Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
307-308
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307 bummeln

Burg 308

bummeln, v.: hangend hin und her schwe- ben; im Nichtstun umherschlendern. Ablaut- bildung zu bammeln(s. d.). In der 1. Bed. von Ludwig 1716 und Frisch 1741 verzeich- net, von Voß Ged. 1, 13 gebraucht. Die 2. Bed. findet sich im 18. Jh. mehrfach in ndd. Dialektwörterbüchern und ist erst in neuerer Zeit allgemein geworden. Davon Bummel, f.(Pl.-n): hin und her schwe- bendes Anhängsel und Bummel, m.: ge- mächlicher Spaziergang, beide der neueren Sprache angehörig, wie auch Bummler, m. «umherschlendernder Nichtstuer.

Bund, m.(1es, Pl. Bünde): Vereinigung zu einem Zwecke; Bindemittel, Kopfbinde; Kuchen in Form eines Turbans;(gewöhn- lich als n.) miteinander Verbundenes. Mhd. bunt m.(Gen. bundes)«Fessel, Zusammen- gebundenes, Bündnis⸗; dazu ndl. bond m. Zu binden. 4BL. Bündel, m. n.(-s, Pl. wie Sg.): Zusammengebundenes zum Tragen. Mhd. bundel n.(auch gebündel, ahd. gibunkili n.); dazu ndl. bundel m., ags. byndele f., engl. hundle. Alternhd. auch m.(1541 bei Prisius 776 b der püntel, auch Stieler und noch Hey- natz 1775 setzt das M. an, das Adelung auf das Obd. beschränkt, bei Goethe der und das Bündel), bei Luther dafür das Bündlin. bündig, adj.; verbindend, fest überzeugend, kurz zusammengedrängt und kräftig. Mhd. bündec«verbündet», frühnhd. bündig«ver- bindend, kräftig». Bündnis, n.: feste Ver- bindung zu einem Zwecke. Spätmhd. bänt. nisse n.

Bundschuh, m.(es, Pl.-): grober derber Schnürschuh mitlangen Riemen(Bundriemen), Bauernschuh; Meuterei, Empörung. Mhd. bunt- schuoch m.; da dieser Schuh schon um die Mitte des 15. Jh. von den Bauern bei Auf- ruhr als Standes- und Feldzeichen aufge- hangen wurde, so entstand die Bed.«Em- pörung» schon am Ende des 15. Jh.

Bunge, f.(Pl.-/): Trommel; trommel- ähnliche Fischreuse. Mhd. bunge, auch mnd. humge, aschwed. bunga f.«Pauke, Trommel. Im Ablaut stehend zu engl. bang, anord. banga «schlageny. S. Bengel.

Bunge, f.(Pl.-n): Pflanzenknolle, s. Bachbunge.

Bunkel, m.(-s, Pl. wie Sg.): gedrungene, kurze, dicke Person. Mhd. bunkel m. Schlag, Stoß, Beule, woraus sich die Bed. cbauschige Masse, Bündel» und«Kind von kurzem, dickem Körperbau»(schweiz. Id. 4, 1380, Schmeller 21,

394) entwickelten. Von obd. bunken cklopfen, stoßen, paukeny. Dafür schwäb. Bunkes.

bunt, adj. u. adv.: mannigfarbig. Bei Luther und sonst älternhd. bund, bundt. Mhd. bunt(flekt. bunter, nicht bunder)«schwarz und weiß getüpfelt oder gefleckt, schwarz und weiß gestreifty; dazu nd. bant, ndl. bont. Wegen des in der Flexion beibehaltenen als entlehnt anzusehen, und zwar aus lat. Punckus, Part. Perf. Pass. von pungere æste- chen», also eig.«gestochen», dann«punktiert, getüpfelty; ein entsprechender Ausfall eines c vor t auch in Tinte(s. d.) aus tincta. Nach Heyne stammt es aus den Klöstern, wo punctus das mit verschiedenen Farben Gestickte bezeichnete. Als Subst. bezeichnet Imhd. hunt n.«mehrfarbiges Pelzwerk»(ebenso mnd. bunt n.) im Gegensatz zu grã n.«graues, einfarbiges Pelzwerk», weshalb häufig grä unde bunt verbunden vorkommt. ZUS. bunt- scheckig, adj.: überladen bunt. Gegen Ende des 17. Jh.(bei Weise Erzn. 33 bund- scheckigt), zunächst wohl von einem mehr- farbigen Pferde(Stieler 1691 hat Buntschack cbuntes Pferd neben dem Subst. Bunt- schückigkeit, Ludwig 1716 Buutfschäch«buntes Pferd»). Buntwerk, n.: geflecktes Pelzwerk, mihd. buntewere n.

Bunzen, s. Punzen.

Bürde, f.(Pl.-/): Hebe-, Traglast;(bild- lich) Schwerzutragendes. Mhd. bürde, ahd. burdã f.; dazu anord. byrdy, schwed. börda, dän. byrde, got. baurpei f. und mit weiterer Ableitung asächs. burthinmig, ags. byrden, engl. burden f. Mit Dentalsuffix zu ahd. béran«tra- gen gebildet, s. Bahre und gebiren. 4 B L. bürden, v.: als Last aufladen, mhd. Dürden.

Büre, f.(Pl.-n): Bett-, Kissen-, Polster- überzug. Aus dem Ndd., wo mnd. bure cKissenziechey. Das Wort wird 1775 von Heynatz als Büre verzeichnet und von Voß (z. B. Ged. 1, 45) öfter gebraucht.

Bureau(spr. Bürö), n.(s, Pl.-s): Schreib- tisch oder-pult zur Besorgung der Geschäfte; Schreib- und Geschäftsstube. Ausfranz. baureau, afranz. burel m., urspr.«grobes wollenes Tuch, Teppich», dann«ein mit einem solchen Tep- piche gedeckter Tisch⸗, weiter«Geschäfts- tisch undstube», abgeleitet von franz. Dure f. «grobes, wollenes Tuchs, das auf lat. bura (für burra) f. beruht. Um 1700 entlehnt.

Burg, f.(Pl.-en): befestigter Ort;(früher) Stadt(vgl. Bürger). Mhd. bure(Pl. bürge), ahd. Baurieg, burg f.«mit Mauern umschlossener