Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
289-290
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289 Brimborium

Brodem 290

(z. B. Schupp 1, 72) und noch jetzt mund- artlich auch Brill m. Brille f. ist aus dem Pl. hervorgegangen und kommt schon seit dem 15. Jh.(auch bei Luther neben dem M.) vor. Mhd. berille, barille m., im 15. Jh. auch brille, brill, ist zunächst der Name eines durchsichtigen Edelsteines(s. Beryll und brillant). Dazu ndl. bril m. ZUS. Brillen- schlange, f.: giftige Schlange mit brillen- ähnlicher Zeichnung auf dem Halse. Bei Adelung 1774.

Brimbörium, n.(-s, Pl.-s): nichtswerte Kleinigkeit, Lappalie(Goethe Faust 2650). Mit latinisierter Endung aus dem gleichbed. franz. hrimborion m., nach Hatzfeld-Darmsteter Umbildung von lat. brevicrium, s. Brevier.

bringen, v.(Prät. brachte, Part. gebracht): von einem Orte zum andern schaffen, an einen Ort tragen oder führen. Mhd. bringen (Prät. auch stark branc, Pl. brungen, Part. gebrungen, häufiger Prät. brähte, Part. brähl), ahd. bringan; dazu asächs. bringan, ags. bringan (Prät. brang und bröohte), engl. bring, schwed. (entlehnt) bringa, dän. bringe, got. briggan (Prät. brähta). Daneben mit abweichender Präsensbildung asächs. brengian, ags. brengan, ndl. brengen, auch md. bis in die nhd. Zeit brengen, von dem das schwache Prüt.(got. brähta aus*branhta) ausgegangen zu sein scheint. Zu kymr. he-breong herbeibringen», he-bryngiad der Herbeiführer», korn. hem- bronk«er wird herbeibringeny. Nach Brug- mann Idg. Forsch. 12, 154 eine Vermischung der Wurzeln idg. bher«tragen?, lat. fero, gr. Pépu, got. basran und enk, gr. eEverxetv cbringen». Das Part. Prät. lautet bei Luther und noch sehr häufig im 17. Jh. bracht(doch verlangt Schottel gebracht), dann auch wieder bei Rückert 1, 541.

Brink, m.(es, Pl.-e): erhöhter Gras- platz; Grasrain; feuchte Stelle auf einer Wiese. Aus dem Ndd., wo mnd. brink m. grasiger Hügels, überhaupt«Hügel, Gras- platz, Grasrain»; dazu engl. brink«iußerster Rand, Ufery, schwed.(entlehnt) brink m. csteiler Bergy, dän. brinkc«sanft angehender Hügel», anord.(mit Assimilation des n an k) brehka f.«Hügel» neben bringa f.«grasiger Hügel». Da br auf mr zurückgehen und der Nasal eingeschoben sein kann, läßt sich gall. brogae«Ackery, Allobroges, ir. mraig, bruig«Mark, Landschaft) und mit Ablaut lat. margo«Rand, d. Mark Grenze? ver- gleichen, vgl. Walde s. v. Anders Wiede-

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.

mann Bezz. Btr. 27, 231. Verwandt ist noch Brunkel(s. d.). Goethe gebraucht die Form Brinken(in Sandbrinken). ZUS. Brink- sitzer, m.: Angerhäusler, Halbbauer, Hinter- sasse. Aus nd. Brinksitter m. In gleicher Bed. Brinkckeöter, Brinklieger, Brinksasse.

Brise, f.(Pl.-n): kühler(Nord)wind. Aus dem gleichbed. franz. brise, span. brisa f., ital. brizza, engl. breeze, deren Herkunft un- sicher ist. Moderne Entlehnung.

Brite, m.(-n/, Pl.-n): Einwohner Eng- lands. Mhd. Britte, ahd. Prétto, aus lat. Brito, Britto und diese aus dem Keltischen, kymrisch Prydain, selten Bryt oder Brydein, Stammesname, davon das Adj. britisch, englisch. 4L. britten, v.: die Engländer nachahmen(Goethe 6, 110), dafür im 18. Jh. auch brittenzen.

Britsche, f., s. Pritsche.

Brocke, f.(Les ing 1, 394), meist Brocken, m.(-S, Pl. wie Sg.): abgebrochenes dickeres Stück. Aus mhd. brocke(Gen. brocken), ahd. broccho m., dazu ndl. brok m., mit Ablaut zu brechen gebildet. Im Got. das gleichbed. gabrulta f. An Stelle der schwachen Flexion im Mhd. jetzt starke, doch Nom. Sg. älternhd. noch Brocke, Brock. 4B. brocken, v.: in Brocken brechen. Mhd. brocken, ahd. procchõn. Davon die dimin. Bildung bröckeln, v.: zu kleinen Brocken brechen(bei Frisch 1712), mit dem Adj. bröckelig, alternhd. bröckelicht(1616 bei Henisch bröcklet).

Brod, s. Brot.

brodeln, brudeln(Wieland 19, 362), auch prudeln(Goethe Faust 5255) v.: kochend auf- wallen; langsam kochen(intrans.). Aus mhd. brodelen, brudelen, das zu spätmhd.(noch jetzt bayr.) prod n., ahd. prod, prot n.«Brühes, früh- nhd. brod«aufsteigende Wasserblase»(1429 lib. ord. rerum Bl.) gehört, dazu ags. brod n. Brühe», engl. broth«Fleischbrühes. Ahd. prod entspricht ziemlich genau lat. defrtum ader eingekochte Most, Mostsafte, thrak. pOroc, Bporov eine Art Gerstenbier» und gehört wohl zu der unter brauen bespro- chenen Sippe. B. kann aber auch mit Sprudlel, sprudeln verwandt sein(vgl. Siebs Kuhns Zeitschr. 37, 307), wie denn auch im 17. Jh. Brudel als«Sprudel⸗ vorkommt. Ablautend schließt sich dann schweiz. bradle«wallen, schmatzen, schwätzen» an.

Brodem, auch Broden, m.(-S, Pl. wie Sg.): dicker Dunst aus heißer, kochender Flüssigkeit; dicker Dunst überhaupt. Die

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