Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
315-316
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315 Buttel

büxen 316

Dauben. Die umlautlose Form jetzt nament- lich in Mitteldeutschland(bei Luther Butten); zuweilen wird zwischen Bütte«größrer Zuber und Butte«kleinres Daubengefäß mit Hand- griffy, namentlich«Rücken-Traggefäß) unter- schieden. Mhd. bäte, gekürzt aus büten, ahd. bulin, butinna f.; dazu ags. byden f., daneben bytt f.«Schlauch», engl. batt«Faßy, anord. bytta«¶Buttey, schwed. bytta f., dän. hölte. Mit ital. botte f.«Faß, span.-port. bofa f. «Schlauch», franz. botfte f.«Weingefäiß» aus gr.-mlat. bactina f.«Flaschen; gr. nurivn, taren- tinisch Burivn f. Vgl. dazu Meringer Idg. Forsch. 16, 155. Vgl. auch Bottich, Bouteille.

Buttel, f.(Pl.-n): Flasche. Aus dem Ndd., wo Buttel, Buddel; wohl mit ndl. bottel f. aus engl. bottle, das auf mlat. botilia f. (Statt*buticula) beruht, woher auch franz. bouteille f. S. auch Bottelier.

Büttel, m.(-S, Pl. wie Sg.): niedriger Gerichtsbote, Häscher. Mhd. bütel, ahd. batil m. Gerichtsbote, entbietende Gerichtsperson; dazu ndl. beul(aus beudel), ags. by'del m., engl. beadle. Mit Bote zu bieten.

butteln, v.: schäumend sprudeln(Goethe 33, 73). Aus dem Nd.(1767 im bremisch- ndsächs. Wörterbuch verzeichnet), vielleicht lautnachahmend.

Butter, f.: das aus Milchrahm durch Ab- sonderung des Wässerigen gewonnene Fett. Im Obd. Batter m. Mhd. buter m. f., spät- ahd. butera f., dazu ndl. boter f., afries. butera, ags. butere f., engl. batter. Entlehnt wohl durch Vermittlung der Klöster aus dem gleich- bed. gr. Jat. bautyrun n.(zuerst bei Columella 6, 12), gr. ßourupov, das nach Plinius hist. nat. 28, 9 aus dem Skythischen stammt und an Boòc f.«Kuhy und rupöc m. Käsey an- gelehnt wurde. Ins Hd. drang das Wort von Norden ein und verdrängte die echtahd. Benennungen anko m., anka f.(s. Anke), kuosméro m.«Kuhschmeer», mhd. auch milch- smalz n. 4. buttern, v.: Butter machen. 1482 in außputtern(Voc. theut. aa). ZUS. Butterbemme, s. Bemme. Butterbrot, n., bei Duez 1664. Buttermilch, f., mhd. butermilch f. Butterschnitte, f., von Gom- bert 7, 16 aus dem J. 1627 belegt. Butter- vogel, m.: Schmetterling, von dem man glaubte, daß er Butter stehle(1517 bei Tro- chus H 6 hottervogel); vgl. ndl. botervlieg f., engl. butterſiyj. Butterweck, m.: Butter in Weck- d. i. Keilform. Mhd. baterwecke m. Butterwoche, f.; die fette Woche vor

den Fasten;(übertragen) Flitterwoche der Neuvermählten.

Büttner, m.(-S, Pl. wie Sg.): Böttcher, Küfer. In Thüringen, Franken, Oberpfalz usw. Mhd. bütenœre m., von büten f.«Bütte»(s. d.).

Butzen, m.(-s, Pl. wie Sg.): Klumpen; verdickte Feuchtigkeit in Nase, Auge, einem Geschwüre; Schnuppe am Licht; Kerngehäuse im Obst. Mhd. batze m.(selten)«Klumpenꝰ», dazu auch gebütze n.«Eingeweide», dann 1482 im Voc. theut. 2 8b putz in der nasen, putz am obß. Wohl mit der hochd. Verschiebung zu ndd. batt«abgestumpft, stumpf, kurz und dick». Vgl. noch Zupitza KZ. 36, 243. Z0S. Butzenscheibe, f.(Pl.-n): runde, gewöhn- lich grüne Fensterscheibe, die in der Mitte eine ziemlich starke schlackenartige Erhöhung (einen Butzen) hat. Urspr. in Nürnberg ge- bräuchliche Bezeichnung.

Butzenmann, m.(-es, Pl. Butzenmänner): gespenstische, vermummte Schreckgestalt. Mhd. das einfache batze m. Polter-, Klopf- geist, ausgestopfte Menschengestalt, Larvey; das zusammenges. Wort erscheint bei Luther als Potzmann, bei Alberus Dict. p 1 b butzen- man und Hh botzenman. Mhd. bactze viel- leicht zu ahd. bözan«schlagen»(s. 4b 3), also«Klopf-, Poltergeist oder wohl eher mit dem vorausgehenden identisch, also eig. kurze, dicke, verkrüppelte Gestalt⸗(auch das schweiz. hök ist«Butzenmann» und«Butzen?) wie noch nhd. Bützel m., obersächs. und schweiz. Bãæ m. ckleines, unvollkommen ge- staltetes Geschöpf», mhd. bitzel m.«Wichtel, Zwergleiny.

butzig(Rückert 1, 110), s. putzig.

Butzkopf, m.(-es, Pl. Butzköpfe): der Nordkaper(Walfisch). Benannt nach der ab- gestumpft aussehenden Schnauze, zu ndd. batt«stumpfy.

Buxe, f.(Pl.-n): Hose. Aus dem Ndd., wo boxe, büxe, ndl. bokse f.; daraus entlehnt isländ.(im Pl.) baxar, schwed. byx, dän. buce. Von Boock abgeleitet, also eig.«Hose von Bocksleder», vgl. engl. backslcins«bock- lederne Hosey. Helvig 1611 hat Bachsen als ndsächs. Wort, ebenso verzeichnet Adelung Büchse als ndsächs., 1616 bei Henisch Bixen «Pluderhosen, Schifferhosen.

büxen, v.: behende heimlich entwenden. Aus dem gleichbed. ndd. baxen, ndl. boksen, eig. wohl s. v. a.«behende ungesehen in die Hose(Hosentasche) stecken». Bei Schiller da- für bixen in weggehict(Ruuber 2, 3).