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ahd. decchen, decken; dazu ndl. dekcken, afries. thekka, ags. peccan, engl. thatch, anord. Helja, schwed. fäcka, dän. dälcke. Zu Dach(s. d.), mittelst eines-Suffixes gebildet. Das Prät. dackte(bei Luther deckte, decheet) kommt noch im 16. u. 17. Jh. zuweilen vor; das Part. geclackct hat sich als technischer Ausdruck(bei den Orgelbauern) erhalten. 4L. Deckel, m. (, Pl. wie Sg.), spätmhd. Deckung, f., von Adelung 1793 noch nicht angeführt. 2ZUS. Deckbette, meist Deckbett n., 1482 im Voc. theut. e 7 b deckpet. Deckmantel, m., mhd. deckemantel m., auch schon über- tragen(vgl. bemänteln).
dedizieren, v.: widmen, jemandem zu- eignen. Aus dem gleichbed. lat. dédicdre. 1531 bei Hedio Josephus Ant. 188 b dedliciern. 4BL. Dedikatiön, f. Widmung, Zueignung. Im 16. Jh. bei Fischart 2, 284(Kurz) dedi- cation, aus lat. dẽdicãtio f.
deduzieren, v.: durch Schlußfolgerung herleiten und dartun. Aus lat. déedäcere, eig. cherabführen». Schon bei Rot 1571 dedacirn. 4B2L. Deduktiön, f.: Herleitung durch Schlüsse; Beweisführung(Script. rer. Siles. 4, 256 vom J. 1579 decuction). Aus lat. dẽductio f.
Defékt, m.(-es, Pl.-e): Mangel worin. Aus dem gleichbed. lat. défectus m., von défi- cere«fehleny». Bei Rot 1571 Defect(Ger- mania 28, 364 ein Beleg von 1531).— De- flzit, n.: Ausfall an Geld, Fehlsumme. Aus der 3. Sg. Präs. Ind. déficit von déficere. 1729 in Stoppes Ged. 2, 121 bereits in bildlicher Anwendung(Mangel an Körperfülle).
defensiv, adj.: der Verteidigung dienend. Aus dem gleichbed. mlat. defensibas, abge- leitet von lat. défensio f.«Verteidigung, von défendere«verteidigen. Frühnhd.(1541 bei Liliencron 4, 180 defensiven"eis). Defen- sive, f.: Verteidigung, 1626 bei Stettler Schweizerchronik 2, 1894. Defensivkrieg, m., 1617 bei Wallhausen Corp. mil. 4.
defllieren, v.: reihen-, zugweise vorbei- marschieren. Aus franz. défiler«in einer Reihe hintereinander gehen», von fle m.«Fa- den, Reihe?, das aus lat. filum n.«Fadenꝰ. 1703 im Zeitungslex. Davon Defllée, n.(-s, Pl.-s): Enge, Engpaß. Aus franz. defilé m. 1703 im Zeitungslex. defilées«enge, verhauene, schlammigte Wege».
definieren, v.: unterscheidend erklären, einen Begriff bestimmen. Aus lat. déftuire ab-, begrenzen, im Begriffe bestimmen», wor-
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.
aus schon mhd. diſſmnieren«bestimmen, fest- setzeny. Definitiön, f.: Begriffsbestimmung. Aus lat. définitio f. Frühnhd.(Luther 5, 276 b Jen.). definitiv, adj.: abschließend, unwiderruflich. Aus lat. dé ινενι bestimmt, begriffsbestimmty. Bei Wächtler 1711.
Deflzit, s. Defelrt.
deftig, adj.: tüchtig, trefflich. Aus dem Ndd. in die hd. Umgangssprache eingedrungen, auch ndl. deftig. Zu ags. gedcft«passend?, engl. deft«niedlich, geschickto, abgeleitet von dem V. got. gadaban«passen». Bei Schottel 1663 verzeichnet.
1 Degen, m.(-S, Pl. wie Sg.): tüchtiger Kriegsmann. Mhd. degen, ahd. degan m. «männliches Kind, Knabe, Diener, Gefolgs- mann, tapfrer Kriegsmann, Held; dazu asächs. thegan m.«Knabe, Diener, Mann), ags. Hegn «Diener, Mann, Rittery, engl. thane Frei- herr», anord. Hegn m.«freier Untertan, freier Manny. Das Wort bedeutet urspr.«Knaben und stimmt der Lautverschiebung gemäß mit gr. réxvov n.&Erzeugtes, Kindy, zu rikreiv cerzeugen, gebäreny. Nicht zu 2Degen. Es wurde im 15. bis 18. Jh. nur selten gebraucht und Stieler, Steinbach, Frisch führen es nur als veraltet auf; 1759 wurde es aber von Lessing im Anschluß an Logau empfohlen und von ihm(Em. Galotti 1, 4), sowie von Wieland, Bürger, Goethe, Schiller(Jungfr. v. Orl. Prol. 3), Uhland, E. M. Arndt usw. wieder als edler Ausdruck aufgenommen. Aus der Anlehnung an 2Degen erklären sich Bildungen wie Haui-, Raafdegen.
²Degen, m.(₰, Pl. wie Sg.): Ehren- und Standeswaffe. Zuerst im 15. Jh., aber in der Bed. Dolchy, 1507 bei Wilwolt von Schaum- burg 124 langer tegen; auch von Luther ge- braucht, aber nicht in der Bibel(Richt. 3, 16 änderte er stoßdegen in schawert), bei Dasy- podius 1537 als dägen«gladiolusy verzeichnet. Entsprechend franz. dague, ital.-span. daga, engl. dag, mlat. dagga f., deren Herkunft un- sicher ist. Im Alternhd. auch Dege, Deg (Täg Gryphius Trauersp. 40).
degenerieren, v.: ausarten. Aus dem gleichbed. lat. dégenerãre, vom Adj. dégener centartet). Schon bei Rot 1571.
degradieren, v.: der Würde entsetzen. Mhd. degradieren, digradieren der Würde entsetzeny, namentlich bei Geistlichen,«der Weihe benehmeny, aus dem gleichbed. mlat. degradare, dessen gradare von lat. gradlus m. «Stufe, Rangy. 22


