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Daum 334
daß, konj. Mhd. daz, ahd. daz, dazu asächs. that, ags. Pœt, engl. that, got. Pata mit angetretener Pronominalpartikel ei Hatei. Die mit dem Neutr. das(zu der) identische Konj. wird auch in der Schreibung von ihm frühnhd. nicht gesondert(für beide das oder daß). Die Grammatiker Clajus und Ölinger haben ohne Unterscheidung das. Dagegen unterscheidet 1561 Maaler das Pronomen und den Artikel das von der Konj. daß in der Schreibung, die dann entschieden für dieses mit und jenes mit 1629 von Werner Rechtschreibung S. 74 und 1641 von Schottel Sprachkunst S. 212 in der Grammatik fest- gesetzt wird.
datieren, s. Datum.
Dativ, m.(-s, Pl.-e): Fall auf die Frage wem? Aus lat. datzvus(nämlich casus) eig. «Geben anzeigender Fally.
Dattel, f.(Pl.-n): süße Frucht einer Palmenart. Mhd. katele, fatel f. Wie ital. dattilo, span. datil m. aus gr.-lat. dactylus, gr. Sdxruxoc m. eig.«Finger» und dann der fingerartigen Gestalt wegen die«Dattel». Im 16. Jh. auch Dactel(z. B. 1574 bei Fischart Onomastica 85 b Dattilen, Dacteln) und mhd. kahtel, woraus unser Dachtel(s. d.).
dattern, s. tattern.
Datum, n.(-s, Pl. Daten): Zeitangabe eines Schreibens. Im 14. Jh. mhd. datzuns n. m. aus lat. datem«gegeben», das ehedem in gerichtlichen Aktenstücken vor die An- gabe des Tages gesetzt wurde. 4 BL. da- tieren, v. Aus franz. dater, mlat. datare. Bei Rot 1571.
Daube, f.(Pl.-n): Seitenbrett eines höl- zernen Gefäßes. Aus franz. douve, mailändisch dova, ital.-mlat. doga f., die auch Graben?, sowie«Fassung des Grabens, Seitendammꝰ, im Ital. selbst«rings als Einfassung des Kleides umlaufender Streifen» bedeuten. Danach wäre Daube zunächst«Einfassung des Gefäßesy, urspr. aber ist mlat. doga geradezu«Gefäß und geht so wohl auf gr. doxy f. Behälter, Gefäßy zurück. Auf ital. doga geht mhd. däge, schweiz.(bei Maaler 1561) Dauage, schwäb. Faßtauge(württemb. Zollordn. von 1661 Tit. 10, vgl. auch Fischer 2, 111), ndl. daig f.«Faß- daubes zurück, auf franz. doutve Daube» (schon bei Luther, aber bei Keisersberg fauaoe, bei Mathesius Sar. 1192 kaube, bei Aventin 5, 290, 20 nach dem Bayr.-Ost. taufel f.) unser Daube. Die Ableitung von mlat. doga be- zweifelt Fischer a. a. O.
däuchten, v.: dünken. Hervorgegangen aus dem Konj. Prät. von dünken, mhd. diuhte, gekürzt diaht, was dann als Ind. Präs. ge- nommen wird. So schon spätmhd. mich(mir) deucht und häufig im 16. Jh.(bei Luther in der Bibel nur Sir. 33, 14), zuweilen sogar deuchtet. Der Inf. deuchten, däuchten 1616 bei Henisch und dann häufig in Gramma- tiken und Wörterbüchern, da der Zusammen- hang mit dänken nicht mehr empfunden wird.
Daudistel, f.: Gänsedistel. 1429 dudistel (lib. ord. rer.), spätahd. ddistel m., dazu ags. Huhistel m.
däuen, v.(Claudius 4, 47): verdauen(s. d.).
1 Dauer, f.: Fortbestand. Mhd. vereinzelt (bei Nic. v. Jeroschin) dür f., bei Krämer 1678 Daur, bei Stieler 1691 dagegen Taure, bei Christian Wolff Daure. Von dauern, v.: fortfahren zu sein. Mhd.(zuerst im 12. Jh. und nicht allgemein) kdoren, düren, wie ndl. duren, afries. duria, engl. dure, schwed. dura entlehnt aus lat. düräre«fortbesteheny. Im ältern Nhd. nicht häufig, 1562 bei Mathesius Sarepta 284 b ußtauren, von Henisch 1616 als dauren verzeichnet, von Stieler 1691 als kauren, auch Ludwig 1716 kennt noch kauern. 4B L. dauerhaft, adj., bei Stieler 1691 fauer- haft, dafür 1562 bei Mathesius Sar. 2 b thauer- hafptig, bei Henisch 1616 dauurhafftig.
2Dauer, f.: mitleidige Stimmung worüber. Nhd. ungewöhnlich(bei Maler Müller 1, 299), mhd. färe f. Von dauern, v.: zu Unlust und mitleidiger Stimmung bewegen, unper- sönlich mich dauert. Mhd. mich küret, ver- wandt mit kiure ckostbary, also eig.«vie! kosten, kostbar sein, allzu kostbar sein), was dann in die Bedeutungen des«An-dem-Herzen- liegensy und dann des«Schmeralichseinsy hin- überspielt. Ndd. duren, mengl. douren, sonst im Germ. nicht vorhanden. Bei Luther noch tauren, während schon Maaler 1561 dauren hat; tauern hält sich namentlich bei Schle- siern und Obersachsen und wird noch von Lessing(1, 133; 6, 107) gebraucht.
Daum, m.(-es), gewöhnlich Daumen, m.(-S, Pl. wie Sg.): der erste Finger. Mhd. dume, ahd. dimo m.; dazu ndl. daim, afries. thüma, ags. Pima, engl. thamb, schwed. fanme m., anord. abgeleitet Suümall, Pümalfingr m. (dän. tommelfinger). Gewöhnlich als«derstarke, dickey erklärt, zu lat. ftumére schwellen?, tumulus m.«Hügel», aind. fütumas æstark', ktunurds«fetty. Das urspr. schwache M. hat im
Nom. Sg. angenommen, daneben mit Ver-


