Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
305-306
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305 Buhne

bumbst bums! 306

liche Geschwistery. Man sieht in B. eine Koseform zu Bruder, die später überhaupt in der traulichen Anrede verwandt wurde und schließlich die Bed.«Geliebter»(im ge- schlechtlichen Sinn) annahm. Entsprechend ndl. oel m. und lett. bãlelin s, bãlin& Brüder- chens. 4BL. buhlen, v.: mit jem. ein Liebesverhältnis haben, dann sich um eine Gunst bewerben. Mhd. buolen(auch umb eine buolen«sich um ihre Gunst bewerben). Davon Buhler, m. mhd. buolcre, Buhle- rin, f.(pei Luther Bulerin) und buhlerisch, adj.(bei Luther bulerisch), sowie Buhlerei, spätmhd. buolrie f., Buhlschaft, mhd. buol- schaft f. ZUS. Buhldirne, f., 1730 bei Gott- sched crit. Dichtkunst 14.

Buhne, f.(Pl.-n, Goethe Faust 11 545): gegen das Wasser errichtete Schutzwehr aus Holz, Reisig u. dgl.(danach Ufermauerwerk, Kai und in Seestädten ein umschlossener Hof, in dem die gelöschten Waren so lange auf- gehoben werden, bis man sie in den Speicher bringt, 1793 bei Röding Wb. der Marine 1, 411). Mittel- und norddeutsch. Zu hd. Bühne Brettergerüst. Mnd. bune f.«Fischwehry, ndl. bun f., im Hd. vor dem 17. Jh. nicht zu belegen(1641 bei Zesen D. Helikon J. 4, 1781 bei Kindleben aufgeführt).

Bühne, f.(Pl.-n): erhöhter Fußboden von Brettern; Brettergerüste; erhöhter Schau- platz im Theater und dieses selbst;(dialek- tisen auch) Zimmerdecke, Bodenraum, Spei- cher. Mhd. büne, bün f. cerhöhter Fußboden, Decke eines Zimmers», um 1480 im Voc. inc. teut. t Sa pun«solarium», 1482 im Voc. theut. aàa 2 b puny«solarium, puny in einem schiff ctabulatay; dazu mnd. bone f.«Fußboden, Decke, Söller, Speicher, ndl. beun f.«Fuß- boden, Fischbehälter». Vielleicht mit Boden verwandt, falls Ausfall eines d vor ange- nommen werden darf. Vgl. Bönhase. 4 BL. bühnen, v.: mit Brettern belegen. Mhd. in verbiinen.

Bukétt, n.(*s, Pl.-s): Blumenstrauß. Das franz. bouquet m. Blumenstraußo, eig. ckleiner Buschy, Demin. von franz. bois, ital. bosco m.«Busch, Wald, Holz», die auf das deutsche Busch(s. d.) zurückgehen. Bei Wüchiler 1711.

Bulge, f.(Pl.-n): Wasserbehälter von Leder. Mhd. bulge, ahd. bulga f.«lederner Sack»(mhd., ebenso mnd. und noch bei Luther auch«Woge»). Nicht entlehnt aus dem gleich- bed. gall.-Jat. bulga, sondern mit diesem Worte

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.

urverwandt und zu Balg(s. d.) zu stellen; also eig.«Schwellung». Dazu noch engl. bulge, hilge Bauch eines Fasses, Schiffsbauch, anord. bylgja, schwed. bölja, dùn. bölge f. Wogev.

1 Bulle, m.(-n, Pl.-n): Zuchtstier. Nord- deutsch. Aus dem Näd., wo mnd. bulle m.; dazu ndl. bul, engl. bull(erweitert bullocke cjunger Ochsey, ags. bullacc), altn. boli m. Lit. Pul'us m. stammt wohl aus dem Deutschen. Weitere Anknüpfungen bietensich mannigfach. Von Schulze KZ. 29, 293 zu gr. koc Glied gestellt, vgl. ferner Bezzenberger Bezz. Btr. 19, 248, Johansson Btr. 15, 225, Uhlenbeck Btr. 26, 290. Abgeleitet ist wohl mhd. ballen, ahd. bullõn cbrüllen». 1616 bei Henisch verzeichnet. Bei Schiller Fiesco 2, 8 Bulle für Bullenbeißer(8. d.).

2 Bulle, f.(Pl.-n): angehängte Siegel- kapsel, dann die damit versehene Urkunde; Verordnung mit dem päpstlichen Siegel. Mhd. bulle f., aus lat. bulla f. eig.«Wasserblase?, dann «Knopf, Kugel, Kapsely. Vgl. auch Bill.

3 Bulle, f.: Flasche, s. Pulle.

Bullenbeißer, m.(-S, Pl. wie Sg.): Art großer Hunde, die gegen Stiere gehetzt wird (bei Steinbach 1734 Bullenbeißer, 1719 bei Pleming teutscher Jäger 170 Boll-Beißer), nd. bullenbiter; bildlich auf einen grimmig bissigen Menschenangewandt(bei Lessing 1, 286, Bollen- beißer 1729 bei Stoppe Ged. 2, 161).

Bullenfinke, m.(-n, Pl.-n): Ochsen- ziemer. 1779 bei Schummel Spitzbart 168. Schles. Bullfinke f., zusammenges. aus Bulle Zuchtstier» und nd. Finke«männliches Gliedp.

bullern, v.: Blasen werfend geräuschvoll aufwallen; ein dumpfes Geräusch machen. Wohl nicht entlehnt aus lat. bulldre«Blasen werfeh, aufsprudeln», sondern lautnachahmen- des Wort, zu poltern(s. d.) gehörig, spätmhd. bollern neben boldern. Erst bei Heynatz 1795 und Campe 1807 verzeichnet.

Bult, m.(en, Pl.-en) und Bülte, f. (Pl.-n), Bulten, m.(p, Pl. wie Sg.): be- wachsener Erdhaufe. Aus dem Ndd., wo mnd. bulte m.«Haufe, Hügel, Bündel», ditmars. und müärk. Bült, Bülten; dazu ndl. bault m.«Höcker, Geschwulst, Erdhügels. Dunkler Herkunft. Ins Hochd. von Voß eingeführt.

bumbs! bums! Interj. des dumpf schal- lenden Aufschlagens oder Falles auf etwas(bei Schiller Kab. 1, 2 bumbs, 1767 im Brem. Wb. 1, 162 bums). Lautnachahmend. Vergleichen läßt sich gr. Jat. bombus, gr. Boͤußoc m. ctiefer, dumpfer Ton», das aber nicht als Grundlage anzusehen ist. Vgl. pump, Pumpes, auch plump.

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