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tischem brallen«schreien»(s. prahlen) stehend. Die Form mit kurzem d stammt aus dem Md.(1470 in Diefenbachs mlat.-hochd.- böhm. Wb. Sp. 186 prüllen, 1482 im Voc. theut. t 3⁸ prullen, bei Luther brüllen), dazu ndl. brullen. Nach Bugge Btr. 21, 421 zu lit. blicau «brülleny, indem r aus durch Dissimilation entstanden ist.
brummen, v.: dumpfen Ton von sich geben;(in der neuern Umgangssprache) im Gefüngnis sitzen. Mhd. brummen, dazu ndl. brommen, das zu dem starken V. mhd. brimmen (Prät. bram, Part. gebrummen) gehört, zu dem es urspr. nur eine abweichende Präsens- bildung darstellt, weiter auch zu dem ein- faches m zeigenden mhd. brémen, ahd. bröman sbrummen, brüllen»(s. 1Brensse). Man ver- gleicht damit lat. fremere«brummen, dumpf töneny, gr. Bpéueiv dumpf, hohl tönen, rauschen?, ai. marmaras rauschendy, indem man mr als Anlaut annimmt. Vgl. Osthoff Morph. Unters. 5, 93 ff. S. auch Brunft. 4BL. brummeln, v., frühnhd. brumlen. brum- mig, adj., 1691 bei Stieler brummicht. ZUS. Brummeisen, n.: die Maultrommel. Bei Rädlein 1711.
Brunélle, f.(Pl.-n): Braunwurz oder Gottheil, ein Heilmittel, namentlich gegen die Bräune. Spätmhd. brunelle aus franz. brunelle f., von ital.-span. brano, franz. Druan cbrauny.
brünétt, adj.: braunhaarig, eig. bräun- lich. Substantiviert Brünette, f.(Pl.-n): Braune, Bräunliche von Gesichtsfarbe und Haar. Aus dem franz. brunet(F. brunette), ital. brunetto, das mit Diminutivendung ab- geleitet ist von franz. bran, ital. bruno«braun. In der 1. Hälfte des 17. Jh. entlehnt(1646 bei Moscherosch Philander 2, 208 Brunette).
Brunft, f.: Außerung des Begattungs- triebes beim Rot- und Schwarzwilde. Mhd. brunft f.«Brunstzeit des Hirschesz(ein an- dres brunft«Brande gehört zu brennen). Mit Entwicklung eines(vgl. Zunft, Kunft, Vernunft) zu dem unter brummen erwühnten mhd. bremen, ahd. breman«brummen, brüllen, hier vom verlangenden lauten Schreien des Wildes zu verstehen. 4L. brunften, v.: den Begattungstrieb äußern.
Brunkel, m. n.(-S): wässeriges Gelände mit Graswuchs. In Hessen, am Rhein, im Elsaß. Verwandt mit Brink(s. d.).
Brunn, m.(-es, Pl.-en), meist Brunnen, m.(-s, Pl. wie Sg.): aussprudelnde, zutage
kommendeQuelle; Quellwasser; Behälter, worin sich ausbrechendes Quellwassersammelt; Harn. Mhd. brunne(Gen. brunnen), ahd. brunno m.; dazu asächs. brunno, ags.(mit Umstellung des T) burna, got. brunna m. Vgl. auch Born. Wohl zu brennen zu stellen, als das Wal- lende, Siedendey(vgl. mhd. söt m.«Brunnenꝰ, zu sieden), oder wurzelverwandt mit gr. qpédp, Gen. qpécroc«Brunneny, aus*ꝓpefo. Das urspr. schwache M. hat sich frühnhd. in Brunn, Gen. Brunns und Brunn, Brunne, Gen. Brunnen geteilt, Luther hat überwiegend die starken Formen(auch mit dem Pl. Briunne), seltener die schwachen(im Pl. als Mischform auch Brünnen). Sonst überwiegt älternhd. Brunn, Gen. Brunnen oder Brunnens, in den andern Kasus Brunnen; die Form Brunnen im Nom. Sg. dringt erst im 18. Jh. durch und ist bei Adelung allein angegeben. Jetzt ist Brunn, Gen. Brunns(aber im Pl. nur Brunnen) fast nur poetische Form. IZUS. Brunnquell, m.(-s, Pl.-en): Quell, woraus ein Brunn entsteht;(bildlich) Ursprung. Da- für spätmhd. brunnengçuelle, bei Luther brunne- quelle f., dagegen um 1480 im Voc. inc. teut. 0 3 b brunquel«scaturigoy.
Brünne, f.(Pl.-n): Harnisch. Im 19. Jh. wieder aufgenommen aus mhd. brünne, brinje, brünege, ahd. orunna, brunnia f.; dazu ags. (mit Umstellung des r) byrne, anord. brynja, got. branjõ f. Wahrscheinlich aus air. brainne Brust» entlehnt.
Bruno, Mannsname. Ahd. Brüno cder Braune», das schwach dekl. Mask. des Adj. br aun(s. d.).
Brunst, f.(Pl. Brünste): großes verzehren- des Feuer; innere Glut, Hitze im Menschen; Heftigkeit des Geschlechtstriebes. Mhd.-ahd. brunst f.; dazu ndl. bronst, got.(nur in Zu- sammensetzung)-brunsts f. Zu brennen mit Entwicklung eines inneren s(vgl. Gumst, Kunst!). 4BL. brünstig, adj. u. adv., mhd. brünstec.
brunzen, v.: den Harn gehen lassen. Nur noch südd. Mhd. brunzen aus ülterm brunnezen, einer verstärkenden Ableitung von mhd. brunnen charnen», von branne m., hier in der Bed.«Wasser, Harn?.
Brüsch, m.(-es, Pl.-e): der Mäusedorn, ruscus aculeatus. Spätmhd. bräsch, aus franz. brusc, ital.-span. brusco m., die wohl mit vor- gesetztem 5(vielleicht unter Einwirkung von lat. bruscus, bruscum, s. unter brüsk) neben ital.-span. rusco m. aus dem lat. Namen ras-


