franz. desertion, f. von lat. désertio f.

desfalls, adv.: in diesem Fall, zusammen- gerückte Gen. Sg., von Gombert 8, 4 aus dem J. 1545 nachgewiesen. 4L. desfallsig, adj. In der neuern Kanzleisprache.

desgleichen, Verbindung des Gen. des mit dem Adv. gleichen(mhd. geliche mit an- getretenem), als Adv. und(wie dergleichen) auch als Adj. verwendet. Schon im 15. Jh. des glichen.

4BL.

desto 348

deshalb, adv.: eig. von seiten(s. halb) des im Vorhergehenden Ausgedrückten, in der Rücksicht. Alternhd. deshalben(Nicl. v. Wyle 352, 28). Die Form deshalb kommt schon im 15. Jh. vor(Janssen Frankf. Reichs- korr. 1, 149), dringt aber erst im 18. durch. designieren, v.: jemand wozu bezeichnen. Aus lat. désignäãre«bezeichneny. Im 17. Jh. despektierlich, adj. und adv.: gering- schätzig, verächtlich. Zusammenges. mit despelctieren«schimpfen, verachten», das im 17. Jh. aus lat. déspectäre cherabsehen» ent- lehnt wurde(bei Nehring 1694). Bei Spe- rander 1728. desperät, adj.: verzweifelt. Aus lat. dẽspér ãtus, dem Part. Perf. Pass. von déspérãre cohne Hoffnung sein». 1575 bei Fischart Garg. 266. 43L. Desperatin, f.: Ver- zweiflung. Aus lat. déspérdtio f. Bei Rot 1571. Despöt, m.(-en, Pl.-en): Gewalt-, Zwangs- herrscher. Aus gr. decnrnc m. Gebieter, Herr, unumschränkter Gebietery. Bei Henisch 1616, als Herrschertitel 1562 bei Mathesius Sarepta 116 b. 431. despötisch, adj., bei Leibniz deutsche Schriften 1, 231 vom J. 1670. deß, Gen. Sg. von der, in der poetischen Sprache öfters gesetzt, wo sonst dessen(s. d.) gebraucht werden muß. Eig. identisch mit, des, aber mit Rücksicht auf dessen mit 6 geschrieben. Früher auch meist deßhalb, deßawegen usw. und indeß, unterdeß(s. d. d.). dessen, Gen. Sg. des alleinstehenden und so substantivische Geltung habenden demon- strativen und relativen der, das. Im ältern Nhd.(noch nicht bei Luther) eingetretene Verlängerung der Form des. Auch in den Zusammenschiebungen dessenthalben, dessent- wegen, dessentwillen mit eingeschaltetem t. Dessért, n.(-S, Pl.-s,-e): Nachtisch. Das gleichbed. franz. dessert m. von desservir «die Speisen abtragen). In der 2. Hälfte des 18. Jh. eingedrungen und bei Kindleben 1781 aufgeführt. destillieren, v.: flüchtige und flüssige Teile wovon durch Wärme in verschlossenem Gefäße absondern. Aus lat. déstilldre ab- träufeln». Im 15. Jh.(wie auch noch später) distillieren(bei Nicl. v. Wyle 88, 9, im Voc. ex quo 1469 distileren). 4BL. Destillatin, f. desto, den Verhältnisgrad vor Kompa- rativen bezeichnend: um so. Mhd. deste (mit komparativischer Endung dester), auch noch des de, des die, ahd. des diu, was der das Verhältnis des Grundes anzeigende Gen.