Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
291-292
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291 Brokat

Bruch 292

Form Broden mit Schwächung des-em zu -en auch bei Goethe 1, 214. Nat. Tochter 1985 u. ö. Mit Verwandlung des d in ö (doch wird Bradem noch 1722 von Freyer S. 268 verlangt) aus mhd. brädem Dunst», ahd. bräãdam m.«Hauch, Hitze?. Verwandt ist zunächst ags. bräöd f.«Dunst, Hauchy, engl. breath«Atem» und weiter braten(s. d.). 4BL. bradmen, v.: dick dunsten, mhd. brãdmen, ahd. brädamön.

Brokät, m.(-es, Pl.-e): mit Gold. und Silberblumen durchwirktes schweres Seiden- zeug. Aus ital. broccato m.(daher franz. brocat, brocart m.) von broccare, franz. brocher«stechen, sticken, das auf ital. brocca, franz. broche f.«Spieß, hölzerne Nadel, Stick- nadel» zurückgeht. 1717 bei Nehring Brocat, 1721 bei Jablonski Byroccat. 4BL, bro- katen, adj.

Brombeere, f.(Pl.n): schwarzblaue Frucht des Brombeerstrauches; dieser Strauch selbst, rubus fruticosus. 1537 bei Dasypodius Brombeer. Mit Verwandlung des ã in(später gekürztes) oaus mhd. brümber N. Pl.(S. Beere), ahd. bränberi«Beere des Brombeerstrauches (mhd. bräme m., ahd. brümo m. und brüma f., die auch überhaupt«Dornstrauch» bedeuten, dazu ndl. braam m. und mit weiterer Ab- leitung ags. brémel m., engl. bramble«Brom- beerstrauch»). Vgl. auch Bram.

Bronnen, Bronn, m.(-s, Pl. Bronnen): wie Brunnen. In der Dichtersprache seit dem Ende des 18. Jh. gebraucht; die Laut- entwicklung wie bei Sonne mhd. Sunne, ge- ronnen mhd. gerunnen.

Bronze, f.(Pl.-n): bräunliche Metall- mischung aus Messing, Zinn und vornehm- lich Kupfer; Kunstwerk aus Bronze. Aus franz. bronze und dies aus ital. bronzo m., das man auf aes Brundisium d. h. Erz aus Brindisi, dessen Metallarbeiten berühmt waren, zurückführt. Vgl. Berthelot Revue archéo- logique 1888, 294, Schrader Reallexikon 203. Im Anfang des 18. Jh. entlehnt(1734 bei Wolff math. Lex.).

Brosam, m.(-es, Pl.-e), Brosame, f. (Pl.-n): das inwendige Weiche vom Brote. Obd. und dichterisch, fast nur im Pl.(das M. Brosam von Klopstock u. a. gebraucht). Mhd. brösme(die mundartlichen Formen er- weisen langes 0), ahd. brösama, brösma f., dazu asächs. brösmo m. Brockeny. Zu ags. brisan«zerreibeny, brosnian«gebrochen wer- deny, also eig.«Bröckcheny und weiter zu

lat. frustum n.«ein Brocken, Stückchen, Bissen», s. Walde s. v.

Brosche, f.(Pl.-/): Vorstecknadel. Aus franz. broche f.«Spieß, Nadel»(s. Brokat). Moderne Entlehnung. broschieren, v.: ein Buch nur heften. Aus franz. brocher cstechen, durchstechen). 4L. Broschüre, f.(Pl.-n): bloß geheftetes Buch mit Um- schlag; Schrift von einem oder wenigen Bogen. Beide gegen Ende des 18. Jh. entlehnt.

Brös-chen, n.(-S, Pl. wie Sg.): Brust- drüse des Rindes, Kalbes, Lammes. Aus dem Md., dafür schwäb. Brüsle, bayr. Brüsel, Briesel n., auch nur Bries und verkleinernd Bries-chen. Vgl. auch die gleichbed. dän. brissel, schwed. bress in kalwbress. Falls à der ursprüngliche Vokal ist, vielleicht mit Brosameè zu ags. brjsan nach dem bröckeligen Aussehen der Drüse.

Bröselein, n.(Goethe 1, 178. Faust 9592): Brotbröckchen. Aus dem Obd.(1616 bei Henisch Brösele), das Dim. zu Brosame, mhd. brosemlin n., bei Luther Brosemlen. bröseln, v.: bröckeln. Schon im 16. Jh.

Brot, n.(es, Pl.-e): der aus Mehl und Wasser bereitete und gebackene Teig als tägliches Nahrungsmittel des Menschen;(bild- lich) Nahrungsbedarf, Nahrungspflege; Bienen- brot(s. d.). Auch häufig Brod geschrieben; das d kann aus westmd. u. ndd. Mundarten erklärt werden, beruht aber vielleicht auch auf grammatischem Wechsel. Luther hat Brot, was auch sonst im Alternhd. über- wiegt(doch Brod 1540 bei Alberus Dict.); Brod steht bei Rädlein, Frisch und dann bei Adelung, bei andern Brodt. Mhd. bröt, ahd. brôt, brõth n.; dazu asächs. bröd, ndl. brood, ags. bréad, engl. bread, anord. brand, schwed.-dän. bröd n., im Got. dafür Alaifs (s. Laib). Wahrscheinlich zu brauen(s. d.) zu stellen und im Ablaut zu dem unter brodeln besprochenen Brod stehend. ZUS. brotlos, adj., bei Henisch 1616. Brotneid, m., bei Adelung 1793.

brotzeln, s. brutzeln.

Broyhan, m.(-s, Pl.-e): Art Weißbier, aus Weizen gebraut. Angeblich von Kurt Broyhahn oder Brühan 1526 in Hannover erfunden. Fischart Garg. 86 führt Brühan als ein werdisches Bier auf.

brr! Interj., Laut zum Stillstehen der Pferde; Laut des Schauders.

Bruch, m.(es, Pl. Brüche): Handlung des Brechens; Gebrochensein; Stelle, wo et-