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Buchstab 300
hähe alte Frauy, schweiz. bãbi« Mädchen», engl. babY;«Kind, Grundform 50„5 oder bãbd. 4BL.(von Bube zuchtloser Menschy aus- gehend) buben, v.: sich wie ein Bube be- nehmen, namentlich in haren und baben. Frühnhd.(spätmhd. in verbuoben), auch bei Luther. Davon das Demin. bübeln, v.: (Schiller 1, 344). Frühnhd., z. B. Murner Schelm. 17, 39 bieblen, bei Seb. Brant mit fremder Endung babelieren. Bühin, f., spät- mhd. bäüebin. bübisch, adj., spätmhd. büe- bisch. Büberei, f., mhd. buoberde. Z08. Bubenstück, n., frühnhd.(z. B. Murner Geuchm. m 1 ⁵(V. 1645), Luther 8, 348 W).
Buch, n.(es, Pl. Bücher): zu einem Ganzen zusammengeheftete Pergament- oder Papierblätter; Hauptabteilung eines Werkes; 24 Bogen Papier. Mhd. buoch(Pl. buoch, erst später bäecher) n., ahd. baoh n., auch f.; da- zu asächs. bö f. n., ndl. hoekx n., ags. bc f. (Pl. béc), engl. book, anord. bO ¼ f.(Pl. bœker), schwed. bok f., dän. bog. Im Got. bedeutet der Sg. bõôka f.«Buchstab» und der Pl. böxos «Buch, Schrift, Brief»; auch im Ahd.-Asächs.- Ags.-Anord. hat öfter der Pl. noch die Bed. «Buch», die dem Sg. urspr. nicht zukommt. Dieser bezeichnet vielmehr das aus Buchen- holz geschnitzte Stäbchen zum Einritzen von Runen(s. Buchstab), dann auch das Schrift- zeichen, den Buchstaben selbst; der Pl. nimmt die Bed.«Schriftstück» an, die später auch auf den Sg. übergeht. Nach Tacitus Germ. 10 wurden in der ältesten Zeit unseres Volkes die zunächst zu Los und Weissagung ge- brauchten geheimnisvollen Runenzeichen in Zweigstücke eines fruchttragenden Baumes eingeritzt, und zu den fruchttragenden Büumen gehörte der Eckern wegen ganz vorzüglich die Buche. 48L. buchen, v.: in ein Buch eintragen. Neues, erst bei Campe 1807 ver- zeichnetes Wort(vielleicht nach dem gleich- bed. engl. bo). Mhd. buochen«durch ein Buch lehreny». Bücherei, f.: Büchersamm- lung. Bei Krämer 1678, wohl in den Sprach- gesellschaften für«Bibliotheke aufgekommen. 2ZUS. 1) mit dem Sg. Buch: Buchbinder, m. Buchdrucker, m. Beide in der 2. Hälfte des 15. Jh.(z. B. puchpinter Städtechron. 11, 641, SVom J. 1501, buchtrucker Mone Zeitschr. 1, 311 vom J. 1478). Buchführer, m.:(früher) Buchhändler(so schon 1489, Germ. 28, 361); (jetzt) Führer des Geschäftsbuches. Buch- halter, m., im 16. Jh.(1562 bei Mathesius Sar. 2382). Buchhandel, m., im 17. Jh.
(Gombert 7, 16 v. J. 1627). Buchhändler, m., 1575 im Theatrum diabolorum am Schluß der Vorrede. Buchmacher, m.: der die Aufforderung zur Eingehung von privaten Wetten bei Pferderennen(das Buchmachen) gewerbsmäßig betreibt, in neuester Zeit nach engl. boolcmaker. 2) mit dem Pl. Bücher: Bücherwurm, m., auch Mensch, der sich immer mit Büchern beschäftigt(1668 bei Erasmus Francisci Oriental. Staats- und Lust- garten 1, 1617²).
Buche, f.(Pl.-n); der Waldbaum fagus. Mhd. buoche, ahd. bauohha f.; dazu ndl. beuk m., ags. böc(in böckreouo) und(mit einer Ableitung und damit verbundenem Umlaut) béce n, engl. beech, anord. böx f., schwed. bo f., dän. bög. Der Lautverschiebung gemäß übereinstimmend mit lat. fãgas f.«Buchey, gr. rfföc und ꝓofôéc f.«Speiseeiches. Weiter gehört dazu wahrscheinlich kurd. biæ«Ulmey?, abg. biüzi«Holundery und bäuchen, vielleicht auch Bauch. Vgl. Osthoff Bezz. Btr. 29, 249 ff. 4B!. Buchel oder Büchel, f.: Frucht der Buche, Bucheichel, mhd. bäechel f. Vgl. Eichel. buchen, büchen, adj.: aus Buchen- holz bestehend. Mhd. baochin, büechin, ahd. buohhin. Auch in den Zusammensetzungen Buchenholz, Buchenlaub, mhd. baochin loup. Z0S. Buchecker, f.: Buchel. In Glos- saren des 15. Jh., bei Diefenbach nov. gl. 339 ² bacheckir vom J. 1420, um 1480 im Voc. inc. teut. t 7à pachacker(s. Ecker). Buchfink, m.: der sich gern in Buchenwäldern auf- haltende Fink, spätmhd. buochwinke m.
Buchs, m.(es, Pl.-e): immergrünes Gartengewächs zur Einfassung der Beete; Buchsbaumholz. Mhd. buhs m., aus gr.-lat. bacus, gr. nεoc f. Buchsbaum und Buchs- baumholz». ZUS. Buchsbaum, m., mhd.- ahd. bahsboum m.
Büchse, f.(Pl.-n): walzenförmiges hohles Gefäß als Behälter; Feuergewehr mit ge- zogenem Laufe. Mhd. bühse(in der Bed. Feuerrohr zum Schießen erst in der 2. Hälfte des 14. Jh.), ahd. bahsa f., aus mlat. baœxis f., gr.-lat. pfxis, gr. nukic f.«Büchse aus Buchsbaumholzy, von gr. nο‿εoc, s. Bachs.
Buchstab und Buchstabe, m.(Gen. Buchstabens, Pl. Buchstaben): Lautzeichen. Mhd. buochstabe(Gen. Staben), meist aber stark buochstap m., ahd. buohstap m.; dazu asächs. bõöstaf und bölestabo m., ndl. boelcstaf f., ags. bõöcstœf, anord. bökstafr m., schwed. boxstaf m., dän. bogstau n. Urspr. nichts


