Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
331-332
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331 dar

¹dar, altertümliche Nebenform von 1da (C. d.). Außerdem in der Zusammens. mit vokalisch anlautenden Lokaladv., z. B. dar- aus, mhd. där d3, d, ahd. där uz; darin, mhd. där in, däã in, ahd. där in; darunter, mhd. dar under, ahd. där untari. Dies dar- erscheint dann auch vor konsonantischem An- laut, z. B. älternhd. darhei, darmit.

2dar, adv.: dahin, jetzt nur noch in Zu- sammensetzungen. Mhd. dare, dar, ahd. dara, dazu asächs. thar, engl. there. Von dem Stamme des demonstr. Pron. der. Mit Verben zusammenges.: darbieten,-bringen,-geben usw. (mit ausgelassenem V. bei Schiller Räuber 1, 2 auf mich dar). Mit Lokaladv. zusammenges.: daran, mhd. dar ane, ahd. dara anç; darein, mhd. dar in, ahd. dara in; darüber, mhd. dar über, ahd. dara ubiri. Vor konsonan- tischem Anlaut ist meist da- dafür einge- treten(durch Mischung mit da= 1dar), so dagegen, danach, dawvider, dazæu, dazwwischen, die älternhd. aber noch mit dar- begegnen, wie noch jetzt darnach.

darben, v.: das Notwendigste entbehren, Mangel leiden. Mhd. darben, ahd. darbén; dazu asächs. tharbön«entbehren), ags. Pear- fian«ermangeln), got. in gabarhan sich wo- von enthalteny, neben dem Adj. Harhs be- dürftig. Zu dür fen.

Darge, f.(Pl.-n): Angel von Messing, an die zum Fange der Hechte ein roter Lappen gesteckt wird, den dieselben für ein Rotauge halten(1692 bei Canitz 118. 59). In der Mark Brandenburg. Auch Derge, Terge. Von dar- gen, v.: mit der blinkenden Angel und dem

roten Lappen reizen und fangen, das aus ndd.

kargen, tergen, hd. zergen reizen, necken), von zerren abgeleitet.

darinnen, drinnen, adv. Am Ende des 15. Jh. weitergebildet aus drinne, mhd. dar inne, ahd. dãr inne.

darlegen, v.: wohin legen, offen wohin legen, mhd. dar legen, auch noch bei Luther; eröffnen, klarmachen(bei Luther).

Darlehen, Darlehn, n.(-v, Pl. wie Sg.): zu Wiedergabe in Benutzung gegebenes Geld. 1663 bei Schottel 626 Darlehn. Von dar- lehnen, wofür jetzt gewöhnlich darleihen, das schon in der frühnhd. Kanzleisprache vor- kommt(Janssen Frankf. Reichskorr. 1, 781 vom J. 1509), aber von Adelung 1774 noch für obd. erklürt wird.

Darm, m.(-es, Pl. Därme): häutiger Schlauch im Leibe zur Aufsaugung des Nah-

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dasig

rungssaftes und Abführung des Unrats. Mhd. darm, ahd. darm, daram m.; dazu ndl. darm, afries. therm, ags. Hearm, anord. Pl. Harmar, schwed.-dän. tarm m. Verwandt ist gr. rpffua n. Lochy, rpdic f.«Aftery. ZUS. Darm- gicht, f.: Leibgrimmen. Mhd. darmgiht f. S. Gicht.

darnach, s. danach.

darob, drob, adv.: dar-, worüber, des-, weshalb. Mhd. dar obe, obe, ahd. thär oba darübery.

Darre, f.(Pl.-n): Ort und Vorrichtung (Horde) zum Dörren; Handlung des Dörrens; Krankheit des Ausdorrens(Darrsucht). Mhd. darre, ahd. darra f. S. Dörre.

darstellen, v.: offen wohin stellen(auch refl. sich d.«sich öffentlich zeigen»); vor Augen stellen(refl. vor Augen sein); zum Ausdruck bringen; vergegenwürtigen, schil- dern. Bei Luther in der 1. u. 2. Bed.

dartun, v.:(veraltet) wohin tun; auf- wenden, ausgeben(bei Luther); beweisen, klarmachen(auch schon frühnhd.). darüber, adv., s. 2dar.

darum, adv.: im Kreise von etwas; in Beziehung dar- oder worauf; aus dem Grunde. Mhd. där undbe, umbe, ahd. där umbi in Beziehung darauf, deshalby.

darunter, adv., s. 1dar.

das, Neutr. zu der, eig. identisch mit der Konj. daßß(s. d.).

Dase, f.(Pl.-/): Bremse, blinde Stech- fliege. Niederdeutsch. Auch Dassel f. Dunk- ler Herkunft, vielleicht zu mhd. däse f.«Un- holdin).

Dasein, n.: Gegenwart, dauernde Wirk- lichkeit. Der substantivische Inf. sein mit 1da. Von Christian Wolff gebildet.

daselbst, adv.: an dem Orte. Spätmhd. selbes, daselbs, vereinzelt auch schon selbest, um 1480 im Voc. incip. teut. d daselbst(Luther hat noch daselbs).

dasig, adj.: an dem Orte befindlich. Von der Partikel da mit einem zwischen den Vo- kalen eingeschalteten s gebildet, vgl. hiesig. Die Bildung tritt gegen Ende des 15. Jh. auf(Decameron 272, 19; 406, 30, vgl. Gom- bert 7, 17), bürgert sich aber wenig ein, da sie von Stieler 1691 und noch Frisch 1741 als neugeschaffen bezeichnet wird; Adelung und Campe weisen sie den gemeinen Sprech- arten, Heynatz 1796 in der schon früher vorkommenden Bed.«derselbey den hochd. schreibenden Juden zu. Daneben auch daig.