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verlangt von Freyer 1737, Gottsched Sprachk. 3240 und Heynatz, bei Campe erscheint sie als die herrschende. L. bretteln(Schiller Räuber 2, 3): den langen Puff spielen. bret- tern, adj., spätmhd. breterin(Germ. 28, 361 von 1432), bei Luther(2. Kön. 4, 10) brettern und(Sir. 29, 29) bretern. ZUS. Brettspiel, n., mhd. bretspil n.
Breve, n.(-s, Pl.'n und-s): minder förmlicher päpstlicher Erlaß. Im 15. Jh. aus mlat. breve«kurzes Schreibeny, besonders cein päpstliches», dem als Subst. gesetzten N. des lat. Adj. brevis«kurzy. Vgl. Brie.
Brevier, n.(-S, Pl.-e): Betformelbuch des katholischen Geistlichen. Im 15. Jh. breviere n., aus lat. brevidãrium n., eig.«kurzes Verzeichnis», dem als Subst. gesetzten N. des lat. Adj. breviãrius«kurz gefaßty, ab- geleitet von dem auf lat. brevis«kurzy zu- rückgehenden lat. brevidre«kurz fasseny.
Brezel, f., Prezel, Bretzel(Pl.-n): Back- werk in der Gestalt zweier armartig zueinander geschlungenen länglichen Ringe. Mhd. brezel (auch gedehnt brzel?), prezel, ahd. pricella f. daneben auch breze f.(daher bayr. die Bretzen, schwäb. Bretz, Bretzg) und brœzte, ahd. brezita, precita f.(daher schwäb. die Bretzet, Bretzget), sowie ahd. prezitella f.(daher elsäss. die Brettstell). Zugrunde liegt lat. Prachiolum n.«Armchen», Demin. zu brachiun n.«Army, das im Mlat. zu bracellum, sowie bracitum und bracitellum(vgl. ital. bracciatello m. «Brezel, franz. bréchetelles Pl.) umgebildet worden sein muß. Neben Bretzel steht mit langem e Brezel, wie von Heynatz Handb. und Adelung verlangt wird, außerdem nordd. mit anlaut. Pyretzel(so von Freyer 381 verlangt), Prezel. Südd. und westmd. nur mit kurzem Vokal.
Bricke, f.(Pl.-"/): Art Neunauge. Auch Pricke. Aus dem Ndd., wo mnd. Pprioke f., dann auch 1469 im mrhein. Voc. ex quo pryeckhe«cirtis?, 1475 im Teuth. prycke, ndl. prik m. Dunklen Ursprungs.
Brief, m.(-es, Pl.-e): schriftliche Ur- kunde; Zuschrift; zusammengefaltetes Papier- blatt. Mhd. brief(Gen. brieves)«Brief, Ur- kunde», überhaupt«Geschriebeness, ahd. briej, briaf, mit einem(aus lat. e hervorgegangenen) ie aus lat. breve n.(s. Breve). Entsprechend ndl. brief m., anord. brefn.«Urkundey, schwed. bref, dän. brev n. 4 BL. brieflich, adj. u. adv.: mittelst eines Briefes. Ahd. brieflin «in Form einer Urkunde, eines Schriftstückes»
(ebenso 1616 bei Henisch), in der jetzigen Bed. aber erst im 18. Jh. Briefschaften, Pl. mehrere Briefe oder Schreiben. Bei Frisch 1712. ZUS. Briefsteller, m.: der Briefe entwirft(bei Stieler 1691); Anweisung zum Briefschreiben(Volck v. Wertheim der auf neue Manier abgefaßte und allezeit fertige Briefsteller 1722). Brieftasche, f., 1491 im Voc. rerum e 5a. Briefträger, m., mhd. brieftreger, m. Briefwechsel, m.: Aus- tausch von Briefen. 1644 bei Harsdörffer Gespr. Bd. 1, Schutzschrift S. 22.
Bries, s. Brös-chen.
Brigäde, f.(Pl.-/): größere, von einem besondern Generale befehligte Heeresabteilung von zwei Regimentern(so zuerst in Gustav Adolfs Heer). Aus franz. brigade f. und dies aus ital. brigata f., eig.«Gesellschaft», dann Trupp, Rotte, Heerschar⸗, gebildet von ital. briga f.«Zank, Streit, Ungelegenheit, Mühey, brigare zanken, streiten, eifrig streben, woraufhin bemüht seiny. Zur Zeit des 30jährigen Krieges entlehnt(Gombert 6, 22 vom J. 1639).
Brigänt, m.(en, Pl.-en), s. d. folg.
Brigantine, f.(Pl.-n): leichtes Schnell-, Jagdschiff. Aus ndl. brigantine(1599 bei Kilian), engl. brigantine, franz. brigantin, zu- rückgehend auf ital. brigantino m., urspr. wohl«Raubschiffy, von ital. brigante(daraus franz. brigand m.)«unruhiger, gefährlicher Mensch, Räubery, das im 18. Jh. ins Deutsche entlehnt wurde, Part. Prät. von brigare(s. Brigade). Im 16. Jh. entlehnt(1596 bei Fronsperger Kriegsb. 1, 128 die Bergandten, 1, 135 b Bergantin, 1567 bei Schmidel Reis. 55, 12 Bergentinschiflein).
Brigg, f.(Pl. s): zweimastiges Kriegs- und Lastschifft. Aus dem gleichbed. dän.- schwed. brigg m., engl. brig, das aus brigantine gekürzt ist.
brillänt, adj. u. adv.: glänzend; prächtig, ausgezeichnet. Als Subst. Brillant, m.(-en, Pl.-en): eckig geschliffener Edelstein, Glanz- edelstein. Aus dem franz. Adj. brillant, eig. Part. Prät. von briller, ital. brillare«glänzen, funkeln», von gr. Jat. beryllus(S. auch Brille), dem Namen eines Edelsteines, dessen Glanz und Durchsichtigkeit gerühmt wurde, gr. BüpoMoc m. f.«ein meergrüner indischer Edelstein». Das Adj. und das Subst. 1717 bei Nehring.
Brille, f.(Pl.-n): verbundene Sehgläser für beide Augen. Alternhd. bis ins 17. Jh.


