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dehnen, v.: in die Länge ziehen, ausein- ander ziehen. Mhd. demen, auch dennen, ahd. dennen; dazu asächs. fhenian, ags. Henian, anord. penja, schwed. fänja, got. panjan(in uf Panjan). Verwandt mit gr. reiveiv«spanneno, aind. fanöti«dehnt, spannty, lat. kendere, cspannen» usw. mit reicher Verzweigung. S. auch dinsen, Dohne, dünn. 4BL. dehn- bar, adj., bei Adelung 1774. Dehnung, f., bei Henisch 1616.
Deich, m.(es, Pl.-e): Schutzdamm gegen Wasser. Mhd. fiöch, dich m. aus dem gleich- bed. mnd.-mul. di m.(schon andd. ν), da- zu afries. dik, ags. dik m., engl. dixce(auch ditch«Abzugsgraben»), anord. dikà n., dän. dige. Eig. identisch mit Teich(s. d.), aber in halbndd. Lautform(doch älternhd. auch oft Teich, so noch bei Ludwig 1716 und Frisch 1741, während das reinndd. Diex bei Schottel 1663 steht und auch Ludwig 1716 bekannt ist). 4L. deichen, v.: einen Schutzdamm errichten. Mndl. diken. ZUS. Deichgraf, Deichgräfe, m.: Oberaufseher über das Deichwesen einer Landschaft, Deichhauptmann. Norddeutsch, 1591 bei Spangenberg Adelsspiegel 1, 323 Teichgrave. Mud. dilgreve m. S. Graf.
Deichsel, f.(Pl.-n): Wagenstange zwi- schen den Zugtieren. Mhd. dähsel, ahd. döh- sala f.; dazu andd. thisla, ndl. dissel m., ags. Fiæl, Fisl, anord. Fisl f. Grundform Sinhsld und daher zu lat. fémo(aus stenaæmo) m. pr. feansis«Deichsel», aus*tenksis. Vgl. noch Osthoff Idg. Forsch. 8, 36. Im ältern Nhd. die Nebenformen Deistel(auch bei Luther) und Deisel.
deichseln, s. Dechsel.
ldein, erweitert deiner: Gen. Sg. von du(s. d.). Mhd.-ahd. dén, asächs. afries. Ihin, ags.-anord. Hin, got. Heina. Seiner Bildung nach zu dem possessiven ²dein gehörig. Das erweiterte deiner, schon mhd. vereinzelt diner, ist bei Luther noch selten(in der Bibel nur 5. Mos. 13, 17), doch führen es die Gram- matiker Olinger und Clajus neben d. an und Schottel gibt der längern Form den Vorzug.
2dein, besitzanzeigendes Pron. der 2. Per- son. Mhd.-ahd. din, asächs.-afries. hin, ags. Fin, engl. thy, thine, anord. pinn, schwed.-dän. din, got. Heins. Von da(s. d.) abgeleitet.
deinesgleichen, erstarrte Genetivform, mhd. dines gelichen. Im Mhd. ist in din geliche «der dir gleich isty sowohl das Possessiv als das substant. geläche mit Flexion versehen, z. B. er vant dinen gelichen.
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deinet- in deinethalben,-wegen,-willen, hervorgegangen aus dem im Frühnhd. noch vorkommenden deinent-, mit angetretnem f aus deinen, das in deinethalben(aus deinen halben) und deinetzwegen(aus deinen wwegen) als Dat. Pl., in deinetzillen(bei Luther noch vmb deinen willen) als Akk. Sg. anzusehen ist.
deinig, adjektivische Bildung, die immer den Artikel vor sich hat. Am Ende des 16 Jh. entstanden; 1663 bei Schottel S. 541 an geführt.
Deise, f.(Pl.-n): Gestell im oder am Schornsteine zum Trocknen von Holz oder Fleischwaren. Im 15. Jh. thüring. und 1469 mittelrhein.(Voc. ex quo) deyse, auch mnd. deise(Crecelius 260). Jetzt in Hessen, Elsaß, Kärnten usw.
Deist, m.(en, Pl.-en): Gottgläubiger ohne Offenbarungsglauben. Aus engl. deist, franz. déiste m., abgeleitet von lat. deus m. Gotty. Bei Sperander 1728. Vgl. Ladendorf Hist. Schlagwb. 44. 4 B L. deistisch, adj.
Deixel, m., Entstellung aus Teufel(s. d.) Schon im 17. Jh.
Dekäde, f.(Pl.-n): Zahl von 10. Aus dem gleichbed. franz. décade f. von gr. dexdc (Gen. dexddoc) f.«Abteilung von 10». Im spätern 18. Jh. entlehnt.
Dekagramm, n.: 10 Gramm. Deka- meter, n.: 10 Meter. Durch Reichsgesetz von 1868 eingeführte Benennungen, entlehnt aus franz. décagramme m. und décamètre m., deren déca aus gr. déxa«zehn).
Dekän, m.(1s, Pl.-e): Obergeistlicher; Fakultätsvorstand. Mhd. und spätahd. dechan, kechan m., aus lat. decãnus m.«Vorgesetzter von 10, z. B. 10 Mönchen⸗. S. auch Dechant. 4BL. Dekanät, n.: Amt und Amtsbezirk des Dekans. Aus mlat. decauatus m. Bei Wächtler 1711.
deklamieren, v.: im Redeton laut vor-
tragen. Aus lat. déclämäre. Schon bei Rot 1571 declamirn. 4BL. Deklamatiön, f.: Redevortrag. Aus lat. déclãmdtio f.
deklarieren, v.: sich worüber erklären. Schon mhd. declariren(Mon. Boica 43, 401 vom J. 1381), von lat. décläräre. 4BL. De- klaratiön, f. Aus lat. déclärãtio f. 1495 Declaration(Reichsordn. 19 b).
deklinieren, v.: nach Zahl(Numerus) und Fall(Kasus) biegen. Schon mhd. de- cliniren, aus lat. déclindãre eig.«abbiegen?. 4BL. Deklinatiön, f. Aus lat. déclndtio f. Frühnhd.(Luther 7, 20 ⁄ Jen.).


