Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
297-298
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297 brüsk

Bube 298

cun n. neben ruscus f. hervorgegangen sind (andre denken an Zusammenhang mit anord. bruskr m.«Haarbüschel»).

brüsk, adj. u. adv.: barsch, heftig, rück- sichtslos. Aus dem gleichbed. franz. brasque, ital. brusco, die auf ein lat. Adj. bruscus cknollig zurückgeführt werden, das aus brus- cum n.«schwammiger Auswuchs am Ahorn- baumꝰ erschlossen wird. Bei Sperander 1728 brusque.

Brust, f.(Pl. Brüste): Vorderteil des Leibes vom Halse bis zum Magen; die Milch- drüse der Frau. Mhd.-ahd. brust f.; dazu mnd. haust, borst, ndl. borst f., got. brusts f. Pl.(mit konsonantischer Flexion). Ferner mit andrer Ablautform asächs. breost, ags. brõost n., engl. breast, anord. brjõst, schwed. bröst, dän. brystn. Das Wort scheint urspr. die Form eines Duals gehabt zu haben. Her- kunft unsicher; häufig, aber kaum richtig, stellt man Brust zu mhd. briezen an- schwellen, knospenv, ags. bréotan, anord. brjõöta cbrechen», asächs. brustian«knospen», Grund- bed. danach die schwellend Vorbrechende». Eher ist air. brä, Gen. bronn(aus*brusõ) Bug, bruinne Brusty verwandt. 4.31. brüsten, refl. v.: eig. die Brust vorstrecken, dann(wie«sich in die Brust werfen») stolz tun. Mhd. sich brüsten. brüstig, adj. in eng-, hoch-, vollhrüstig. Brüstung, f.: bis zur Brust reichende Schutzwand. Erst bei Adelung 1774. ZUS. Brustbild, n.: Bild bis zur Brust, 1557 bei Sleidanus übers. v. Stamler 2024. Brustfleck, m.: Brustleder, Schurzfell. Ahd. brustflech m.«ein die Brust bedeckendes priesterliches Gewand», mhd. nicht zu belegen, dann bei Henisch 1616 im jetzigen Sinn. Brustkern, m.: der stoff- haltige, ausgesuchteste Teil an der Brust des geschlachteten Rindviehes. Bei Henisch 1616. Brustwehr, f.: Schutzwehr, die den Mann bis über die Brust, also bis an die Zuhne deckt. Mhd. brustawer f. n., ahd. brustaberi f., zusammenges. mit Wehr(s. d.).

Brut, f.: Hitze zur Ausbildung des Jungen im Eie, dann das belebende Sitzen über dem Eie; das Ausgebrütete. Mhd. bruot f.(auch überhaupt Hitze»); dazu ndl. broed n., ags. brõd f., engl. brood«Bruty. Von brühen(s. d.) mit Dentalsuffix gebildet. 4L. brüten, selten bruten(auszubruten Uhland 73), v.: wärmen, belebend erwärmen d. h. in Hitze zur Belebung des Eies über diesem sitzen. Mhd. briüeten, ahd. bruoten; dazu ndl. broeden,

ags. brõdan, engl. breed«erzeugen» und brood cbrüten». Alternhd. und mundartlich dafür auch brühen(s. d.). brütig, adj.; brütend, bebrütet; dumpf, schwül. Mhd. brüetic heißt centbrannt», ags. brõdig, engl. broodyi cbrütendh.

brutäl, adj. u. adv.: ungeschliffen, roh und grob im Benehmen. Aus dem gleich- bed. franz. brutal, ital. brutale eig.«viehisch, unvernünftig», aus vulg.-lat. brütãlis, abge- leitet von lat. brülus«unvernünftig. Um 1600 entlehnt. 4BL. Brutalität, f.: Roh-, Grobheit, Flegelei. 1598 bei Albertinus Send- schreiben 2, 5 b. Nach mlat. brutalitas(Gen. brutalitatis) f.

brüten, brütig, s. Brut.

brutzeln, v.: 1. intrans. langsam kochend oder bratend leise tönen, 2. trans. in leisem Tönen langsam kochen oder braten. Mund- artlich in Mitteldeutschland und Schwaben, auch prutzeln(Weise Cath. 267 und schon im 16. Jh.), brotzeln(Goethe Urfaust 1431, Rückert 2, 220), protzeln. Das Wort hängt mit brodeln(s. d.) zusammen, wie schmitzen mit schneiden. Im Obd. dazu das ablautende bratzeln(Mörike 2, 154), bretzeln«prasseln?.

bst! Interj., durch die Aufmerksamkeit er- regt(Lessing 1, 236) oder Stillschweigen her- vorgerufen werden soll(Maler Müller 1, 301).

bubbeln, v.: Blasen aufwerfen. Bei Voß Ged. 1, 179. Scheinbar lautnachahmendes Wort, entsprechend nddl. bobbelen, engl. bubhle, schwed. bubbla, dän. boble, wahrscheinlich aber eine reduplizierte Bildung zu bullern.

Bube, m.(-h4, Pl.-n): noch nicht aus- gewachsene männliche Person; zuchtloser Mensch; nichtswürdiger Mensch. Mhd.(noch selten und erst gegen 1300 auftauchend) bzobe, in md. Quellen auch buofe(auch bei Luther früher Bufe und noch im 18. Jh. Büfchen, z. B. Hagedorn Od. 100) m.«Knabe, Diener, Troßknecht, zuchtloser Mensch, Spielery; früh- nhd. in der Bed.«zuchtloser, schlechter Menschs sehr gewöhnlich(auch bei Luther), in obd. Quellen außerdem in der Bed.«dienen- der Knabe», später auch(z. B. bei Fischart) in der Bed.«Knaben schlechtweg, Sohn», die jetzt in der südd. Umgangssprache herrscht (mundartlich auch«Geliebter»). Dazu ndl. boef m.«Schelm⸗, engl. box&«Knabe», schwed. bof m.«Spitzbubes. Das Wort muß trotz seines späten Auftretens als germanisch an- gesehen werden(im Ahd. erscheint Buobo als Eigenname), es ist urspr. Kosewort der Kindersprache und steht im Ablaut zu mhd.