Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
303-304
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303 buddeln

Buhle 304

buddeln, s. putteln.

Bude, f.(Pl.-/): Bretterhütte; Kramladen; Zimmer(student.). Mhd.(in ostmd. Quellen) bade, buode; dazu mnd. bôde, mengl. hôpe, nengl. boolh«Budes, schwed.-dun. hod f.«Kramladen). Lu bauen, aber mit auffallendem germ. 6 für d, dagegen anord. bad f.«Wohnung, Aufenthalt, Zelt, Hütte». Im Nhd. anfangs wenig üblich, zuerst bei Krämer 1678. Vgl. auch Baude. 4B. Büdner, m.(-s, Pl. wie Sg.): Inhaber einer Bude;(in Norddeutschland) Häusler.

Büfétt, n.(*s, Pl.-): Kredenztisch, An- richte. Schon 1556 schweiz. puffet n.«An- richt mit silbernen und goldenen Geschirren» (Frisius 1347 b, Dictionariolum 182, bufyet No- menclator 109 b), aus dem gleichbed. franz. huffet, ital. buffetto m. Unbekannten Ur- sprungs, kaum von ital. Duffare caufblasen?, also eig. pomphaftes, prunkhaftes Ding.

Büffel, m.(-s, Pl. wie Sg.): eine Art wilder Ochsen. Spätmhd. büfel m., aufge- nommen aus franz. bafle, das aus ital. 5u/olo, hüfalo stammt, mlat. büfalus, gr. lat. bübalus, gr. B00ßokoc m., welches letzte eig. eine afrika- nische Gazellenart, später eine Art wilder Ochsen bedeutet. 4BL. büffeln, v.: sehr angestrengt arbeiten. Wohl eigentlich Dim.- Bildung zu mhd. bufyen(s. Puffen)«schla- gen?(vgl. 1571 bei Mathesius Sar. 40 b hart und lang püflen und schlagen), später aber au Büffel angelehnt, was dann auch die Nach- bildung ochsen hervorgerufen hat. Schon bei

Luther büffelerheit charte, mechanische Arbeity.

Bug, m.(es, Pl. Büge und Buge): Stelle, wo eine Krümmung ist; Körperteil mit Wirbel- knochen; breites Vorderteil des Schiffes. Mhd. buoc(Pl. büege), ahd. buog m.«das obere Ge- lenk des Armes(die Achsel) und der Vorder- beine bei den Tieren, das obere Gelenk des Schenkels(die Hüfte); dazu ndl. boeg«Schiffs- bug», ags. bõg, böh«Schulter, Arm, Asto, engl. bough«Asty und b0«Schiffsbug, anord. bôgr«Bugy, schwed. bog, auch«Schiffs- bug»y, dän. bov und boug m.«Schiffsbugy. Ubereinstimmend mit aind. bahüs(fürphägha) Arm), aw. bãzab-«Army, gr. nfxuc m.(für ꝙꝓnxu)«Bug zwischen den beiden Hörnern des Bogens, Pllenbogen, Unterarm», armen. hazukt«Ellenbogeny. Die Bed. Schiffsbug» stammt aus dem Nl.(sie beruht wohl auf einem Vergleich des Schiffes mit einem Pferde) und ist von hier aus ins Deutsche, wie Eng- lische und Skand. gedrungen, sie findet sich hd. schon bei Duez 1642.

Bügel, m.(-s, Pl. wie Sg.): ringförmig Zusammengekrümmtes. Dem Hd. urspr. fremd, mhd.(vereinzelt) bügele f.«Steigbügel, dann um 1480 im Voc. inc. teut. c4 a baugel«armillus 5, bei Luther bägel und bögel m. Reif eines Kranzes», bei Henisch 1616 bügel, bigel usw. Dazu mnd. bogel, ndl. beugel m.«großer me- tallner Ring, Steigbügel». Zu biegen. 4 B L. bügeln, v.:(Wäsche, Zeug) glätten durch Darüberhinfahren mit dem heißen Glätteisen (Bügeleisen). Bei Krämer 1678 bögelen, pögelen, bei Stieler 1691 biegelen(biegeln auch noch bei Goethe 1, 304), bei Steinbach 1734 bigeln. Bei Krämer 1678 auch Bögel- oder Põgeleisen Bügeleisen», nach der ringförmigen Krüm- mung des Glätteisens benannt.

bussieren, v.:(ein Schiff) durch Ruder- bote an Tauen vorwärts ziehen. Aus dem Ndl., wo jetzt boegseeren, aber bei Kilian 1599 boechscerden, entlehnt aus portug. puxar cziehen, schleppen», Liebich Btr. 23, 226. Bei Ludwig 1716 bogsiren.

Bugspriet, n.(-es, Pl.-e): die über dem Vorderteile des Schiffes schräg in die Höhe ragende Stange. Aufgenommen aus ndl. boeg- spriet f.(auch ins Engl. entlehnt als Powo- sprit, ins Schwed. als bogspröte n.), das zu- sammengesetzt ist aus boeg«Vorderteil des Schiffes»(s. Bug) und spriet f.«schrüg gehende Segelstange am Maste»(s. sprießen). Im Hd. erscheint das Wort als Buchsbred bei Hulsius Schiffarten 11, 85 und ist bei Ludwig 1716 als Boogspret und Bugspreet verzeichnet.

Bühel, Bühl, m.(-s, Pl. wie Sg.): natür- liche Erhöhung des Bodens in einer Ebene, mäßiger Hügel;(bildlich) Auswuchs an Leibes- gliedern(bei Musäus Volksm. 4, 106 UYlrich mit dem Bühel d. i. der mißwachsenen ver- renkten Schulter; schon mhd. Flore 6911). Oberdeutsch; Luther und den meisten Wörter- büchern fehlend, aber von Wieland gebraucht (auch von Goethe 2, 36). Mhd. bithel, ahd. hauhil m. Mit grammatischem Wechsel zu hiegen gehörig, s. auch Beule und Buckel. Eine oberd. Nebenform ist Pöhl m.

Buhle, m.(-n, Pl.-/): Geliebter. Mhd. buole m.«geliebte männliche Person, z. B. naher Verwandter, Bruder, Gatte, lieber Freund, dann auch auf eine Person weiblichen Ge- schlechtsbezogen, Geliebte, Beischläferin»(hier- für erst spätmhd. auch buole f.); dazu mnd. bõöle m. trauliche Bezeichnung von Verwandten oder sonst durch Beruf nahestehenden oder befreundeten Personen, Dim. Polercen«leib-