343 denen mut durch. 4BL. demütig, adj., mhd. diemiietic, démüetic, spůtahd. diemuotig. Da- von demütigen, v., mhdâ. diemüetegen, dé- mlietegen(neben den von dem Subst. abge- leiteten diemäeten).
denen, Dat. Pl. des demonstrativen und relativen der, die, das. Eine im 15. Jh. auf- gekommene Erweiterung des mhd. den, ahd. dém, an das die Endung des Dat. Pl. noch- mals angetreten ist. Vom Demonstr. wird jetzt nur noch denen gesetzt, wenn der Dat. allein, also substantivisch steht, während älter- nhd. bis tief ins 18. Jh. auch mitunter denen als Dat. Pl. des Artikels erscheint.
dengeln, v.: kaltes Eisen durch wieder- holtes Hämmern schärfen. Mhd. fengeln, auch überhaupt«zuschlagen, klopfen», ahd. begegnet tangeläri m.«Kaltschmiedv. Zu ahd. fangol m. Hammery, ferner mhd. fengen(in widertengen) «schlagen, klopfen»?, ags. dencgan«stoßen?, engl. ding«schlagen?, anord. dengjc«schlagen), aschwed. diunga, schwed. dänga«heftig Klop- feny, dän. dänge«bläuen, prügeln?, aus denen ein starkes V. ahd. dingan zu erschließen ist. Die zu erwartende Form tengeln noch bei Frisch 1741, dengeln(mit der üblichen Vertauschung von d und?: wie in Daus usw.) schon frühzeitig im Obd.
Denkart, s. denken.
denken, v.(Prät. dachte, Konj. dächte, Part. gedacht): geistestätig sein. Mhd. denken (Prät. dähte, Konj. dœhte, Part. gedäht), ahd. denchen, denkcen; dazu asächs. Thenkian, ndl. denkcen, afries. Ihenkia, ags. Hencan, engl. think, anord. Henkeja, schwed. fänka, dän. fänke, got. Hagkjan. Mit einem J-Suffix zu derselben Wurzel gebildet, zu der auch dünken(s. d.) gehört und genau entsprechend lat. fongére cnosse, scirey, osk. tangindid«sententiay. 4 L. denkbar, adj. Erst bei Adelung 1793 an- geführt. Denker, m. Bei Adelung 1774, aber als gezierter Ausdruck empfunden. 20S. Denkart, f.: Eigentümlichkeit des Denkens über die sittlichen Verhältnisse. Um 1750 aufgekommen(Wieland Suppl. 2, 106. Her- der 1, 15 u. a.), daneben auch Denkungsart (1739 bei Liscow 803, bei Lessing 1, 283), das von Heynatz 1775 als gewöhnlicher be- zeichnet wird, und im 18. Jh. Denkxensayrt (Gombert 7, 18). Denkfreiheit, f., 1739 pei Liscow 809 fg. Denkmal, n.(Pl. Denk- mäler), bei Luther. Denkmünze, f., bei
Adelung 1774. Denkschrift, f., im 17. Jh. gebildet(1716 bei Ludwig verzeichnet). denk-
Depositen 344
würdig, adj., frühnhd.(Rollenhagen Froschm. 3, 1, 4). Davon Denkwürdigkeit, im 17.Jh. gebildet(vgl. Gombert 7, 19). Denkspruch, m., 1663 bei Schottel S. 428. Denkzettel, m. Bei Luther Denkzedel noch im urspr. Sinn, daneben im 16. Jh. auch schon bildlich.
denn, Konj., die 1) die Gedankenfolge, den Erläuterungsgrund anzeigt, 2) zur Ver- gleichung dient, wie«als» nach Kompara- tiven, 3) eine Ausnahme bezeichnet in Sätzen wie es sei denn. Eig. eins mit danz(s. d.) und daher urspr. die Zeitfolge bezeichnend. Von dann wird denn um die Mitte des 18. Jh. geschieden.
dennoch, eine den Gegensatz nachdrück- lich hervorhebende Konj. Mhd. dannoch, den- noch, zusammengeflossen aus ahd. danne noh cnoch zu dem Zeitpunkt, dann noch, da nochy, woher schon in mhd. dannoch die Bezeichnung des Gegensatzes.
denunzieren, denunziieren, v.: zur Anzeige bringen. Aus lat. dénzncidre an- zeigen. Frühnhd.(Reichsordnungen 71 v. J. 1512). 4B L. Denunziänt, m.(-en, Pl.-en): Angeber. Aus dem lat. Part. Präs. dénun- cians(Gen. dénunciantis). Ein Beleg von 1703 bei Gombert 8, 3. Denunziatiön, f.: Angeberei, aus dem J. 1554 belegt bei Gom- bert 8, 3. Aus lat. dénzncidtio f.
Depésche, f.(Pl.-n): Eilbotschaft, Eil- schreiben. Aus dem gleichbed. franz. dépéche f., ital. dispaccio m., von franz. dépécher, ital. dispacciare«losmachen, abfertigen?. Bei Nehring 1710; 1703 im Zeitungslex. Depéches.
deponieren, v.: niederlegen, bes. zur Auf- bewahrung. Aus lat. dépönére«ab-, nieder- legen». Schon bei Rot 1571. Deponieren und Deposition f. waren Ausdrücke für die ehemals auf Universitäten übliche Einweihung der jungen Studenten in das akademische Leben, schon im 16. Jh. als alter Brauch be- zeichnet(O. Schade im Weim. Jahrb. Bd. 6). — Depositen, Pl.: in gerichtliche Ver- wahrung niedergelegte Gelder; gegen Zinsen aufgenommene Handelsgelder. Aus dem Pl. von mlat. depösitem, subst. Neutr. des Part. Perf. Pass. dẽpésitas von déponere. Bei Wächt- ler 1714 Depositen-Gelder.
Deportatiön, f.: Landesverweisung, Ver- pannung. Aus lat. déportätio f., von dépor- täre«verbannen», eig.«wegschaffeny. In der frühnhd. Rechtssprache(Brant Layenspigel dd 10).
Depositen, s. deponieren.


