325
dadurch
Dambock 326
dadurch, adv. Mhd. dar darch, dã durch, ahd. där durh.
dafür, adv., bis ins 17. Jh. auch noch darfur. Mhd. dar vur, der vir, dã vur, ahd. dara furi, dr furi. ZUS. d. halten, v.: von etwas meinen, wie es sei. In der frühnhd. Kanzleisprache(Janssen Frankf. Reichskorr. 1, 764). Der Inf. als Subst. Dafürhalten, n.
dagegen, adv., älternhd. auch dargegen (noch bei Steinbach 1734). Mhd. dar-, der- gegene, dã gegen, ahd. dara gagani.
daheim, adv.: zu Hause. Alternhd. auch noch daheime, erweitert daheimen(1. Sam. 18, 10). Mhd. däã heime, ahd. där heime, s. heim. Nach Heynatz 1796 veraltet und nur für die scherzhafte Schreibart zu empfehlen, jetzt aber wieder durchaus schriftsprachlich, wenn auch in der Umgangssprache nicht überall gebräuchlich.
daher, adv.: zu dem Orte her(in daher! und in der Verbindung mit Verben, aber oft mit Zurücktreten der lokalen Beziehung, z. B. daherfahren); von dem Orte her; in- folge und durch Wirkung dessen. Mhd. dã her«bis zu diesem Orte, Zeitpunktey; das auf den Ursprung und Grund hinwei- sende daher bei Luther. Alternhd. auch dahero, s. hero.
dahier, adv.: hier am Orte. Nach Adelung 1774 oberdeutsch, im Hochd. ungewöhnlich.
dahin, adv.: von dem Orte weg, mhd. dä hin(nur noch in der Verbindung mit Verben, meist mit Zurücktreten der lokalen Beziehung, z. B. d. sein«weg, verloren sein), d. schwinden, sterben usw.); zu dem Orte hin; zu dem Ziele.
dahlen, v.: einfältig, albern reden; spiel- haft tun, zwecklos tändeln(Goethe 19, 64). In der 1. Bed. frühnhd. dalen(Hans Sachs Fastn. 83, 109), auch dallen(Seb. Franck Sprichw. 2, 80 b); hochd. urspr. mit anlaut. t, kallen bei Seb. Franck mor. encom. 29 ⁵, Tallmann und Tallmatz m.«inaniloquusy 1727 bei Aler 18732, schles. thalen(Günther 241. 436) und fallen(Scherffer Grob. 84. 213, Steinbach 1734); daneben älternhd. im 16. Jh. talmen, bei Stieler 1691 dalmen, schweiz. talmen, dalmen neben talen, dalen«einfältig redenꝰ, thüring. dalmen«tändelny. Vgl. engl. dallg ctändelny. Dazu im Ablaut ein tillens tellens und unnite gepleuder bei Luther 3, 446² Jen. Vielleicht wurzelverwandt mit got. dawals «törichty, dowalipa f. Torheity, dawalmön ctöricht, verrückt seiny, ahd. gitzwola f.«Be-
törung, Ketzereiy, ahd. tol, asächs.-ags. dol ctöricht»(s. toll).
Daktylus, m.(Pl. Dälctylen und Daktylen): der Versfuß—OC. Das gr. Jat. däctyYlas, gr. ddxruNxoc m. eig.«Fingery, weil der Vers- fuß den drei Fingergliedern verglichen wurde. 4BL. daktylisch, adj.
Dälle, s. Telle.
Dalles, m.: Unglück, Verderben, Armut. In der Judensprache. Eig.«das Totenkleid⸗ (als talles schon 1534 bei Franck Weltbuch 153 b), das am großen Versöhnungstage an- gelegt wurde. Aus hebr. talith, oder von hebr. dalläth«Armuts.
Dallinger, m.(auch Dollinger, Dalcher): Henker, Scharfrichter. Ein bereits im An- fange des 16. Jh. im Liber vagatorum vor- kommendes Gaunerwort, von hebr. fäãläh «aufhängen».
damalig, adj. Im 17. Jh.(bei Grimmels- hausen Simpl. 10). Von dem älternhd. Adv. damal«au der Zeity, wofür jetzt damals, mit mals, mhd. mäles, dem adverbiell ge- brauchten Gen. von mhd. mãl n.«Zeitpunkt»; schon in der frühnhd. Kanzleisprache(domals Reichs-Ordnungen 140²* vom J. 1527).
Damast, m.(-es, Pl.-e): Zeugstoff mit eingewebten Bildern. Aus ital. damasto neben damasco m., franz. damas m., d. i. geblümtes Seidenzeug von Damaskus(ital. Damasco, franz. Damas) in Syrien. Danach im 15., 16. Jh. die Formen Damast(dammast Murner Narr. 19, 63), Damasch(schon um 1400), Damascht(bei Mathesius), Damask(mnd., bei Ringwald Wahrh. 92 Damaschlce), 1596 bei Fronsperger Kriegsb. 3, 214 2 Damaßhlcat, noch bei Schottel 1663 Damaskt. Auch be- tont Dmast(Däumast bei Voß Luise 2, 82. 107). 4L. damasten, adj. Im 16. Jh. auch damasken.
Damaszéner, m.(-s): Stahlvon Damaskus. Abgeleitet von gr.-lat. Damascénus damas- zenisch», von Damaskus in Syrien.— da- maszieren, v.:(vom Stahl) flammend ätzen. Nach dem gleichbed. franz. damasquiner, ital. damaschinare, abgeleitet von Damascenus, da in Damascus zuerst Stahl flammig geätzt wurde. Bei Henisch 1616 damaskeneren, bei Duez 1664 damaßlcieren und damahßkenieren (bei Fischart Garg. 295 Damascanirer m.).
Dambock, m.(es, Pl. Damböcke): Männ- chen des Damwildes. Dam- ist mhd. fäme m. und täm n., ahd. fämo m. und täm n., verkürzt ags. dd f., engl. doe«Rehkuh», dän.
21*


