Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
317-318
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317 Café

Charivari 318

C

Wörter, die man hier nicht findet, suche man unter K und Z.

Café, s. Kaffee.

Candille, f.(Pl.-n): niedriger Pöbel; ver- ächtlicher Mensch. Aus dem gleichbed. franz. canaille nach ital. canaglia f., eig.«Hunde- volk», Kollektiv zu lat. canis«Hundy. Im 17. Jh. ganz geläufig(bei Schupp, 427 Canalie, bei Stieler 1691 Kanalje); die persönliche Bed. schon bei Wächtler 1711.

Cancan, m.(-s): ein unzüchtiger Tanz. Aus franz. cancan, das aus lat. quanqudm obwohl». Zunächst wurde es in der Be- deutung einer«Universitätsanredey gebraucht, weil diese meist mit quanquam begannen. Neue Entlehnung.

Cerevis, n.: kleine runde Studentenmütze, die bei Bierkommersen getragen wird. Aus lat. cerevisia, urspr. cervisia f. Bier». In der neuern Studentensprache, abgekürzt aus Cerevismitze.

Chaise, f.(Pl.-n): Halbkutsche. Aus franz. chaise f. eig.«Stuhl», das urspr. Pariser Aussprache statt chaire f.«Lehrstuhl, Stuhl, Sessel» aus gr. Jat. cäthedra f.(s. Katheder). Im 17. Jh. entlehnt.

Chalzedön, m.(-s, Pl.-e) oder Chalce- dõnier, m.(*s): milchbläulicher Halbedelstein. Mhd. calcedôn, aus gr. mlat. chalcedonius, d. i. lat. achates chalcedonius«Achat von Chal- cedon» in Kleinasien.

Chamäleon, n.: farbenwechselnde Ei- dechse;(bildlich) ungetreuer Verstellungs- künstler. Aus gr.-lat. chamaeleon, gr. xauar- ACGy m. d. i.«Erdlöwes(Xuoi«an der Erdes, Rewy m.«Löwe»). Im 16. Jh. entlehnt(1571 bei Heyden Plinius 173 Chameleon m., 1595 bei Hulsius Schiffahrten 1, 17 Chamelion). Früher auch als M.(Hagedorn Oden 55, Goethe 1, 62).

Champägner, m.(-s): Schaumwein aus der Champagne. Nach franz. vin de Cham- pagne, auch bloß Champagne m. Um 1750 eingebürgert(Goethe Br. 2, 105, bei Aler 1727 Champagnier wein).

Champignon, m.(-S, Pl.-s): eßbarer Feld-, Rasenschwamm. Das franz. champignon m., aus neulat. campinio m., von lat. campus m. Feld». 1715 bei Amaranthes Sp. 1474.

Champion, m.(*s, Pl.-s): Kämpe, Meister. Aus gleichbed. franz. champion, das auf ein vulg. lat. campio«Kämpfer, abgeleitet von campus m. Feld», zurückgeht. 1710 bei Nehring.

Chaos, n.: verworrene gestaltlose Urmasse zur Weltbildung; Wirrsal. Das gr. Jat. chaos, gr. Xdoc n. eig.«der gähnende leere maßlose Raumy, von gr. Xoiverv«gähnen». Im 17. Jh. entlehnt. Vgl. Gas.

Charäkter, m.(-s, Pl. Charaktére):(auf- geprägtes) Kennzeichen; eigentümliche Ge- sinnungsweise; Gesinnungsfestigkeit; Titel, Rangstellung. Aus gr.-Jat. charäcter, gr. xopokräp m. Eingegrabenes, Eingeprägtes, Kennzeichen, aufgeprägte Eigentümlichkeit⸗, von gr. Xopdcceiv ceinritzen, einprägen»; da- her schon mhd. karacter m. Buchstabe, Zauberschrift, Gepräge, Merkmal». In der 2. und 4. Bed. bei Wächtler 1711. 43. charakterisieren, v.: kennzeichnen; be- titeln. Aus franz. caractériser, von gr. Napoktnpikerv«mit einem Merkmal oder Ge- prüge versehen, schildern». charakteri- stisch, adj. Nach dem gr. Adj. Xaavrnpi- criwéc bezeichnend. Beide im 18. Jh. auf- genommen(1749 bei Pyra und Lange 400 characteristisch).

Charge, f.(Pl.-n): dienstliche Stellung. Aus franz. charge f. eig.«Lasto, zu charger (s. d. folg.). Im Anfang des 17. Jh. ent- lehnt. 4BL. chargieren: laden; belästigen; einen Angriff unternehmen. Aus dem gleich- bed. franz. charger, von einem mlat.*carri- care auf den Wagen laden, belasten?, das auf carrus m. Wagen» zurückgeht. Schon 1617 im teutschen Michel 8 als charschieren angeführt. Das Part. als Subst. der Char- gierte, studentischer Würdenträger, bei Kluge Wb. d. Studentenspr. aus dem J. 1831 belegt, dafür 1795 Chargenträger.

Chariväri, n.: Katzenmusik. Aus dem gleichbed. franz. charivari m., eig. s. v. a. Polterabends, afranz.(14. Jh.) caribari, chali- vali, mlat. charivarium, chalvaricum n.«un- harmonische Musik, die einer zur zweiten Ehe schreitenden Person gebracht wurdey.