Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
327-328
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327 Dambrett

daa. Von gleichbed. lat. dama m. f., woraus mit Wandlung des m in a afranz. daine m. (nfranz. daine f.«Damhirschkuhs), ital. daino m.«Damhirsch» und daina f.«Damhirsch- kuhy. Auf diesen roman. Formen beruht mhd. tenisch n.«Leder von der Haut des Damwildsy, im 16. Jh. Tänlein, Dänlein (Schmeller² 1, 512)«Damhirschy, sowie das zusammenges. Denbock, auch Dannbock, später durch Dambock verdrängt.

Dambrett, auch Damenbrett, n.(-es, Pl.-er): Brett zum Damenspiel(s. Dame). Bei Duez 1664 Dambrett, bei Rädlein 1711 Damenbret.

Dame, f.(Pl.-n): vornehme weibliche Person; zwei übereinander gesetzte Steine im Spiel auf einem in 64 Felder abgeteilten Brett(bei Duez 1664 daher D. Spielen, eig. in oder auf der D. Spielen, Goethe 37, 53, bei Duez im dam Sspielen); die Königin in der Karte und im Schachspiel. Aus franz. dame f.(woraus ital. dama f.), das auf lat. domina, mlat. domaa beruht. Das Wort kommt im Anfang des 17. Jh. auf, wird schon 1617 im teutschen Michel 19 als mo- disches Fremdwort aufgeführt, 1629 von Opitz Ged. 2, 217, 1638 von Zincgref 2, 126, 1642 von Homburg Clio C6, dann von Rist, Logau u. a. gebraucht und von Schottel 1663 als deutsch verzeichnet. Anfangs daneben auch das ital. dama(madama bei Albertinus weibl. Lustg. 131).

dameln, dämeln, v.: sich kindisch, töricht benehmen; im Kopfe verwirrt, unklar sein. Aus dem Ndd. In den Wörterbüchern vor Campe nicht verzeichnet, aber schon im 16. Jh. als dammeln belegt, kommt dann seit der Mitte des 18. Jh. durch die nordd. Umgangs- sprache auf(dõmeln, auch Dömelei bei Hermes Sophiens Reise 1, 413, ausanmendämmeln bei Goethe Jery u. Bät. 18, 20, dammeln bei Voß Ged. 2, 218; in Norddeutschland unterscheidet man heute dämeln in obiger Bed. und dammeln «Spielen, tündeln, scherzen, schäkern»). Ver- glichen wird aind. tãmjati«ermaiten, betäubt werdeny, lat. témulentus«trunken», abg. fomaiti «mühen, abquälen», ir. famaim ruhey. 4.L. dämelig, dämlig, adj.: töricht, gedankenlos. Bei Frisch 1741 dämlich. ZUS. Dämelack, m.(-s): Dummkopf, Träumer. Verstärkend statt der einfachen Bildungen Dämel m. und Lack m.«dummer Mensch»(Fulda Id. 249), fränk. Lacks m.«ungeschickter großer junger Menschy, westf. Lachs m.«Laffey, östr. Lackl m.«unbeholfner Menschꝰ.

Dämmer 328

Damenbrett, s. Dambrett.

Damhirsch, m., wie Dambock(s. d.). Bei Maaler 1561 Damhirtz, sonst älternhd. auch Dannhirsch(noch 1773 von Goethe im Götz gebraucht, d. j. Goethe 2, 316).

dämisch, adj.: betäuben, unklaren Geistes seiend(dann in übertragener Bed.«unbe- holfen, plump und großy ein dümischer Kerl). Im 15. Jh. im Oberd. erscheinend(Osw. v. Wolkenstein 122, 24 kämisch, Schmeller 1, 603 lämisch, temisch neben daumisch, um 1480 im Voc. inc. teut. r 6 b tamisch chebes, ineptus, stultus»), noch jetzt im Bayr. als cbetäubt, schwindelig, nicht recht bei Sinneny, daher wohl nicht zu dem md.-ndd. dämeln, démelig gehörig, doch frühzeitig damit ver- mischt, deshalb auch dämlich geschrieben. Abgeleitet von mhd.-ahd. foum m.(ou zu d, vgl. Rahm, mhd. οαιι)f, vgl. Taumel.

damit 1) adv.: mit dem, mit welchem, womit, mhd. mite, ahd. dür miti 2) konj.: in der Absicht daß(bei Luther). Alternhd. auch darmit.

dämlig, s. dameln.

Damm, m.(-es, Pl. Dämme): in die Länge aufgeschüttete Erde usw., besonders zum Abhalten des Wassers. Alternhd. meist Tanm(1507 bei Wilwolt von Schaumburg 80 tam, tamb, bei Luther Tham, bei den schle- sischen Dichtern Thamm, Tamm, diese Form auch bei Stieler 1691, während Schottel 1663 Damm hat); die Form mit d wird hier aus dem Ndd. stammen, findet sich aber auch obd. im 16. Jh. Redensart: auf dem Damme sein«sich wohl befinden», eig. geschützt sein gegen Wassergefahr. Mhd. fam(Gen. tammes) m., dazu mnd.-fries. engl. damπνεεbammꝰ, anord. dammr m. Von E. Schröder ZfdA. 42, 66 aus dahma- erklärt und zu fapfer(s. d.) gestellt. 45 L. dämmen, v.: durch einen Damm aufhalten, hemmen, hindern. Mhd. temmen, dazu ags. demman, got. in faurdammjan cverhindern»y. ZUS. Dammerde, f.(dem Damme Festigkeit gebende) fette Erde zu Pflanzenwuchs. Bei Frisch 1741.

dammeln, s. dameln.

dämmen, s. Damam.

Dämmer, m.(-S), selten n: Ubergangs- zustand von Licht zu Dunkel oder von Dunkel zu Licht, Zwielicht. Mit dem urspr. e entspricht mhd.(bei Nic. v. Jeroschin) démere f., ahd. démar n.; das nhd. Wort setzt indes wohl nicht diese Formen fort, sondern ist in der neuern Dichtersprache