319 Chaussee
Chor 320
Dunklen Ursprungs(1664 bei Duez franz. charivari«Kopfschmerz», aus dem gleichbed. gr. apnßapia f., eig.«vschwere des Hauptes»). Bei Wächtler 1714.
Chaussée, f.(Pl.-n): Kunststraße. Das franz. chaussée aus mlat. calciata«xmit Kalk gemauerte Straße», dem als Subst. gesetzten F. des Part. Perf. Pass. von mlat. calciare «mit Kalk(lat. calæ, G. calcis) aufmauern?. Um die Mitte des 18. Jh. aufgenommen(1779 bei Goethe Br. 4, 94) und bei Adelung 1793 verzeichnet.
Chauvinismus, m.: übertriebener Natio- nalstolz. Nach franz. Chauvinisme m., ein Aus- druck der eig. die Schwärmerei für Napoleon bezeichnet; er soll auf den Veteranen Nic. Chauvin aus Rochefort zurückgehen.
Chef, m.(-s, Pl. s): Oberhaupt, Vorge- setzter. Das franz. chef m., von lat. caput n.«Kopf, Haupty. Im Anfang des 17. Jh. entlehnt(1616 bei Wallhausen Kriegsmanual).
Chemiſe, f.: Scheidekunst. Aus gr. xnueia, Nebenform von xuueio f. Vermischungy, das auf xuuc m. Saft, Flüssigkeit zurückgeht. Alternhd. meist Chimie, Chymie(dies noch bei Adelung). Vgl. auch Alchimie. 4BL. Chemiker, m. Aus gr. Xunixc«die Säfte betreffendy. chemisch, adj.
Chemisétte, f.(Pl.-n): Vorhemdchen. Das franz. chemisette f., Dem. zu chemise f. «Hemd» aus lat. camisia f. 1773 bei Ama- ranthes 1, 717.
-chen, Verkleinerungsendung des Sub- stantivs. Nach ch und g steht, um den Miß- klang zu vermeiden,-elchen, z. B. Büchelchen, Trögelchen, vgl. Wilmanns Deutsche Gramm. 2, 319. Im 16., 17. Jh. auch-ichen,-ichin, mhd.-ichin, aber nur in md. Quellen. Da- neben auch hd. das unter flämischem Ein- fluß eingedrungene-ekin, z. B. geburekrin «Bäuerlein». Im ältern Nhd. tritt-chen über- all hinter lein zurück, Luther hat in der Bibel nur Caninichen und Saltzirichen(Rand- glosse zu 4. Mos. 7, 14)«Salzfäßcheny, häufiger Bildungen auf-ichen in seinen Briefen. Auch sonst bei Mittel- und Norddeutschen erscheinen anfangs solche Bildungen nur ausnahmsweise (Opitz Seelichin, Wäldichin, die Schlesier haben sonst fast durchaus lein, öfter-chen, -en bei Rist, Dach, dann bei Chr. Weise u. a.); unter den Grammatikern hält sie Schottel(S. 320-ichen mag etawa Spielweis oder sonst im gemeinen Reden schertzuegen gebrauchet awerden) noch fern, während 1690
Bödiker S. 132-chen für die im Hd. üb- lichste Endung erklärt.
Chenille, f.(Pl.-n): Samtschnürchen. Das franz. chenille f. Raupen, dann wegen der Ahnlichkeit jene Schnur. 1715 bei Ama- ranthes Sp. 344 Chenellen, deutsch Schönellgen.
Cherub, m.(-s, Pl. Cherubim): Thron- träger Jehovas. Das hebr. cherlb. Mhd. ent- lehnt(aus dem Pl.) cherubin m.
Chiffre, f.(Pl.-n): Namenszug; Geheim- schrift. Das franz. chiffre m.«Zahlzeichen, (s. Ziffer), Geheimschrift. Bei Nehring 1710.
Chignon, m.(—J, Pl.-s): hinaufgeschlagenes Nackenhaar; Haarwulst. Das franz. chignon m., das auf franz. chaime aus lat. caténa f. cKettey zurückgeht. Im spätern 18. Jh. auf- genommen(1773 bei Amaranthes 1, 720).
Chiragra, n.(Schiller Wall. L. 488): Hand- gicht. Aus gr. Jat. chiragra, gr. xeipντa f. Handgicht.
Chirürg, m.(-en, Pl.-en): Wundart. Aus gr. Jat. chirurgus, gr. xeipoupréc m. eig. «mit der Hand arbeitender Arzty, das als Subst. gebrauchte M. des Adj. Xeipougröc «mit der Hand arbeitend»(xeip«Hand» und eine Bildung von Eprov«Werk»). Im frühern Nhd. meist in lat. Form. 4L. Chirurgie, f.: Wundarzneikunst. Aus lat.-gr. chirurgia, gr. Xeipoupria f.«Arbeit mit der Hand, Wund- arzneikunst?. Schon frühnhd.(Murner Narr. 30, 1 Cirurgy). chirürgisch, adj., nach gr. lat. chĩrurgicus, gr. xXsipoupixòc zur Hand- arbeit, Wundarzneikunst gehörig oder ge- schickty. Bei Fischart Bodinus(1586) 137.
Chlodwig, s. Ludoig.
Chlothar, s. Lothar.
Cholera, f.: Brechruhr. Das gr. Jat. cholera, gr. xoképa f.«Galle, Gallensucht⸗, von gr. xoN-h f. Galley. Schon spätmhd. colera f. «Ruhr», 1727 bei Aler Choler f., vgl. auch Koller. 4BL. cholérisch, adj.: zornsüchtig. Nach gr. Jat. cholericus, gr. xoXepixòc«gallen- süchtig). Bei Henisch 1616 cholerisch, 1615 bei Albertinus Landstörzer 440 kolerisch.
Chor, m.(-es, Pl. Chöre): Sängerkreis; vollstimmiger Gesang; hintrer Teil der Kirche; Emporkirche; Schar. Aus gr. Jat. chorus, gr. xopöc m.«Rundtanz, Reigen, Sängerschar», im Mlat. auch«Kirchensitz der singenden Geistlichen», woraus schon mhd. kôr, ahd. chõr m.«Sängerschar, Geistlichenschar in der Kirche, der Kirche hintrer Teil als Sitz der singenden Geistlichen». In der neuern Sprache


