Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
335-336
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335 Daune

kürzung und Übergang zur starken Flexion Daum, das im ältern Nhd. häufiger, jetzt wesentlich auf die poetische Sprache be- chränkt ist. 4BL. Däumling, Däumer- ling(Goethe 16, 64 u. ö.), m.: Daumen(früh- nhd.); Uberzug über den Daumen, Einger- hut(bei Henisch 1616); daumengroßer d. i. allzukleiner Mensch; Zaunkönig. Entsprechend ndl. duimeling, anord. püumlungr m.

Daune, f.(Pl.-n): weichste Flaumfeder. Aus ndd.(schon mnd.) dune f., das mit engl. down auf anord. dünn m.(schwed. dan, dän. dan n.) zurückgeht. Bei Schottel 1663 noch mit dem ndd. Vokal Dunen(und Donst), das noch heute in der bayrischen und öster- reichischen Rechtschreibung gilt, bei Stieler 1691 auch als Daunen. S. Eiderdaune.

1Daus, m.: in Redensarten wie ei der Haus!, was der Daus, awie ein Daus, bei denen die Bed.«Teufel» durchschimmert. Entsprechend nd. de Düs! der Teufell?, engl. the deuce!(deuse), dieo man entweder auf lat. deus«Gott» oder auf gall.-mlat. dusius caufliegender drückender Geist» zurückführt; vielleicht ist das Wort aber wie dithmars. Deusen, ud. Dalces, Dulcs, Düer, Deuker, hd. Deuster, Deixel u. ähnl. nur eine ver- hüllende Entstellung für Teufel. Zuerst im 16. Jh. bei Ringwald(laut. Warh. 368 gleich- wie ein D.) vorkommend.

2Daus, n.(Gen. Dauses, Pl. Däuser): je ein

Auge auf einem Würfel; die Zwei der deutschen

Spielkarte; das As. Alternhd. auch Taus. Mhd. IHs, düs, spätahd. das n., entlehnt aus afranz. doues, prov. duas, nfranz. deuæ«zweiy.

David, Mannsname, aus hebr. Dãνν⁶ d. i. Geliebter».

davon, adv. Alternhd.(noch bei Stein- bach 1734) auch darvon, mhd. von. Dazu ndl. daarvan.

Däz, m.(es, Pl.-e): Kopf. Niedriger Ausdruck in Nord- und Mitteldeutschland, bei Kleist zerbr. Krug 980 Detz. Wohl aus ital. testa, frz. téte f.«Kopfy.

dazumal, adv.: wie damals(s. d.). Aus einem mhd. dd ze mülc. In der frühnhd. Kanzlei- sprache(dozemal Janssen Frankf. Reichskorr. 1, 284 v. J. 1473), auch von Luther gebraucht.

-de, Ableitungssilbe für Substantiva. Schon mhd.-de, das entspricht 1. einem ahd.-ida in den Fem. Begierde, Behörtde, Beschiwerde, Fyreade, Gebärde, Gefährde, Liebde. 2. einem ahd.-idi in den Neutr. Gebäude, Gehfte, Ge- lübdle, Gemächte, Gemüdlde, Getreidde.

Decke 336

Debätte, f.(Pl.-/): Wortgefecht. Aus dem gleichbed. franz. débat m., von débattre cbestreiten, verhandeln». Im Zeitungslex. 1703 (noch bei Nieremberger 1753) erscheint wie im Franz. Debat, bei Sperander 1728 aber mit dem Pl. Debatten, aus dem der Sg. De- hatté als F. gebildet ist. 4L. debattieren, v.: in Worten hin- und herstreiten. Schon im 17. Jh. z. B. Weise Erznarren 154.

Debit, m.(-S): Warenabsatz, Vertrieb. Aus franz. déhit m.«Verkauf», von lat. de- bitum«verpflichtety, im Mlat. s. v. a. Be- trieby. debitieren, v.: verkaufen, vertreiben, absetzen. Aus franz. débiter. Bei Nehring 1694.

Debüt, m. n.(-5, Pl.-s): das erste Auf- treten auf der Bühne usw. Aus gleichbed. franz. debut m. Schon bei Nehring 1710 der erste Schuß oder Anfang zu schießen nach der Scheibey.

Dechanei, f.: Amtsbezirk, Wohnung des Dekans. Mhd. techante, techende f., aus mlat. decaniaf.«Amtswürde eines Vorgesetzten über 10 Mönche», von lat. decãnus(s. Dekan). Déchant oder Dechänt, m.(-en, Pl.-en): Obergeistlicher eines Stiftes, Bezirkes. Mhd. dechent, techant, ahd. techant m., mit ange- tretenem t aus lat. decãnus.

Dechärge, f.: Entlastung, Anerkennung der Richtigkeit einer Rechnung. Aus franz. gleichbed. décharge f., zusammengesetzt aus hier soviel wie«ent» und charger claden». Bei Campe 1813.

Decher, m.(-s, Pl. wie Sg.): 10 Stück Felle(aber 40 Stück bei russischen Rauch- waren). Mhd. fecher, mnd. deker, engl. dicker m., aus lat. decuric f.«LZehnty.

Dechsel, f.(Pl.-/): Breitbeil, Queraxt, Krummhaue. Mhd. dehse und dehsel, ahd. dehsa und dehsala. Obd. meist mask., nd. Dessel f. Die Formen Deichsel, Dächsel und Dachsbeil beruhen auf falscher Anlehnung an Deichsel und Dachs(daher deichseln, v.: mit der Dechsel bearbeiten, zurecht hauen). Zu mhd. dehsen den Flachs schwingeny eig. «schlagen», ai. käkesati«behaut», lat. texo æwebey, gr. réxruv m. ZLimmermanny.

Deck, n.(-5): Verdeck(s. d.). Aus dem Ndd.-Ndl. Zuerst 1716 bei Ludwig verzeichnet.

Decke, f.(Pl.-n): über etwas Befindliches, das es dem Blicke, der Kenntnisnahme ent- zieht. Mhd. decke, ahd. decch, decki f. Von decken, v.: zu Entziehung für Wahrnehmung, zum Schutz etwas darüber oder davor machen. Mhd. decken(Prät. dacte, Part. gedact, gedeckelt),